Update, 21. 11., 7.50 Uhr: Der ganze "Wiwo"-Artikel ist jetzt hier online.
Es gibt ja Leute, die glauben, in Printmedien stünde nix Interessantes drin. Denen empfehle ich die "Wirtschaftswoche" Nummer 47/2006; sie kommt am Montag, 20. November 2006, mit einer Neun-Seiten-Titelgeschichte über folgendes an den Kiosk:
Karrierekiller Google - wie das Internet Ihre Jobchancen ruinieren kann. Und wie Sie sich davor schützen
Jochen Mai (auch als Blogger in "Jo's Jobwelt" aktiv, schildert darin die Folgen von "Selbstdarstellung und Exhibitionismus" im Web 2.0 (übrigens nicht am Beispiel von Ehssan Dariani und StudiVZ): "Die Schattenseiten einer Vita - ein missglücktes Projekt, Verleumdungen, die Rache eines verschmähten Liebhabers, Jugendsünden - stehen für alle sichtbar im Cyberspace". Laut Mai nutzen zum Beispiel die Personalberater von Heidrick & Struggles dies bereits "systematisch".
Die Headhunter unterhalten gleich eine ganze Fahndungsabteilung für Web-Profile im indischen Bangalore. Dort arbeiten mehrere Mitarbeiter im sogenannten Knowledge Management Center und erstellen auf Anfrage binnen weniger Stunden 5- bis 25-seitige Dossiers zu Zielpersonen, die sich von denen der Kripo kaum noch unterscheiden.
Die "Wiwo" ließ 300 Personalberatern befragen - und siehe da: Schon 28 Prozent klopfen Bewerbungen regelmäßig via Internt auf Schwachstellen ab. Tendenz: steigend. Und: In rund jedem dritten Fall fällt nach Aussagen der Personalberater ein Bewerber aufgrund der Web-Recherche durchs Raster. Die "Googlability", also der "Internet-Leumund", wird zum wichtigen Karriere-Faktor.
Eine weitere Gefahr laut "Wiwo" - gefälschte Einträge:
Ein vergrätzter Kunde, ein rachsüchtiger Mitarbeiter - sie alle können problemlos Schindluder mit der falschen Identität ihres Opfers betreiben. Je subtiler, desto wirkungsvoller: Dutzende kleiner Besinnungsaufsätze zu hochprozentigen Alkoholika in Online-Gästebüchern machen aus einem geselligen Manager schnell einen sachkundigen Schlucker; ausführliche Spielkommentare in Fußball-Foren, am besten zu Bürozeiten, outen ihn als geltungssüchtigen Zeittotschläger, der seiner Arbeit nicht nachkommt.
Was aber tun gegen Rufschädigung im Netz? Die "Wirtschaftswoche" bietet keine Patentrezepte. Die befragte "Reputationsforscherin" (gibt's tatsächlich!) Susanna Wieseneder von der Uni Linz plädiert dafür, auf sogenannte "Superhubs" zu setzen. Das seien "wichtige Kunden, Berater, Politiker und Journalisten", die sich positiv über eine Person äußern.
Silicon-Valley-Korrespondent Matthias Hohensee empfiehlt, sensible Daten konsequent zu löschen - und auch das Löschen des Google-Cache auf der folgenden Seite zu veranlassen:
http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?answer=35301&topic=8459
Autor Jochen Mai schliesst mit einem praktischen Tipp: Jeder solle sich zu allem, was er im Internet geschrieben hat, fragen:
"Würde ich neben diesem Text mit meinem Namen und Bild auch in der Zeitung stehen wollen? Ist die Antwort Nein - löschen Sie es!"
Und was ist meine Meinung? Ich halte es mit Bodo Hombach: Der sagt immer, ein Politiker sollte sich jederzeit so benehmen, als würde alles, was er tut, rauskommen. Ums mal anders zu sagen: Wer als Heiliger dastehen möchte, sollte nicht in den Puff gehen. Weil: "Alles kommt raus" (so die Überschrift der "Wiwo"-Geschichte).
Disclaimer: Obwohl ich gelegentlich als Autor für die "Wirtschaftswoche" schreibe, haben mich weder moralischer Druck noch materielle Zuwendung zu diesem Lesehinweis motiviert, sondern einzig und allein die Hoffnung auf zufriedene Leser und interessante Diskussionen. ![]()
PS: Googeln Sie doch mal nach "Reiner Fakeman". Autor Jochen Mai hat mit dieser Kunstfigur mal gezeigt, wie man sich eine - falsche - Googlability zulegt.





















Was das Thema Reputation eManagement angeht sind die USA uns mal wieder voraus. Die Lösung iKarma ist ein Reputation Management Tool und wird im Geschäftsleben zur Vorabinformation genutzt. Wenn ich eine Person in iKarma bewerte, gebe ich an in welcher Beziehung ich zu dieser Person stehe. Der Ratsuchende kann also je nach Absender (Freund, Kunde, Lieferant)beurteilen, wie objektiv die Bewertung ist. Gegen Fake-Bewertungen kann man sich wehren.
Seit August gibt es iKarma auch in deutscher Sprache.
http://www.iKarma.de