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Woran liegt das bloß: Bei Zeitungs-Artikeln über Blogs sind 60 Prozent totaler Mist. Heute zum Beispiel, neun Thesen von Tobias Moorstedt und fast eine ganze Seite über Blogs in der "Süddeutschen" (und auf jetzt.de) - und dann gleich im ersten Abschnitt dieser Fauxpas, der einem beinahe die Lust nimmt, sich mit den anderen acht Thesen auseinanderzusetzen:

In die Top100 der Blogs kommt man schon mit 450 Zugriffen im Monat. Jede Schülerzeitung hat eine höhere Auflage.

Keine Ahnung, wie "jetzt" auf diese Zahl kommt, aber - um mal eine Zahl zu nennen, die ich ganz schnell ermitteln kann - die Nummer 59 der deutschen Blogcharts hatte zum Beispiel am Sonntag, 3. November 2006, laut Google-Statistic 6.033 Zugriffe.

Ansonsten stehen hier neben sachlich richtigen Aussagen wie

60 Prozent der Blogs sind tot!

auch Bedenkenswertes

Die Blogosphäre ähnelt eher einem durch Trackback und RSS hochgradig vernetztem Dorf, das gerade durch die Vernetzung und der Zitat-Gegenzitat-Logik eine Illusion der eigenen Relevanz produziert.

sowie Falsches

Starblogger wollen das Internet eigentlich hinter sich lassen ... Zum Beispiel Katharina Borchert ... So sehr diese Menschen vom Internet profitiert haben und in dieser neuen Welt berühmt geworden sind, so sehr wollen sie aus dem unsicheren und unrentablen Ghetto raus kommen. Schon paradox: Selbst für die Avantgarde des Web 2.0 ist die Stabilität der Mainstream-Medien attraktiver als das ach so zukunftsfähige Internet. Leider haben die Ex-Internet-Stars die Herrschaft ihrer neuen Arbeitgeber zuvor mit ihren Blogs ins Wanken gebracht.

An Ende steht die Erkenntnis für Journalisten

Bloggen muss man mal gemacht haben... Bloggen fühlt sich an wie Urlaub, nur mit Tastatur.

und (diesmal von mir):

Nicht jeder süddeutsche Autor ist ein Flachwichser. ;)