martensteinMit Melancholie um den Mund und Dementi im Blick tritt Holtzbrincks Kult-Kolumnist Harald Martenstein erstens vor die Kamera und zweitens der These entgegen, Videobloggen sei ein arger Kulturverfall. Das fand Kollege Ijoma Mangold von der "Süddeutschen Zeitung", hier ist's nachzulesen, und hier wird's von Martenstein auseinandergenommen. Zwar spricht Martenstein sich frankweg frei davon, das freie Sprechen erfunden zu haben, aber er gibt dem Kollegen Mangold doch in einem Punkt recht: Beim Videobloggen darf und muss der Autor wieder "Ich" sagen.

Und zwar aus gutem Grund: Weil der Journalismus seine Funktion als Nachrichtenüberbringer längst verloren habe, meint Meinungsbringer Martenstein. Der Journalist könne gar keine Nachrichten mehr verkaufen - es gibt sie überall, jederzeit und kostenlos. Er muss deshalb sich selbst verkaufen: Seine Individualität, seine Persönlichkeit und zur Not auch seinen blauen Toaster - der erste blaue Toaster übrigens, der es ins Feuilleton einer überregionalen Tageszeitung geschafft hat. Hier entlang zu sechs vergnüglichen, garantiert nachrichtenfreien Minuten Martenstein.
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