pin grabDer Ärger um die grüne Presse-Post Pin nimmt kein Ende: Jetzt holt die Gewerkschaftsaffäre womöglich Springer-Vorstand Mathias Döpfner ein. Das Management der Pin Group soll die umstrittene Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) nicht nur mit über 130.000 Euro diskret finanziert, sondern sogar selbst gegründet haben. Und Springer-Vorstand Mathias Döpfner (Foto unten) hat's wohl gewusst. Das behauptet zumindest das Magazin "stern" in seiner morgigen Ausgabe (Vorabmeldung hier). Demnach hat das Pin-Management Döpfner schriftlich darüber informiert "mit der Gründung schon recht weit" zu sein. Springer-Sprecherin Edda Fels bezeichnete den "stern"-Bericht gegenüber turi2 als "grotesk" und "böswillig".

Döpfner Mathias 130x267Der "stern" zitiert auch eine E-Mail von Bernd Jäger, dem Vize-Chef des Arbeitgeberverbandes Neue Brief- und Zustelldienste (Agv NBZ). Jäger schlägt darin die Gründung der Gewerkschaft GNBZ überhaupt erst vor und empfiehlt, den Gewerkschaftsvorstand mit "vernünftigen Mitarbeitern zu besetzen". Ziel war es, einen gesonderten Tarifvertrag mit der neuen Gewerkschaft abzuschließen und so den Post-Mindestlohn zu umgehen. Springer-Vorstand Mathias Döpfner hatte offenbar ganz ähnliche Ideen und schrieb laut "stern" zurück: "Das Beste ist immer, viele Väter einer Idee zu haben."

Bei Axel Springer herrscht nun größte Aufregung: Laut Sprecherin Edda Fels habe der Vorstand von den Gründungsmodalitäten der Gewerkschaft nichts gewusst, die Gründung an sich aber durchaus begrüßt. "Die Axel Springer AG weist die Hypothesen, Vermutungen und Unterstellungen aufs Schärfste zurück. Es ist der offensichtliche Versuch, Axel Springer im Zusammenhang mit der Gewerkschaftsgründung in Mißkredit zu bringen", so Fels. "Der Vorstand der Axel Springer AG hat sich weder juristisch noch moralisch etwas zu schulden kommen lassen und hat keine Zahlungen zur Finanzierung der GNBZ vorgenommen, veranlasst oder gebilligt." Ein fader Beigeschmack bleibt trotzdem.
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