
Jetzt kommt Dirk Manthey zurück - und bringt aus dem sonnigen Kalifornien den verschnarchten Medien-Deutschen das Licht der Erkenntnis direkt auf den Bildschirm: Dirk Manthey, als Milchstraßen-Verleger ("TV Spielfilm", "Fit for Fun", "Max", "Amica") Lichtgestalt der neunziger Jahre, startet mit 15 Mitarbeitern im Mai oder Juni das Medienportal Meedia.de (vormals medien2.de) - und damit nicht mehr und nicht weniger als die papierlose Fachzeitschrift der Zukunft. Kai-Hinrich Renner verlinkte in der "Welt am Sonntag" eine frei zugängliche Vorab-Version von Mantheys Medien-Vision: Unter der Adresse http://intern.sunbeam-berlin.de:4182/menu/home/ war noch am frühen Samstag abend eine unvollendete, aber ziemlich beeindruckende Website zur Besichtigung freigegeben - offensichtlich ein technisches Versehen.
Deutlich wird: Manthey setzt auf Optik, Tiefe und Web 2.0. Viel Video, große Fotos, dazu Masse, Masse, Masse, in vielen Kategorien regiert die Maßzahl 1.000 - Manthey, wie man ihn kennt. Bei Web 2.0 wird's schon schwieriger: Einerseits schreibt Manthey himself über trendige Web-2.0-Sites aus den USA, andererseits hasst Manthey nichts mehr als Journalisten mit eigener, womöglich kritischer Meinung, die den Gang der Anzeigen-Geschäfte stören könnten. Eine Möglichkeit, Artikel zu kommentieren - im Web 2.0 allerunterster Standard - ist zumindest in der Vorab-Version nicht zu erkennen. Dafür Mantheys Wille, mit viel Geld und hohem Personaleinsatz eine Website zu schaffen, die für Fachpresse Maßstäbe setzt.
Und das gelingt: Einige Tools sind verdammt cool, wie zum Beispiel der Video-Channel mit einem, auch optisch attraktiven Überblick der neusten Medien-Videos. Oder der Meedia-Analyzer, der die Auflagen-, Klick- und sonstigen Erfolgskurven der Medien sehr schön vor Augen führt. Auch der Meedia-Browser, eine Art RSS-Portal für Medienmeldungen aller Art, ist so cool und nützlich, dass alle Konkurrenten sich fragen müssen, warum sie nicht selbst darauf gekommen sind. Und der Meister selbst verfasst die Rubrik "Surfin' USA".
Mantheys neues Werk ist so gelungen, dass er damit das Mindestziel erreichen dürfte: Der Medienwelt zu zeigen, dass er, der alte Fuchs, noch lange nicht fertig ist mit seiner Kreativität und seinem Unternehmergeist - und der unrühmliche Abgang bei der Milchstraße nicht sein letztes Medien-Wort war.



















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