Martin Stiksel, Mitbegründer des Internetradios Last.fm, macht seine Hörer zu Programmchefs: Nutzer der riesigen Musik-Community können sich ihr persönliches Radioprogramm zusammenstellen, wobei Last.fm auch gleich den Musikgeschmack analysiert und praktische Vorschläge liefert. Als Feind klassischer Radiosender interview2poweredby300 sieht sich Martin Stiksel trotzdem nicht: "Wir wollen nichts in Frage stellen sondern den Leuten die Chance geben mehr von ihrer Lieblingsmusik zu entdecken", sagt Stiksel im Interview mit dem Branchenfernsehen turi2.tv. Vielen Plattenbossen müsste Last.fm (alle Basis-Infos im lexikon2) eigentlich ein Dorn im Auge sein. Schließlich zahlt der werbefinanzierte Dienst Musikern, die ihre Songs direkt bei Last.fm veröffentlichen, sogar Tantiemen. Doch Martin Stiksel wiegelt ab, die Plattfirmen seien Last.fm "sehr gut gesonnen". Dass junge Musiker wegen Last.fm die Plattenfirmen ignorieren, glaubt er nicht: "Superstars werden nicht über Nacht im Schlafzimmer produziert, da braucht es die Marketing- und PR-Organisation der großen Labels." Und doch hat mit Warner Music zumindest ein Label im Frühjahr seinen Musik-Katalog von Last.fm abgezogen. Martin Sticksel gibt sich zwar gelassen ("das wird sich schnell in Wohlgefallen auflösen"), doch ein neuer Vertrag mit Warner ist nicht in Sicht. Wie die darbende Musik-Industrie auch im Internet-Zeitalter Geld verdienen kann, erklärt Martin Stiksel nach dem Klick ins sechsminütige Video.

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turi2.tv+fragebogen2+thomas-goetteThomas Goette, woobby.com-Gründer, wünscht sich Technik, die problemlos funktioniert und würde gerne mal eine Weltreise machen. Als Kind wollte er immer Fußball-Nationalspieler werden, heute ist er zumindest begeisterter Zuschauer.
Video-Fragebogen Thomas Goette, 29.9.2008