Es hat sich ausgeklickwundert: Der Holtzbrinck-Verlag setzt StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke in einer Hauruck-Aktion vor die Tür. Schuld ist offenbar die schleppende Vermarktung der riesigen Community, die zwar mit immer neuen Klickrekorden von sich Reden gemacht hat, sprudelnde Gewinne bisher aber nicht abwerfen konnte. Der üblichen Verlagsmitteilung, dass Riecke das Unternehmen "auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung" verlässst, darf man wenig Glauben schenken. Das magere Dankeschön für "seine sehr erfolgreiche Tätigkeit" von Holtzbrinck-Vize Jochen Gutbrod macht's nicht glaubwürdiger. In einer eilig zusammengerufenen Krisensitzung in Stuttgart wurde heute Morgen die Entscheidung gefällt, den langjährigen Holtzbrinck-Manager Clemens Riedl, gerade vom "Tagesspiegel" zu StudiVZ gewechselt, als neuen Chef der Community zu installieren. Vorgänger Riecke war es nicht gelungen, den 85 Mio Euro teuren Einkauf zum Kassenschlager zu machen. "Unser Fokus liegt bisher auf dem Produkt, nicht so sehr auf der Monetarisierung", hatte Riecke noch Ende Februar im turi2-Interview gesagt. Nun hatte Verleger Stefan von Holtzbrinck offenbar die Nase voll.
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- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 11.41:14
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- http://www.digitaler-lebensstil.de
- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 12.02:28
...am Ende zählen doch nur die Zahlen.
Bei einer ehrlichen Betrachtung des ROI bei anderen Diensten würden noch mehr Hüte genommen werden müssen. -
- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 12.15:19
Riecke war vor allem auch für den neuen Ableger meinVZ verantwortlich, der jene Nutzer auffangen soll, die dem Studentenalter entwachsen sind. Auch dort wird fleißig geklickt - aber eben nicht auf Werbung. Ich denke, mittelfristig kann nur die Öffnung der Plattform einen Schub bringen. Facebook hat's vorgemacht. Der deutsche Klon müsste folgen.
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- http://vz
- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 12.28:08
an der schleppenden monetarisierung lag es nicht. dies hatte intern gar keine prio. und würde auch die art des rauschmisses nicht erklären. das verhältnis von riecke zu seinen chefs war schon deutlich spürbar auf dem holtzbrinck summit schwer belastet. er lästerte dort, dass svh und co nicht wüssten, was sie mit vz tun wollen. ob sie es verkaufen, abmelken, an facebook verticken etc... er wurde harsch und per sofort rausgeschmissen. ohne vorher einen nachfolger abzuwarten. es gibt die PM noch nicht mal im pressebereich von studiVZ so dass es wohl auch sehr kfg dazu gekommen sein könnte. auf jeden fall wurde die sache von stuttgart aus orhestriert. ich hör mich mal um, und melde mich wieder...
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- http://www.andre-brainstorming.blogspot.com/
- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 13.39:52
Mir stellt sich vor allem die Frage,ob dem Herrn Riecke noch weitere folgen werden oder gar einige selber den Hut ziehen! DA gehört ja meistens nicht nur eine Person zu!
Bin auch echt gespannt wie sich das weiter entwickelt bei StudiVZ. Langsam muss da wirklich was getan werden.... -
- http://mypuzzle.org
- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 15.24:09
Tja, sitzen einem die Geldhaie erstmal im Nacken, zählen nur noch die nackten Zahlen. Und wenn die Klicks in den Keller gehen, ist es wie beim Fußball. Der Trainer wird ausgetauscht. Das ist übrigens der ganz große Vorteil von Mark Zuckerberg. Die Minderheitsbeteiligungen bei Facebook können ihm nicht reinreden. Er hat Ahnung und die Ausdauer und irgendwann wird er auch in DE an StudiVZ vorbeiziehen.
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- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 17.25:21
"Geldhaie" was für ein Schwachsinn. In jedem Geschäft sollten die Zahlen zählen und nicht irgendein Hype. Das Problem sind auch nicht die KPIs, sondern es ist eher ein organisatorisches. Es ist eben nicht leicht eine Studententruppe auf ein professionelles Niveau zu heben.
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- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 15.43:14
Stefan von Holtzbrinck und seine Leute in Stuttgart hatten nicht den geringsten Schimmer, wie man mit Studi VZ großes Geld verdienen könnte. Deshalb holten Sie Riecke. Dessen Vorschlag, die schnarchnasige Vermarktung durch die GWP zu beenden, stimmte man in Stuttgart nicht zu, da diese Idee gegen das oberste Verlagsprinzip der Vetternwirtschaft verstößt.
Nun hieft man mit Riedl überhastet einen Mann an die Spitze, dem Holtzbrinck erst vor wenigen Monaten beim Tagesspiegel noch einen Geschäftsführer aus der Provinz vor die Nase gesetzt die gesamte Online-Redaktion entzogen hatte - nur um sie im Projekt Zoomer aufgehen zu lassen. Ob Studi VZ oder Zoomer - Stefan von Holtzbrinck zahlt Millionen an Lehrgeld - nur lernt er nichts! Ob seine Geschwister sich wohl heimlich ins Fäustchen lachen? -
- http://www.caracho.tv
- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 17.00:54
Also ich kann den Rauswurf auch nur zu gut verstehen. Angeblich liegt das Produkt im Fokus, nicht die Monetarisierung? Sorry, aber das Produkt StudiVZ ist nun alles andere als innovativ. Features wie Video-Upload, interner Messenger usw. was die User länger auf der Seite lassen würden fehlen bei VZ, bei Facebook alles möglich. Ich denke auch dass es nicht mehr lange dauern wird und StudiVZ wird verschwinden, facebook wird das Rennen auch in DE machen.
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- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 17.57:40
Also gehyped würde ich vor allem facebook nennen. Ist zwar nicht ausgeschlossen, dass facebook in Deutschland auch eines Tages mal mitspielt, aber derzeit sind sie ein absoluter nobody. Wer-kennt-wen ist in Windeseile zur kaum noch einholbaren Nummer zwei aufgestiegen, dann kommen irgendwo lokalisten und MySpace und ganz abgeschlagen dümpelt - hinter wirklich allen deutschen Wettbewerbern - am unteren Ende der Skala facebook herum. Kopieren wir hier in Deutschland - neben Websites - eigentlich auch die Berichterstattung aus Amerika, so dass wir vor lauter US-Größen gar nicht sehen, was hierzulande passiert?
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- http://www.Traumferienhausreisen.de
- Mittwoch, 22. Okt, 2008 @ 20.32:47
Was mich an den AGB und Datenschutzbestimmungen weiterhin stört ist das die Clickstreamanalyse nicht ausgeschlossen werden. Zwar soll man der Verwendung des Clickstreams für Werbung widersprechen können, §7 war für mich der Grund mein StudiVZ Profil einzufrieren.
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- Donnerstag, 23. Okt, 2008 @ 00.34:04
Abgesehen mal davon, dass ein angeblicher "TOP-Mann" wie Riecke selbstredend für das Produkt und die Monetarisierung verantwortlich zeichnet (sonst sollte er besser in die 3. Liga zurückkehren), wüsste ich nicht, was ihn für diesen Job qualifiziert hätte. Bei AOL ist er Ende 1999 ebenso kläglich gescheitert, war dann ein paar Jahr untergetaucht und von seinem Job bei Ebay hört man auch nicht gerade Bemerkenswertses, was einem in Erinnerung bleiben würde. Nicht nur was die Geschäftsmodelle angeht, auch im Hinblick auf das Niveau der Leader wird mehr und mehr geachtet, was gut ist! Klar, ein Verlagshaus in DE ist ein Haifischbecken, aber das weiß man vorher. Es ist doch offensichtlich, dass SocialSites weltweit eigene Gesetze der Vermarktung entwickeln müssen und nicht einfach die Erfahrungen aus Display und Search nutzen können. Bisher hat dies noch keiner wirklich nachhaltig geschafft, alle bisherigen angeblichen Erfolgsmeldungen sind doch überschaubar, egal ob StudiVZ, Facebook, LinkedIn oder MySpace.
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- Donnerstag, 23. Okt, 2008 @ 10.06:22
Ist ja nett, dass Meinungen (sogar wenn diese rufschädigend sind) Platz haben in diesem Blog. Vielleicht sollte man sich auch mal an die Fakten halten: Riecke musste (wider beseres Wissen) die Holtzbrinck-Strategie umsetzen: Diese verlangte die Kommerzialisierung der Site als letzte strategische Priorität und auf der Zeitachse ins Jahr 2009 verschoben. Riecke war in der von Holtzbrinck definierten Strategiw sehr erfolgreich aber unglücklich, weil er und sein Team mehr hätten tun können, wenn man sie gelassen hätte.
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- Donnerstag, 23. Okt, 2008 @ 14.54:21
@klartexter: vielleicht sollte man erwähnen, dass der tagesspiegel online eben auch nicht von der gwp vermarktet wird.
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- http://www.tonsai.de
- Freitag, 24. Okt, 2008 @ 00.07:43
Facebook ist zwar noch klein in Deutschland aber zeigt im Gegensatz zu StudiVz doch konstantes Wachstum.
http://trends.google.com/websites?q=studivz.net%2C+facebook.com&date=all&geo=DE&ctab=0&sort=0&sa=N
Mein Tip:
Der nächste Chef wird auch nichts reissen und man wird innerhalb der nächsten 12 Monate an Facebook für eine ungenannte Summe verkaufen, wenn Facebook überhaupt noch Interesse hat.
Ich kann es nur hoffen. Die StudiVZ Klitsche hat mir nie gefallen und technisch ist die total hinterm Mond. Eine dieser Webseiten, die einen ständig ausloggen, wenn man mal ein paar Tage nicht drin war. Bei Facebook klappt das ganze reibungsloser. Hoffer die Userdatenbank wird in Facebook assimiliert, paar Studenten werden rumheulen, von wegen durch amerikanisch imperialistischen Gegner übernommen und von wegen Datenschutz. Paar werden abspringen und später wiederkommen, wenn die Hormone sprudeln und ein neuer Korpukationsparter gefunden werden muss. -
- http://www.studimedia.ch
- Freitag, 24. Okt, 2008 @ 09.02:34
Ich persönlich finde die Tatsache spannend, dass man nun umgehend den Vice President Sales Clemens Riedl auf den CEO-Posten hievt; ein langjähriger Holtzbrinck-Manager, der gerade erst vor Kurzem vom Tagesspiegel zu studiVZ wechselte. Hier glaube ich nicht an einen Zufall, sondern an Planung durch die Konzernzentrale - was wiederum dafür spricht, dass der Abgang von Riecke sicher nicht überraschend und vielleicht eben auch nicht ganz freiwillig kam.




















Anfang Oktober gabs ein WELT-Interview:
WELT: "Wie lange wird sich Ihr Eigner Holtzbrinck denn noch Verluste gefallen lassen?"
Riecke: "Holtzbrinck sieht das so wie wir, dass wir ein Phänomen haben, das beständig ist. ... Erfolgreiche finanzielle Ergebnisse gibt es nur mit zufriedenen Nutzern. Hat man das eine, folgt das andere durch gutes kaufmännisches Handwerk."