WiWo: StudiVZ steht zum Verkauf, Web-2.0-Blase geplatzt.
Ein Quantum Frust: Die Holtzbrinck-Tochter "Wirtschaftswoche" kündigt indirekt den bevorstehenden Verkauf des konzerneigenen StudiVZ an den US-Konkurrenten Facebook an: "StudiVZ scheint zum Verkauf zu stehen - wenn der Preis stimmt", schreibt die "WiWo" auf Seite 57. Unter wiwo.de heißt es sogar offiziös: "Ein Zusammengehen von StudiVZ mit dem amerikanischen Portal Facebook, das einen eigenen Ableger in Deutschland betreibt, könnte nach Verlagsangaben sinnvoll sein." Damit ist das Scheitern der Holtzbrinck-Bemühungen bei StudiVZ quasi offiziell, denn "Zusammengehen" bedeutet Verkauf.
Wirb an einem anderen Tag: Die Begründung für den Frust liefert die "WiWo" gewohnt scharfsichtig gleich mit - weil die Einstiegs-Schwelle für Konkurrenz-Angebote im Web 2.0 so niedrig ist, "zerbröseln" immer neue Wettbewerber den Markt - und "den Werbekuchen gleich mit". Dazu komme, "dass viele Firmen die Werbe-Budgets zusammenstreichen". Nun räche sich, "dass Bezahlmodelle für Inhalte jahrelang vernachlässigt wurden" und kaum ein Unternehmen weggekommen sei von der "einseitig werbefinanzierten Gratiskultur". Unbeantwortet sei weiterhin die drängendste Frage im Web 2.0: Wie lässt sich mit Netzwerken langfristig Geld verdienen? Richtig düster sieht's demnach auch in der deutschen Start-up-Szene aus: Die "WiWo" hat 151 junge Web-Unternehmen befragt - mehr als die Hälfte von ihnen sieht die eigenen Zukunft bedroht. "Das Schlimmste ist die Angst", sagt ein Gründer, "im Moment haben viele das Gefühl zu fallen". Vor allem frisches Kapital sei infolge der Finanzkrise kaum noch aufzutreiben. Zudem glauben die Investoren nicht mehr an werbebasierte Modelle - womit wir wieder beim Thema StudiVZ wären.
"Wirtschaftswoche", 49/2008, Seite 52-60, wiwo.de
Erneuter Hacker-Angriff auf Telekom-Kunden.
Ein Skandal ist nicht genug: Hacker haben sich erneut Zugang zu Telekom-Kundendaten verschafft und teure Rufumleitungen von einigen Hundert Nutzern ins Ausland geschaltet, berichtet der "Spiegel". Den Kunden seien daraufhin innerhalb weniger Tage Auslandsgebühren bis zu 1.000 Euro in Rechnung gestellt worden. Der Konzern will die ergaunerten Gebühren übernehmen - insgesamt soll es sich um einen Betrag im "unteren sechsstelligen Bereich" handeln. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" hat der Hacker-Angriff nichts mit den kürzlich gestohlenen 17 Mio Kundendaten zu tun. Es handle sich um "einen normalen Hacker-Angriff", so Telekom-Sprecher Ralf Sauerzapf. Als Reaktion auf den Daten-Klau hat die Telekom ihren Service eingeschränkt: Die Kunden können keine Rufumleitung mehr über das Internet-Kundenportal einrichten.
spiegel.de, sueddeutsche.de
Zahl des Tages: Bloggen und bloggen lassen - gleich 10 Blogs auf einen Schlag startet die "FAZ" am Montag, u.a. mit dem Schriftsteller Clemens Meyer, Bildblogger Stefan Niggemeier und TV-Kritikus Peer Schader.
"Spiegel", Seite 113, ksta.de
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adventskalender.msn.de
- NEWS -
Casino marode: Springer hat Pech mit seiner Neuerwerbung Wallstreet Online: Die Finanzkrise hat den Umsatz der Spekulanten-Community einbrechen lassen - von 6,3 auf 3,4 Mio Euro. 5 von 40 Mitarbeitern mussten gehen. Der Relaunch der Seite wird auf 2009 verschoben.
"new business", Seite 26
Verlagsgruppe Handelsblatt plant offenbar bei "Handelsblatt" und "Wiwo" härtere Einschnitte als bisher bekannt. Der Betriebsrat fürchtet zahlreiche, betriebsbedingte Kündigungen.
meedia.de
Gruner + Jahr: Betriebsräte prüfen, mit einer einstweiligen Verfügung gegen die Kündigung von 110 Mitarbeitern zu kämpfen - die Chancen stehen jedoch schlecht.
welt.de/wams_print (2. Absatz)
Anne Will behält ihren Sendeplatz - bekommt aber Konkurrenz: Die ARD will sonntags um 21.45 Uhr in den Dritten Fußball-Bundesliga übertragen.
tagesspiegel.de, fr-online.de
Medienleute im Glück: Karl Dietrich Seikel (ehemals "Spiegel"), Rolf Wickmann, Axel Ganz (G+J) und Heike Jahr (Witwe von John Jahr) waren in Mumbai - und sind mit dem Schrecken davongekommen.
welt.de/wams_print (4. Absatz)
Microsoft will angeblich Yahoos Suchgeschäft für 20 Mrd US-Dollar kaufen. Der Konzern widerspricht jedoch, die Berichte seien "totale Fiktion".
timesonline.co.uk, kara.allthingsd.com (Dementi)
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Wege aus der Verlags-Krise - wie Verlage Denkfallen überwinden, Verkrustungen aufbrechen und Performance verbessern können. Microsoft und turi2 laden einen kleinen Kreis von Verlagsmanagern für den 10. Dezember 2008 nach Hamburg zur Publisher's Conference. Die Teilnahme ist für Führungskräfte aus Verlag und Redaktion kostenlos -
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- ECHO -
Meistgeklickter Link am Freitag: Rund 100.000 Euro Abfindung kann ein langgedienter Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" mitnehmen, wenn er sich zum sofortigen Abgang durchringt.
kress.de
- ZITATE-
"Print durch Online zu ersetzen, das ist langfristig nicht machbar."
Medienmanager Jürgen Richter will die gedruckten Zeitungen noch nicht aufgeben.
medienmoral-nrw.de
"Die Aufsichtsgremien der Sender agieren so, als seien sie deren Pressesprecher."
Michael Hanfeld hält den Drei-Stufen-Test der Öffentlich-Rechtlichen für wirkungslos.
"FAZ", Seite 41
- BACKGROUND -
Bambi statt Bomben: ARD-Programmdirektor Volker Herres steht in der Kritik seiner Kollegen, weil er lieber die Preisverleihung pünktlich übertragen ließ, als über den Terror in Mumbai zu berichten.
spiegel.de
UEFA muss für die Sendepanne beim Halbfinale der Fußball-EM eine "hohe sechsstellige Summe" an das ZDF zahlen.
"Spiegel", Seite 113, dwdl.de
Experten-Statements: Journalisten befragen oft die immer gleichen Experten, die dadurch populär werden. Ihr Ansehen unter Kollegen sinkt allerdings mit der Dauerpräsenz.
faz.net
Journalismus findet künftig im Web statt, glaubt Harald Staun. Journalisten sollten daher die Chancen sehen und etwa von Google lernen, wie im Internet Geld zu machen ist.
faz.net
- DEBATTE -
Ralph Bollmann kritisiert, dass Journalisten hysterisch zu staatlichen Rettungspaketen für die Medienbranche aufrufen - und dabei nicht wie behauptet das Allgemeinwohl im Auge haben, sondern nur die eigene ökonomische Situation.
taz.de
Bernd Gäbler bemängelt die Medien-Armut in der deutschen Hauptstadt: Berlin ist unbestritten das Zentrum der deutschen Politik – die Medienlandschaft aber ist noch lange nicht ähnlich hauptstädtisch geprägt, so Gäbler.
tagesspiegel.de
Termine der Branche: W&V Ski Opening (5. bis 7. Dezember), Digital TV Outlook 2009 (10. und 11. Dezember).
termine2.de - die Branche tagt.
- TV-TIPP - (presented by TV SPIELFILM plus - die Medienmarke)
ARD, 20.15 Uhr: "Mogadischu". Der Film behandelt die Entführung der "Landshut" und behauptet, authentisch zu sein - am Ende geht es aber ganz fernsehgerecht darum, neue Helden zu schaffen.
tagesspiegel.de
- BASTA -
Tintenfleck breitet sich aus: Der Kinofilm "Tintenherz" (Start: 11. Dezember) bekommt als neuen Schluss ein Happy-End, weil der ursprüngliche das Testpublikum traurig gemacht hat. Und: Autorin Cornelia Funke droht mit einem vierten Teil.
presseportal.de
heute2 - Nachrichten für Medienmacher von Freitagabend lesen.
heute2 erscheint sonntags spätestens um 9 Uhr im Web unter www.turi2.de, mobil unter www.turi2.mobi. Für ein kostenloses E-Mail-Abo einfach eine Mail an abo@turi2.de schicken.
"Print durch Online zu ersetzen, das ist langfristig nicht machbar."
"Die Aufsichtsgremien der Sender agieren so, als seien sie deren Pressesprecher."
Ralph Bollmann kritisiert, dass Journalisten hysterisch zu staatlichen Rettungspaketen für die Medienbranche aufrufen - und dabei nicht wie behauptet das Allgemeinwohl im Auge haben, sondern nur die eigene ökonomische Situation.
Bernd Gäbler bemängelt die Medien-Armut in der deutschen Hauptstadt: Berlin ist unbestritten das Zentrum der deutschen Politik – die Medienlandschaft aber ist noch lange nicht ähnlich hauptstädtisch geprägt, so Gäbler.




















Vielleicht will Holtzbrinck auch Facebook kaufen, und nicht umgekehrt ;-).
Danke für den scharfsinnigen Artikel.