video2 - der Video-Tipp von turi2: Einer für alle, alle für einen - dieses Motto der dpa ist seit kurzem Geschichte. Grund: Die WAZ-Gruppe macht nicht mehr mit. Seitdem schrillen bei der Nachrichtenagentur die Alarmglocken. Das NDR-Medienmagazin "Zapp" dröselt den Konflikt nun auf. Für WAZ-Chef Bodo Hombach ist die Rechnung einfach: "Die dpa-Leistungen hätten einen Gegenwert von 25 eigenen Stellen", sagt er. Und sein Chefredakteur Ulrich Reitz ergänzt kühn: "Qualitätsjournalismus geht auch ohne dpa." Im Westen greift man nun auf ddp, Reuters und die teils staatlich finanzierte, französische AFP zurück. Und nutzt zusätzlich auch dpa-Inhalte aus dem Internet - völlig kostenlos. Das sei eben die neue Welt, sagt man schulterzuckend bei der WAZ. "Unsolidarisch" nennt es dagegen Publizistik-Professor Jürgen Wilke. Und für dpa-Geschäftsführer Michael Segbers droht der GAU: "Wenn jeder sich selbst bedient, ohne zu bezahlen, bricht das System zusammen." Knapp neun Minuten über ein medienpolitisches Rechenspiel mit höchster Brisanz gibt's drüben beim NDR.
ndr.de/zapp
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- http://www.hebammenkunst.blogspot.com
- Donnerstag, 15. Jan, 2009 @ 14.32:55
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- http://raum441.wordpress.com
- Donnerstag, 15. Jan, 2009 @ 14.48:34
"Wenn keiner mehr für Nachrichten bezahlt, gibt es auch keine Nachrichten mehr". Zitat dpa-Chef (7:50)
"Die Zahl der Quellen hat sich (durch das Interent) dramatisch vermehrt". Zitat WAZ-CR
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Die dpa sollte sofort in den direkten Dialog mit den Nutzern treten und sich nicht weiterhin von den Mittlern/ linearen Medien aushalten lassen. -
- Donnerstag, 15. Jan, 2009 @ 15.27:47
Wer erlebt hat, wie dpa-Autoren zuweilen arbeiten, dessen Mitleid wird sich möglicherweise in Grenzen halten. Davon abgesehen schäumt hier nur hoch, was ohnehin im Gange ist: Auf der einen Seite gibt es Personen, die wirklich neue Informationen erschaffen. Auf der anderen Seite ein Heer von Ab- und Umschreibern, das sich parasitär daran bedient, dabei nicht einmal um eine gewisse "Schöpfungshöhe" bemüht und auch noch ungestraft davon kommt.
Hier rächt sich eben die Einstellung der Verlagsbranche gegenüber Autoren, deren Urheberrecht - anders als das der Fotografen - mit Füssen getreten wird, und das möglicherweise nur, weil es bei einem Text technisch und rechtsicher schwieriger ist, ihn auf einen Urheber zurückzuführen, als bei einem Foto. Hier rächt sich auch, dass Autoren kaum noch als Hersteller von Produkten ernst genommen werden, sondern nur noch als möglichst billige Content-Schleudern, mithin als zu reduzierende Ausgaben. Wozu vier Autoren einstellen, die ganze Sätze schreiben können, wenn es auch ein Portal-Manager tut, der syndicated News-Ramsch aus anderen Quellen verwursten kann? Man muss der WAZ dankbar sein, dass sie das Gegenteil macht.
"Kollegen" haben mir schon komplette Storys gestohlen, mit schamlos geringen Änderungen, und ich kann nichts dagegen tun - während moderne Musiker jedes Sample bei der GEMA melden müssen. Das viel gelobte Wikipedia produziert kein Wissen, es verteilt das von anderen hergestellte Wissen kostenlos. Das ist der Kern "2.0", ebenso wie turi2 inhaltlich vom wiederkäuen lebt.
Wenn die dpa nicht rechtlich dagegen vorgehen kann, dass die WAZ ihren Dienst nutzt, ohne ihn zu bezahlen (wieso eigentlich nicht?), dann muss sie möglicherweise ihr Geschäftmodell überdenken. Oder rechtlich nachsichern lassen, so wie es die Lobby der Musikindustrie vorgetanzt hat. Oder einfach mal einen Prakti abstellen, der Storys aus der WAZ klaut und daraus dpa-Storys macht. -
- http://www.wenn.com
- Donnerstag, 15. Jan, 2009 @ 16.42:13
Wow.... Die dpa heult, weil die WAZ ihre Nachrichten einfach bei Online-Kunden der dpa abkupfert. Klasse. Heule ich jeden Tag, weil die dpa bei den Kunden meines Arbeitgebers abschreibt?! Die naive Weltsicht von Michael Segbers, aber auch die von ZAPP, ist bewundernswert.
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- http://medien-news.blog.de
- Freitag, 16. Jan, 2009 @ 09.05:07
Bei deutschen Zeitungen, die auf Texte und Bilder der Nachrichtenagentur dpa verzichten, habe ich persönlich den Eindruck, dass sie dies nur tun, um Geld zu sparen. Ein Verzicht auf dpa ist meines Ermessens ein Verzicht auf eine bestímmte Qualität und Nachrichtenvielfalt. Ich kannte mal den Geschäftsführer einer Zeitung, der sagte: "Die Qualität einer Zeitung kann man nicht messen". Und er tat alles mögliche, bis man die Qualität seines Blattes tatsächlich kaum noch messen konnte. Dieser Geschäftsführer stellte vieles in Frage, nur sich selbst nicht.




















Tja, nicht jeder möchte mehr beim "großen Spiel" mitspielen ...
Und die Zukunft wird weisen ob das so funktioniert oder nicht. Schließlich werden heute Manager nur dafür bezahlt um die Geschäfte am Laufen zu halten und nicht mehr als Unternehmer zu handeln. Da ist es doch erfreulich, wenn einer mal ein Unternehmer sein darf