Dramatisches Gezwitscher: Deutschlands Medien nehmen den Kurznachrichten-Dienst Twitter zunehmend ernst - allerdings weniger als Recherche-Quelle, sondern vielmehr als Live-Ticker 2.0, wie der Amoklauf von Winnenden zeigt. Von dem Drama, bei dem am Vormittag zehn Schüler, drei Lehrer, drei Passanten sowie der 17-jährige Täter Tim K. ums Leben kamen, berichten die großen Nachrichtenportale bei Twitter nahezu im Minutentakt. Dabei bleiben allerdings auch Falschmeldungen nicht aus: Kurz nach 12.30 Uhr veröffentlicht bild.de per Tweet: "Der Täter ist tot, er hat sich erschossen." Kurz darauf bringt bild.de Richtigstellung: "Der Täter wurde von der Polizei getötet, er hat sich nicht selbst erschossen, meldet die Polizei." Dennoch beachtlich für bild.de: Die Anzahl der Follower bei Twitter steigt binnen weniger Stunden von 700 auf 900. Focus Online läßt einen Reporter seine Erlebnisse auf dem Weg zum Tatort im speziellen Kanal "FOCUSlive" schildern: "Mehrere Einsatzwagen schießen an FOCUS-Online-Reportern vorbei. #Amokläufer in #Wendlingen getötet. Drehen ab nach Wendlingen!" Twitter-Primus Spiegel Online hat dagegen keinen Ereignis-Kanal: Bei "SPIEGEL_Eil" gibt's nur die Headlines von der Webseite. Doch anders als in den USA, wo vor kurzem Bilder von einer Notwasserung eines Flugzeugs zum Twitter-Ereignis wurden, gibt es diesmal kaum User Generated Content zum Thema: Zwar meldet sich Twitter-Nutzerin Tontaube als erste zum Thema und wird bald digital von Journalisten umzingelt - doch sie ist zwei Kilometer vom Tatort entfernt, muss aber klarstellen: "Liebe Presse: ich weiss doch auch nichts von dem Verrückten..."
turi2 - eigener Bericht, taz.de, br-online.de (Amoklauf bei Twitter), stern.de, bild.de (Infos zum Amoklauf)
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- Mittwoch, 11. Mär, 2009 @ 15.37:29
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- http://www.twitter.com/randow
- Mittwoch, 11. Mär, 2009 @ 19.15:29
Und was hat das Twittergewitter nun an Erkenntnissen gebracht?
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- Mittwoch, 11. Mär, 2009 @ 19.56:30
"Dramatisches Gezwitscher..." - sehr unangebracht und pietätlos.
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- http://begleitschreiben.twoday.net
- Mittwoch, 11. Mär, 2009 @ 20.12:10
Hört doch mit der Vergötterung dieses verbalen Durchfallgetwitters auf. Als private Nutzung ist das okay - als Medium für seriösen Journalismus ungefähr so tauglich wie ein Taschenmesser, mit dem man Baumstämme zersägen will.
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- http://www.ostroplog.de
- Donnerstag, 12. Mär, 2009 @ 00.49:39
Genau so sieht es aus! Und der Stern hat Tweets leider mit Journalismus gleichgesetzt: http://ostrop.wordpress.com/2009/03/12/winnenden-twitterfail/
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- http://twitter.com/brunser
- Mittwoch, 11. Mär, 2009 @ 23.32:42
N24 hatte heute morgen noch kein Bildmaterial. Schwupps, haben sie halt einfach was aus 2002 genommen. "Ist doch das selbe in grün", sagte sich da vielleicht der Bildredakteur. Grundsätzlich ja richtig. Aber nicht glaubwürdig
http://twitpic.com/1zyv8 -
- Donnerstag, 12. Mär, 2009 @ 07.49:09
Den schlimmsten Tweet hat sich wohl der Hausherr dieses Blogs hier geleistet: http://twitter.com/turi2/status/1310066298
Pfui. -
- http://www.nahportrait.blogspot.com
- Donnerstag, 12. Mär, 2009 @ 08.09:14
jaja, so ein ereignis spiegelt einem die eigenen grenzen. wer nicht angemessen reagiert, wird verurteilt und belehrt..




















...und dann war da noch dieser mysteriöse neue @amoklauf twitter-account, in dessen kurz-bio "focus online" stand, der aber so schnell wieder verschwand, wie er aufgetaucht war...
http://twitter.com/search?q=%40amoklauf&source=navbar