Keine Wunderwaffe: Deutschlands Internetnutzer versetzen der Hoffnung der Verlagbranche einen Dämpfer, Apples neuer Tablet-Rechner iPad werde Bezahlinhalten zum Durchbruch verhelfen und der Kostenlos-Mentalität im Netz ein Ende setzen. In einer Umfrage des Kölner Marktforschers YouGovPsychonomics für turi2 gaben über 60 Prozent der befragten Internetsurfer an, für journalistische Inhalte auf dem iPad rein gar nichts zahlen zu wollen. Immerhin 30 Prozent dagegen wären bereit, regelmäßig Geld für Verleger-Content springen zu lassen. Riesige Umsätze müssen die Verleger aber nicht erwarten, denn nur 1,6 Prozent wären bereit, mehr als 10 Euro im Monat auszugeben. Der Großteil der zahlungsbereiten Umfrageteilnehmer würde bis zu fünf Euro im Monat zahlen (21,1 Prozent). 7,6 Prozent würden bis zu zehn Euro investieren. Befragt wurden bevölkerungsrepräsentativ 1.064 Internetnutzer ab 16 Jahren.
"Spiegel"-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron zeigt sich von dem Ergebnis wenig überrascht, ist jedoch skeptisch angesichts "hypothetischer Umfragen", bevor das iPad überhaupt auf dem Markt ist. "Die Wahrheit erfahren Sie erst, indem sie es ausprobieren", meint er. Ähnlich sieht es auch Focus-Online-Chefredakteur Jochen Wegner. Er glaubt, dass das iPad und seine Nachfolger "zu einer ganz neuen Mediennutzung führen werden". Die Möglichkeit, journalistische Inhalte hochwertig und intuitiv aufzubereiten und zu präsentieren, sei "der Schlüssel für den anhaltenden Erfolg von Magazinjournalismus, und das könnte auch ein Schlüssel für digitale Bezahlmodelle sein", so Wegner. Georg von Waldenfels, Geschäftsführer des App-Entwicklers lb-lab, geht davon aus, dass Paid Content "zunehmend Realität wird". Es werde dabei allerdings "nicht reichen, für journalistische Inhalte per se Geld zu verlangen, sondern für Content in Verbindung mit spannenden Funktionalitäten und somit Mehrwerten für den User, wie sie das iPad optimal bietet."
turi2 - eigener Bericht
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Wenn man die Blog und Social-Networking Landschaft im Netz anschaut, scheint es irgendwo widersinnig für journalistische Inhalte bezahlen zu müssen. Ich denke mal, dass zu begin evtl. einige Leute bereit sein werden, Geld zu zücken. Allerdings nach einiger Zeit und abflachen der Euphorie das Geschäft mit Bezahlinhalten stagnieren wird.
Betrachtet man die Open-Sourcebewegung im Netz scheint es geradezu lächerlich, für solche Inhalte bezahlen zu müssen.
Grüße aus Rosenheim