Allianz der Schwachen: Der kriselnde Handyhersteller Nokia geht mit dem US-Softwaregiganten Microsoft eine strategische Partnerschaft ein und wird künftig dessen Windows Phone 7 als Betriebssystem für seine Smartphones nutzen. Damit sticht Microsoft seinen Erzfeind Google aus, der gehofft hatte, Nokia werde seine Handys mit dem Google-nahen Android-System bestücken. Laut "New York Times" hatten sowohl Microsoft als auch Google mehrere hundert Mio Dollar an Entwicklungs- und Marketingzuschüssen versprochen. Ein Argument für Microsoft ist persönlicher Natur: Der neue Nokia-Chef Stephen Elop war jahrelang Topmanager bei Microsoft. Börsianer zweifeln schon jetzt an dem neuen Bündnis, die Nokia-Aktie gab heute zeitweilig um zehn Prozent nach. Bernstein-Analyst Pierre Ferragu sagt, Windows Phone 7 habe in den vergangenen Monaten im Smartphone-Markt genauso wenig Fortschritte gemacht wie Nokia. CCS-Analyst Geoff Blaber sagt: "Diese Partnerschaft gründet auf der Angst beider Seiten, von Apple und Google an den Rand gedrückt zu werden. Aber sie ist keine Patentlösung für die Probleme". Mit dem Wechsel zu Windows Phone 7 gesteht Nokia faktisch sein eigenes Versagen ein: Der Konzern hat mit Symbian und MeeGo zu lange auf hauseigene Systeme gesetzt, die denen von Apple, Google und Microsoft unterlegen waren. Vermutlich wird der Deal hunderten oder sogar tausenden von Nokia-Programmierern den Arbeitsplatz kosten.
sueddeutsche.de, spiegel.de, focus.de, basicthinking.de, netzwertig.com, blogs.wsj.com, reuters.com, nytimes.com (Background)

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