T-Mobile US AT&T VerkaufFluch-T: Die Deutsche Telekom zieht die Reißleine und verkauft ihre kränkelnde Tochter T-Mobile USA an den amerikanischen Netzbetreiber AT&T. Der Wettbewerber zahlt dafür 39 Mrd Dollar, davon 25 Mrd in bar und 14 Mrd in Form von Aktien. Damit erhält die Telekom acht Prozent an AT+T, Telekom-Chef René Obermann bekommt zudem einen Sitz im Board der bisherigen Nummer zwei auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt. Derweil äußern amerikanische T-Mobile-Kunden ihren Unmut über den Verkauf und gründen eine Gruppe "Rettet T-Mobile". Mit dem Verkauf der US-Tochter beendet die Telekom ihr etwa zehnjähriges Abenteuer, das der frühere Vorstandschef Ron Sommer im Jahr 2000 für rund 51 Mrd Euro eingegangen war. Zwar konnte die Telekom mit dem USA-Geschäft zunächst die Schwäche in Deutschland auszugleichen, zeitweise kam rund ein Drittel des Konzernumsatzes aus Amerika, doch Stagnation und Kundenverlust machten den Bonnern das US-Geschäft zuletzt mehr und mehr madig. Ein verspäteter Netzausbau und fehlende Exklusiv-Geräte wie das iPhone sorgten für Verdruss. Für AT&T bietet der Deal die Möglichkeit, sein Netz schnell zu erweitern, nach der Fusion mit T-Mobile USA wird AT&T mit deutlichem Abstand die neue Nummer 1 im US-Mobilfunkmarkt, vor Verizon Wireless. Mit dem Erlös aus dem Verkauf will Telekom-Chef René Obermann Schulden tilgen und eigene Aktien zurückkaufen. Zudem soll der Fokus wieder stärker auf Wachstum in Europa liegen. Im Kern steht der Ausbau der schnellen Netze sowie die Entwicklung moderner Internetprodukte, etwa internetfähige Stromzähler, das Internet im Auto oder ein der kürzliche vorgestellte Online-Kiosk. Die neuen Bereiche sollen im Jahr 2015 etwa eine Milliarde des Konzernumsatzes erwirtschaften.
welt.de, handelsblatt.com, ftd.de, faz.net, sueddeutsche.de, mashable.com, blogs.telekom.com, facebook.com/SaveTMobile

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