ProquotefrauenFrauen-Chefquote als Medienthema: Rund 350 deutsche Journalistinnen machen mobil für mehr Frauen in den Führungsriegen deutscher Zeitungen, Magazine und Sender. In einem offenen Brief an rund 250 Chefredakteure fordert "Pro Quote" eine Frauenquote von 30 Prozent für Führungspositionen in den kommenden fünf Jahren. "Es ist Zeit, etwas zu ändern", heißt es in dem knappen, aber bestimmten Schreiben. Dabei bedienen sich die Medienfrauen eines Zitats von "Handelsblatt"-Chefredakteur Gabor Steingart, der bekannte, Frauen seien "nicht das Problem, sondern die Lösung” und die Einführung einer Frauenquote für die Führungspositionen in seiner Redaktion ankündigte. Bislang sind dort jedoch nur zwei Schlüsselpositionen mit Frauen besetzt. Erste Reaktionen auf den offenen Brief gibt es u.a. von "Geo"-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede, der vorrechnet, dass bei ihm 8 von 10 Führungsposten weiblich besetzt sind. Und Uwe Vorkötter, Chefredakteur der "Berliner Zeitung", kommentiert die Forderung nach 30 Prozent Frauenanteil mit den Worten "kein Problem. Diese Anforderung erfüllen wir heute schon. Wirklich." Weniger euphorisch zeigte sich am Sonntag "Spiegel"-Chefredakteur Georg Mascolo, der bei einem Talk mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sehr diplomatisch bekannte: "Die Quote ist in einem Unternehmen wie dem 'Spiegel' nicht das richtige Mittel." Er werde sich zwar dafür einsetzen, dass man dem Ziel einen "großen Schritt" näher käme, jedoch hänge dies auch davon ab, inwiefern Frauen auch tatsächlich in die Top-Positionen drängten. Namhafte Unterstützerinnen der Aktionen sind u.a. "taz"-Chefin Ines Pohl, RTL-Auslandskorrespondentin Antonia Rados und die ARD-Polit-Talkerinnen Anne Will und Sandra Maischberger.
sueddeutsche.de, meedia.de (Mascolo), pro-quote.de (Forderungen), pro-quote.de(Reaktionen)

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