Zynga_PinkusEmanzipationsbewegung: Die Spieleschmiede Zynga startet mit Zynga.com ein eigenständiges Portal für Onlinespiele - und will damit neue Zielgruppen samt neuer Einnahmen erschließen. Die Spieler können miteinander live in Kontakt treten und neue Spielpartner suchen - social networking light quasi. Zudem öffnet Zynga seine Plattform, die 240 Mio Spieler registriert hat, für Entwickler, wie es Facebook mit so großem Erfolg vorgemacht hat. Die Strategie zielt auf Erschließung neuer Einnahmequellen wie Werbung, denn bisher hat Zynga Geld fast nur mit dem Verkauf von virtuellen Gütern verdient. Im letzten abgeschlossenen Quartal machte das Spielenetzwerk zwar 311 Mio Dollar Umsatz, fuhr wegen der Kosten des Börsengangs aber unterm Strich 435 Mio Dollar Verluste ein. Der Börsengang im Dezember brachte immerhin eine Mrd Dollar in die Kassen, doch muss Zynga-Chef Mark Pincus nun eine neue Erfolgsstory erzählen. Für Facebook ist das eigene Zynga-Netzwerk keine gute Nachricht: Zum ersten Mal macht sich eine der treibenden Kräfte hinter Facebook selbständig, wo Zeitvernichter "FarmVille" oder "Mafia Wars" die Verweildauer der Mitglieder nach oben treiben. Die neue Plattform bietet zunächst nur eine Auswahl mit "CastleVille", "Zynga Poker", "Hidden Chronicles" und "CityVille". Auch sind die Spieler über "Facebook Connect" noch fest ans Mutterschiff angedockt, Zahlungen werden ebenfalls noch ausschließlich über Facebook abgewickelt. Ziel dürfte aber sein, dass Nutzer bei Zynga mit Leuten spielen können, die entweder nicht bei Facebook sind oder nicht zum eigenen Facebook-Freundeskreis gehören.
nytimes.com, cnet.com, businessinsider.com, wiwo.de, ftd.de

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