Axel Sven Springer dpa7106703Störfeuer zum Jubiläum: Der 46-jährige Springer-Enkel Axel Sven Springer (genannt: "Aggi") legt pünktlich zu den Feierlichkeiten rund um den 100. Geburtstag von Verlagsgründer Axel Caesar Springer ein Buch vor, in dem er sich erneut zum betrogenen Erben erklärt. Provokanter Titel des 288-Seiten-Werkes: "Das neue Testament - Mein Großvater Axel Springer, Friede, ich und der Strippenzieher: Die wahre Geschichte einer Erbschaft". Fast vier Jahren nach seinem verlorenen Erb-Prozess sucht Aggi zudem in einem großen "Spiegel"-Interview öffentliche Aufmerksamkeit. Zielscheibe seiner Aktion ist erneut Axel Springers Witwe Friede, seine Stiefgroßmutter, der er vorwirft: "Sie hat hingenommen, dass mir Unrecht angetan worden ist." Sieben Jahre lang hatte Aggi um sein Erbe prozessiert - vergeblich. Statt wie ursprünglich vorgesehen 25 Prozent bekam er nur 5 Prozent am Verlag des Großvaters - weil er 1985 einer unbeglaubigten Testamentsänderung zugestimmt hatte. Erst 2002 klagte er gegen Testamentsvollstrecker Bernhard Servatius wegen Urkundenunterdrückung und Betrug. 2008 unterlag er vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht, der BGH ließ eine Revision nicht zu. Jetzt bleiben ihm nur noch verbale Schläge: "Es geht einfach darum, dass der letzte Wille meines Großvaters nicht so umgesetzt wurde, wie er hätte umgesetzt werden müssen. Darauf hat er aber ein verdammtes Recht", so der enttäuschte Springer-Spross. Allein ums Geld gehe es ihm nicht, so der Erbe. "Ob 100 oder 500 Millionen, beides ist so viel Geld, da bekomme ich wie Sie einen Schreck", sagt er dem "Spiegel". Etwas mehr Dankbarkeit erwarte er, und dass Friede Springer noch einmal über alles mit ihm reden werde. Neue Erkenntnisse bringen weder das Interview noch - vermutlich - das Buch, ein Ärgernis für den feiernden Springer-Konzern ist das neuerliche Aufbegehren des Enkels allemal. (Foto: dpa)
spiegel.de, meedia.de, "Süddeutsche Zeitung" S. 16, turi2.de (Background)

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