DreigestirnSpiegelMachtkampf beim "Spiegel": Print-Chefredakteur Georg Mascolo fordert nach übereinstimmenden Branchenberichten vehement, das Online-Angebot kostenpflichtig zu machen, um die sinkende Auflage des gedruckten "Spiegel" zu stützen - und gerät damit selbst in die Kritik. Angeblich sprechen die Gesellschafter bereits über eine mögliche Ablösung von Mascolo - was der Verlag aber deutlich dementiert. Mascolo hat Sorgen, die kostenlosen Onlineinhalte könnten den Heftverkauf kannibalisieren. Digital-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron argumentiert vehement gegen eine Paywall und hat offenbar auch Geschäftsführer Ove Saffe auf seiner Seite. Sie fürchten, dass Spiegel Online hinter Bezahlschranken zum Nischenangebot verkümmert und sein wachsendes Anzeigengeschäft gefährdet. Unterstützung findet Mascolo wohl bei einem Teil der Print-Redakteure. Offensichtlich ist die Sachfrage durch eine Personaldebatte überlagert: Mascolo und Blumencron können nicht miteinander, Teile der Mitarbeiter geben Mascolo die Schuld an Auflagenrückgang, schlechtem Betriebsklima und mangelnder Frauenförderung. Der Erfolg der Onliner ist offensichtlich: spiegel.de legte im März laut Agof um 10,4 Prozent auf 11,3 Mio Besucher zu. Die Printausgabe verkaufte im 1. Quartal laut IVW nur noch 933.394 Hefte, 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr.
horizont.net, meedia.de, wirres.net (Kommentar von Felix Schwenzel)

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