Spiegel-Konferenz_550Markwortesk: Der "Spiegel" bereitet seinen Lesern ein Déjà-vû-Erlebnis und rückt in seiner Heftwerbung den Chefredakteur in den Mittelpunkt. Ganz im Stile eines frühen Helmut Markwort ("Fakten, Fakten, Fakten") sitzt Chefredakteur Georg Mascolo mit vorgeschobenem Kinn im Fokus der Redaktionskonferenz und treibt seine Kollegen mit seiner puren Aura zu journalistischen Höchstleistungen. Verkauft wird das Ganze ganz unbescheiden als "die Konferenz, vor der Politiker zittern". Ein neuer Stil, auch in der Werbung: Seit dem Abgang von Stefan Aust galt die "Spiegel"-Redaktion als jeder Form von Personenkult abgeneigt. Auch in der Fernsehwerbung steht - für den "Spiegel" eher untypisch - die eigene Redaktion im Mittelpunkt: Ein dynamisch den Kopf wendender Mascolo steht für "Denken", die Kollegen für "Recherchieren, Nachfragen, Anzweifeln, Prüfen, Bewerten, Entscheiden, Schreiben, Drucken, Wissen". Dazu der martialische Spruch aus dem Off: "Alle Fakten, alle Hintergründe." Dann folgt der Hinweis auf das aktuelle Heft und dessen Titelthema, am Ende kommt als Schrift-Einblendung dann noch der gute alte Spruch "Spiegel-Leser wissen mehr." Die millionenschwere Heft-Kampagne startet noch vor Pfingsten, sie stammt von Jung von Matt in Hamburg.
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