Betriebsräte gegen Döpfner: Insgesamt 14 Betriebsräte großer Hamburger Verlage - darunter Bauer, Gruner + Jahr, Milchstraße, Zeitverlag, "Hamburger Morgenpost" und Spiegelnet - protestieren in einem offenen Brief an den Springer-Chef Mathias Döpfner gegen den drohenden Rausschmiss von 48 Mitarbeitern der "Computer Bild". Diese wehren sich erbittert gegen eine Überführung in die tariflose Computer Bild Digital GmbH. Die geplante Ausgliederung sei eine "Aushebelung tariflicher Standards", die letztlich "den ganzen Beruf des Journalismus abwerten" würde, schreiben die Arbeitnehmer-Vertreter. Sie appellieren an Döpfner als "obersten Repräsentanten eines traditionsreichen Verlagshauses", seine Entscheidung noch einmal zu überdenken, "wahre Größe" zu zeigen und die Mitarbeiter nicht zu entlassen. Schließlich hätten die Betroffenen mit ihrer Arbeit "wesentlichen Teil zu den glänzenden Ergebnissen des Springer-Verlages beigetragen". Dass sich der Springer-Chef von den Zeilen der Betriebsräte überzeugen lässt, darf allerdings bezweifelt werden. Schließlich hat Döpfner bei der Kündigung der "Computer Bild"-Redakteure schon eine Reihe von offenen Briefen erhalten - und ignoriert. (Montage: turi2, Foto: dpa).
meedia.de, 2axbecker.blogspot.de, pressebox.de
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- Freitag, 29. Jun, 2012 @ 10.41:18
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- Freitag, 29. Jun, 2012 @ 11.36:41
Es ist nicht die erste Ausgliederung, die ein deutscher Großverlag durchzieht. Wer sich verkalkuliert hat, liegt eigentlich auf der Hand. Es sind immer machtlosere Gewerkschaftsfunktionäre, die eigene Organisationsinteressen haben und ahnungslose Redakteure in einen Kampf schicken, den sie nur verlieren können.
1. Alle betroffenen Zeitschriften erscheinen ganz normal. Die Freistellung von ca. 50 Redakteuren ist jedenfalls draußen nicht aufgefallen.
2. Das Angebot von Springer, in der ausgegliederten GmbH zu gleichen Bedingungen, aber ohne Tarifvertrag weiterzumachen, haben rund 40 Mitarbeiter angenommen. Sie haben nichts verloren. Lücken lassen sich offenbar durch Freie sofort füllen.
3. Den rund 50 Betroffenen, die nicht in die GmbH wechseln und auch nicht gegen sehr gute Abfindung ausscheiden wollen, haben die Funktionäre erklärt, ohne Tarifvertrag seien sie faktisch "vogelfrei" und könnten vor allen gekündigt werden. Der Witz ist nun, daß nur die, die so eine Kündigung vermeiden wollten, tatsächlich betriebsbedingt gekündigt werden, während die ohne Tarifvertrag munter weiter beschäftigt sind.
4. Die Gründe der betriebsbedingten Kündigungen sind kaum zu widerlegen. Durch die Auslagerung ist ja wirklich keine Arbeit mehr da. Beim Arbeitsgericht geht es in solchen Fällen meist nur noch um Randaspekte wie etwa Sozialauswahl. Wie in 90% der Fälle legt das Gericht einen Vergleich nahe, meist so 3 oder 4 Monatsgehälter Abfindung. Das wäre ein schlechtes Geschäft für die Arbeitnehmer, denn für vorheriges freiwilliges Ausscheiden ohne Prozeß hat Springer bis zu 14 Monatsgehälter geboten.
Es ist klar, das man den Betroffenen sein Beileid aussprechen sollte. Sie haben auf Funktionäre gehört und nun droht Hartz 4 .. .
Ich bin weder Verlagsangehöriger noch betroffener Mitarbeiter, ich denke selber.
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- Freitag, 29. Jun, 2012 @ 16.32:56
An den Merkzettel:
"
Es sind immer machtlosere Gewerkschaftsfunktionäre, die eigene Organisationsinteressen haben und ahnungslose Redakteure in einen Kampf schicken, den sie nur verlieren können."
Ich wage zu bewzeifeln, dass die betroffenen Redakteure ahnungslos sind und sich vor irgendeinen Funktionärskarren spannen lassen. Ich denke, die Vorgehensweise hat denen von ganz alleine nicht geschmeckt, und deswegen haben sie sich auch selbstständig gewehrt.
Zu 2. Das mag zumindest kurz- oder sogar mittelfristig stimmen; an dieser Stelle fehlt mir allerdings ein plausibler Grund, weshalb so ein großes Interesse vonseiten des Verlages besteht, die Redakteure aus der Tarifbindung herauszuholen. So ein Spektakel veranstaltet niemand, der nicht mittel- bis langristig vorhat, die Lohnkosten zu minimieren. Denn wenn für die Redakteure alles so bliebe wie es ist, dann könnte doch einfach alles so bleiben wie es ist. Auch die Beschäftigungsverhältnisse bei der CoBi-Gruppe.
Zu 3. Von mir ein Jein. Sicher haben diejenigen, die den Betriebsübergang mitgemacht haben, znächst noch Kündigungsschutz. Aber siehe Punkt 2: Warum der ganze Aufstand, wenn der Verlag nicht mittelfristig Änderungen vornehmen möchte? Dann hätte er ja auch in der GmbH eine Anbindung an den Tarifvertrag anbieten können. Hat er aber nicht. Das lässt vermuten, dass es nach Ablauf des Kündigungsschutzes möglicherweise doch Änderung gibt. Zum Beispiel Änderungskündigungen mit dem großzügigen Angebot, mit schlechterer Bezahlung den gleichen Job weiterzumachen.
Zu 4: "Die Gründe der betriebsbedingten Kündigungen sind kaum zu widerlegen. Durch die Auslagerung ist ja wirklich keine Arbeit mehr da." So gesehen stimmmt das. Aber das ist ja nun eine absichtlich herbeigeführte künstliche Verknappung der Arbeit. Die Arbeit ist natürlich nach wie vor da, nur woanders. In der nicht-tarifgebundenen GmbH. Das ist ein bisschen wie bei den Banken "Ihr Geld ist nicht weg, es ist nur woanders".
Hartz 4 droht erst, wenn kein ALG 1 mehr gezahlt wird, und das ist meist 1 Jahr lang der Fall.
Mit dem Beileid für die Betroffenen bin ich voll bei Dir. Aber nicht, weil sie eventuell auf Funktionäre gehört haben. Ich bin überzeugt, dass sie auf ihre Überzeugung und ihren Verstand gehört haben, und das ist gut so. Gute Arbeit muss anständig honoriert werden, und mit dem Betriebsübergang kann doch vonseiten des Verlags nur das Ziel verfolgt werden, das zu ändern.
Ich bin ebenfalls weder Verlagsangehöriger noch betroffener Mitarbeiter, und ich denke ebenfalls selber. Aber anders ;-)-
- Freitag, 29. Jun, 2012 @ 20.35:14
@ Serviervorschlag:
Ich hätte es nicht besser formulieren können. Nur ein paar Anmerkungen noch: Angeblich verdienen die Titel ja Geld. Wenn man dann ohne Not die Mitarbeiter schlechterstellen will, riecht das doch sehr nach KDHNV - Kriegt den Hals nicht voll. Wenn man "nur" der Meinung ist, 80 Mitarbeiter seien für die drei Titel zu viele, hätte man das sicher auch geräuschloser und auf für alle Beteiligten angenehmere Art machen können. Der Ex-Chefredakteur der Gruppe, Hans-Martin Burr, hat aus seinen Motorpresse-Zeiten Erfahrungen im unerfreulichen Geschäft des Kündigen-Müssens...-
- Samstag, 30. Jun, 2012 @ 14.35:08
Lieber DAG-Zweifler, so funktioniert es im Wirtschaftsleben nicht. Es ist schon richtig, dass es den Cobi-Titeln noch ganz gut geht. Wer aber in guten Zeiten nicht vorsorgt, steht in schlechten da wie Griechenland vor Angela Merkel. Mit Print geht es generell bergab, die Auflagen und die Anzeigenerlöse bei Cobi sinken. Also ist jetzt die Zeit für die harten Schnitte. Springer/Döpfner handeln richtig.
Vermutlich geht es dem Verlag nicht so sehr um Geld. Das ist da. Schließlich hat er Weiterbeschäftigung zu bisherigen Konditionen oder eine Super-Abfindung von bis zu 14 Monatsgehältern angeboten. Es geht um die Bevormundung durch Gewerkschaftsfunktionäre und ihre Tarifverträge. Ich möchte in meinem Betrieb auch keine Fremden haben, die mir erklären, wie ich zu wirtschaften habe. Wie man bei Cobi sieht, geht es gut ohne Tarifvertrag. Die einzigen, die endgültig überflüssig sind, wenns keine Tarife mehr gibt, sind die Funktionäre (auch im Arbeigeberverband). Egoistische Funktionäre lähmen das ganze Land, sie sind überflüssig.
Im Wohlfahrtsstaat ist das Grundverständnis von solider Wirtschaft abhanden gekommen. Dazu gehört die simple Einsicht, dass gerade dann, wenn alle "gleich" sind, eben auch niemand dem anderen etwas schuldet, schon gar nicht ein lebenslang sicheres hohes Einkommen.-
- Samstag, 30. Jun, 2012 @ 15.43:22
Wandelstern: "Dazu gehört die simple Einsicht, dass gerade dann, wenn alle "gleich" sind, eben auch niemand dem anderen etwas schuldet, schon gar nicht ein lebenslang sicheres hohes Einkommen." Hast Du Dir schonmal einen Tarifvertrag durchgelesen? In einem Tarifvertrag geht es nicht darum, dass alle gleich sind, sondern nach Leistung bezahlt werden. Und zwar angemessen.
Das Wirtschaftsleben funktioniert sicher auch nach Deinen Vorstellungen... aber auf wessen Schultern werden die harten Einschnitte dann ausgetragen? Die Sparmaßnahmen, die ich bislang mitbekommen habe, hatten meist die Folge, dass das "gemeine Volk" sie zu spüren bekam, während diejenigen, die eine Krise verursacht haben, ungeschoren davonkamen und sich die Taschen noch voller stopfen konnten. (
Bankenkrise. Das waren nicht die Geringverdiener, die die ausgelöst haben.)
Und in Griechenland waren es nicht die Busfahrer, Bauern, Arbeiter, die die Kohle verprasst haben. Aber gerade die müssen drunter leiden.
Und sicher geht es bei Cobi auch ohne Tarifvertrag. Der Spargel schmeckt wahrscheinlich genauso gut, wenn er von Leuten gestochen wurde, die 1 Euro pro Stunde bekommen - und es finden sich für jeden Job Leute, die ihn für weniger Geld machen. Das ergibt dann eine 1A-Abwärtsspirale, und die Schere öffnet sich immer weiter.
Für solche prophylaktisch vorgenommenen Sparmaßnahmen wie Springer sie gerade vorführt habe ich persönlich wenig Verständnis. Und wenn Sparmaßnahmen tatsächlich notwendig sein sollten, hätte es sicher andere Lösungen gegeben als eine Aushebelung der Tarifbindung.-
- Samstag, 30. Jun, 2012 @ 17.44:42
Servierschlag
Da hier ja unterschiedliche Meinungen erlaubt sind, will ich nur kurz klarstellen:
1. Es ging um die Grundlagen der Marktwirtschaft, als ich meinte, unter Gleichen schulde niemand anderen irgendetwas. Jeder muss für sich selbst sorgen.
2. Tarifverträge kenne ich fast alle. Sie werden zumindest formal freiwillig geschlossen und gelten dann natürlich auch. Ich teile aber die Meinung nicht, dass sie heute in der Medienbranche noch sinnvoll sind. Auch sehe ich nicht, dass Tarifverträge "Leistung" bezahlen. Man weiss ja schon nicht, was "Leistung" im Journalismus ist - ist es Auflage, Quote? Man weiss auch nicht, was "Qualität" ist. Der Tarif für Tageszeitungen z.B.belohnt ganz klar Immobilität und Sitzfleisch, "Leistung" ist Nebensache.
3. Veränderungen in Politik und Wirtschaft wirken sich zwangsläufig auf das "gemeine Volk" aus. Die Ansicht, nur diejenigen, die die Entscheidungen treffen, dürften in Haftung für die Folgen genommen werden ("Wir zahlen nicht für eure Schulden"), ist lebensfremd. Es ist eben eine Illusion zu glauben, es könnte jemals Gerechtigkeit in diesem Sinne geben. Das Politiker eben solche Ideen propagieren, zeigt halt ihre Charakterlosigkeit. Leider hat Tucholsky recht: "Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur Menschen, die herrschen, und solche, die beherrscht werden."
4. Der einzige Grund, warum viele Menschen in Bangla Desh oder Süd-Indien überhaupt Arbeit haben (in der Textilindustrie), sind die niedrigen Löhne. Zu deutschen Löhnen macht es Herr Grupp am Bodensee besser. Meine Vorfahren sind zu Wohlstand gekommen, weil sie billiger als die damals führende englische Industrie anbieten konnten. Über den Schreibtisch im Kontor hing der Spruch "Per aspera ad astra". Mit Tarifverträgen und Gewerkschaftsfunktionen wären sie "gemeines Volk" geblieben.
5. "Prophylaktische Sparmassnahmen" ist vielleicht nicht ganz richtig. Wenn ich bei schneller Fahrt eine enge Kurve vor mir sehe, bremse ich, notfalls heftig. Wer bis zum Crash warten möchte, sollte zu Risiken und Nebenwirkungen den Bestatter seines Vetrauens befragen.
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- Samstag, 30. Jun, 2012 @ 15.15:24
@Merkzettel:
zu 1.: Klar erscheinen die Zeitschriften weiter. Die ersten Ausgaben, die nach dem Teilbetriebsübergang ab 1. Juni in der GmbH produziert wurden, waren ja von den AG-Redakteuren recht gut vorbereitet werden. Ob die gewohnte Qualität aufrechterhalten werden kann, wird sich zeigen. Die Freistellungen sid übrigens sehr wohl auch "draußen" aufgefallen - zumindest Leuten, die Stellenanzeigen lesen. COMPUTERBILD.de sucht derzeit ca. 15 neue Mitarbeiter.
zu 2.: Natürlich haben die übergangenen Mitarbeiter etwas verloren, u. a. die Tarifbindung. (Die Tarifverträge, auf die sich die Arbeitsverträge beziehen, gelten nur statisch weiter.)
zu 3.: Woher weißt du, dass "die Funktionäre" so etwas verbreitet haben? Wer hat das wann gesagt?
zu 4.: Die von dir genannten Zahlen entsprechen nicht dem, was der Hamburger AG-Betriebsrat im Sozialplan ausgehandelt hat (unterstützt von Streikaktionen der größtenteils gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter).-
- Samstag, 30. Jun, 2012 @ 18.11:08
pjebsen
Stimmt es eigentlich, dass der Hamburger Springer-Betriebsrat (Mitglied P. Jebsen, DJV) auf gerichtlichen Beschluss mit weniger Mitgliedern neu gewählt werden muss? Und stimmt es auch, dass nun ein grosses Hauen und Stechen unter den Gewerkschaftsfunktionären um die verbliebenen Sitze ausgebrochen ist? Gilt der Sozialplan überhaupt, wo er doch von einen illegalen Betriebsrat ausgehandelt wurde? Und wurde der ganze "Skandal" um Cobi nur hochgezogen, weil P. Jebsen im "Wahlkampf" ist?
1. Da sind wir ja einig, die Zeitschriften erscheinen alle weiter. Nur darauf kommt es an, das Rumoren derer, die auf Rat der Funktionäre draussen geblieben sind, ist dem Rest der Welt egal. Und wenn tatsächlich 15 neue Mitarbeiter gesucht werden, ist das prima.
2. Die "übergegangenen" Mitarbeiter wurden zu nichts gezwungen, sondern waren offenbar der Meinung, dass "Tarifbindung" heute keine Bedeutung mehr hat. Sie haben nichts "verloren", sondern sich einer Last entledigt.
3. Marxistische Dialektik: Erst offene Briefe schreiben und im Internet "Info-Seiten" mit Horrorgeschichten füllen und dann treuherzig von nichts wissen.
4. Wenn die genannten Zahlen falsch sind, ist ja keiner der beteiligten Gewerkschaftsfunktionäre gehindert, die richtigen Daten zu nennen. Vielleicht fällt es der schockierten Öffentlichkeit dann endlich wie Schuppen von den Augen. Wer "falsche" Zahlen moniert, aber nicht erklären kann, wie es richtig ist, will uns wohl veräppeln.
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- Samstag, 30. Jun, 2012 @ 20.02:50
@ Merkzettel: So, so - Sie sind kein Betriebsangehöriger...
Na denn: Heinrich Bauer - Sie sind erkannt!
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- Samstag, 30. Jun, 2012 @ 20.19:30
@Merkzettel, was sollen solche rhetorischen Fragen? Du kennst die Antwort in Sachen BR-Neuwahl. Unter anderem kress hat darüber berichtet. Darüber hinaus gehen dich Listen-Interna nichts an. Ich will ja auch deine hanebüchenen Vorurteile über "Gewerkschaftsfunktionäre" nicht enttäuschen (wobei du mir irgendwann mal erklären musst, wie du darauf zu kommen scheinst, dass Springer-BR-Wahlen von "Funktionären" unterwandert sein könnten).
Zu 1.: Du scheinst dich wenig mit professioneller Zeitschriftenproduktion auszukennen. Es kommt für den Erfolg eines Magazins nicht nur darauf an, dass irgendwelches bedrucktes Papier am Kiosk liegt.
Zu 3.: In anderen Worten: Deine Behauptung über angebliche Äußerungen "der Funktionäre" ist einer der üblichen Rauchbomben, zu denen du keine Details nennen kannst.
Zu 4.: Springer-Mitarbeiter sind wie die Mitarbeiter vieler Firmen verpflichtet, Interna nicht extern zu verbreiten. Ich bin im Gegensatz zu dir so offen, dass ich mit einem nachvollziehbaren Usernamen autrete. Daher kann ich kein Insiderwissen ausplaudern.
(Wenn dich das stört, versuch mal, in der Öfentlichkeit Mitglieder- und Finanzdetails vom DJV Brandenburg herauszubekommen. ;-) ) -
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 09.43:24
Definitiv verlieren die Mitarbeiter der CoBi nur ihre Tarifbindung. Was solls? Es gibt doch kaum noch Verlage, die im Tarif sind und das dürfte auch der Hintergrund der Aktion sein. Warum bietet man Abfindungen für die Verweigerer an um dann später allen anderen in der GmbH ebenfalls den Rausschmiss gegen Abfindung zu servieren. Das ist doch Unsinn.
Auch Gehaltskürzungen müssen künftig begründet werden und unterliegen dem Plazet des Betriebsrat, wie bisher bei der AG. Auch hier wird fälschlicherweise Angst verbreitet
Dass es nur um die Tarifbindung geht zeigt sich im Verhalten der Gewerkschafter, die jetzt Zeter und Mordio schreien, da sie weiter an Einfluss verlieren.
Möglicherweise ist es ja auch Wahlpropaganda von Peter Jebsen, der als Betriebsrat Aktivitäten zeigen will. Schließlich verliert er ja demnächst durch die Ungültigkeit der Betriebsratswahl von 2010 seinen komfortablen Status der Unkündbarkeit und muss neu antreten. Hat er unter diesem Aspekt den Streit eskaliert? Man könnte es vermuten. Cui bono!
Ich habe langsam massive Zweifel, ob es wirklich um die Mitarbeiter geht.-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 11.35:12
@Niedermeyer
Die Zweifel werden zur Gewissheit. Es ging bei Cobi nie um die Mitarbeiter. Die wurden an der Nase herumgeführt und für den Egoismus zynischer Funktionäre übel missbraucht. Wetten, dass die Gewerkschaften sie jetzt, wo alles misslungen ist und alle Protestler auf der Strasse stehen, im Regen stehen lassen?
Sehen wir uns die Fakten an. Wer das Angebot angenommen hat, zu bisherigen Bedingungen in die GmbH zu wechseln, hat Arbeit und Lohn wie bisher. Denn der Arbeitsvertrag geht über und ändert sich nicht. Die Tarifbindung entfällt nicht einmal sofort, sondern erst bei Abschluss eines neuen Tarifvertrags irgendwann einmal.
Während die Redakteure keinen Tarifvertrag brauchen und keinen wollen, hängt die Existenz von Gewerkschaften und ihrer Funktionäre von Tarifverträgen ab. Es ging also bei Cobi darum, möglichst vielen Mitarbeitern möglichst viel Angst zu machen und dabei zu verschweigen, dass es nicht um sie, sondern um die fetten Pöstchen unkündbarer freigestellter Betriebsräte wie Herrn Jebsen geht, der zufällig auch noch Gewerkschaftsfunktionär (DJV) ist. Andere sind bei Ver-di, was kein grosser Unterschied ist.
Es wurden bei Cobi Dumme gesucht und leider gefunden. Die haben sich einreden lassen, dass sie einen Tarifvertrag brauchen und der sie vor Lohnsenkung und Kündigung schützt, bis sie dereinst in Rente gehen. Fakt ist, dass genau diese wohl recht naiven "Gläubigen" jetzt die betriebsbedingte Kündigung auf dem Tisch haben. Funktionär Jebsen ist in Schweigen verfallen. Man tröstet bis zur Betriebsratswahl mit dem Hinweis, man könne ja das Arbeitsgericht anrufen. Das kann man tatsächlich. Wenn es dort richtig gut läuft, gibt es einen Vergleich mit vielleicht 4 Monatsgehältern Abfindung. Wer vorher freiwillig gegangen ist, hat bis zu 14 Gehälter vermutlich schon auf dem Konto und kann in aller Ruhe einen neuen Job suchen oder auch nicht.
Es fällt ja auf, dass die Kampagne in Hamburg erst richtig losging, als das Landesarbeitsgericht die Neuwahl des Betriebsrats anordnete und ein grosses Rangeln um die weniger gewordenen Arbeitsfreistellungen mit Unkündbarkeit ausbrach. Wenn es noch so etwas wie Gerechtigkeit gibt, fällt Jebsen bei der Wahl nun krachend durch. Hoffentlich ist vielen ein Licht aufgegangen, welch böses Spiel gerade Jebsen (Ex-Cobi!) mit ihnen getrieben hat. Die Seriösen und Ehrlichen in der Gewerkschaft, die es hoffentlich auch noch gibt, sollten sich überlegen, wer da unter ihrer Fahne segelt.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.16:25
Ach ja, "Ex-Cobi!" ist auch falsch. Wenn schon die "Fakten" nicht stimmen, kann sich ja jeder selbst ausrechnen, wie glaubwürdig die Einschätzungen sind.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 14.19:20
"Ex-Cobi" ist richtig, jedenfalls wenn man Herrn Jebsen glauben will. Denn er gibt sich z.B. in seinem Lebenslauf und in Interviews als "leitender Redakteur bei Audio Video Foto Bild" aus. Diese Zeitschrift gehört unstreitig zur Computerbild-Gruppe. Zugleich erklärt Herr Jebsen hier in dieser Liste "Ich WAR Redakteur ..." Ja, was denn nun? Die Lösung dürfte sein, dass Herr Jebsen im Jahre 2010 in den lokalen Hamburger Betriebsrat der Springer AG einrückte. Er ist kein Redakteur mehr ("Ich WAR ..."), wenn er von der Arbeit freigestellt ist. Dann ist seine Aussage, er sei Redakteur, falsch. Er ist Redakteur, wenn er zwar Betriebsrat, aber nicht freigestellt ist. Dann ist seine Aussage "Ich WAR Redakteur ..." falsch. Nun kann sich jeder aussuchen, warum er Jebsen NICHT glauben mag.
Auch seine Angabe, die gewerkschaftlichen Proteste hätten schon vor der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts begonnen. Das stimmt zwar, ist aber irreführend. Denn in erster Instanz (Arbeitsgericht Hamburg) war bereits 2010 entschieden worden, dass die Betriebsratswahl ungültig ist. Mit der Bestätigung durch das Landesarbeitsgericht war aufgrund der mündlichen Verhandlung lange vorher zu rechnen.
Man möchte nun wirklich von Herrn Jebsen etwas zur drohenden Arbeitslosigkeit der Gekündigten "Tariftreuen" hören, statt immer neuer Haarspaltereien.-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 14.39:56
@Wandelstern, was sollen depperte Vermutungen, wenn die Fakten so leicht zu klären sind?
Ich war niemals hauptamtlicher Betriebsrat, sondern arbeitete bis zum Zeitpunkt des Teilbetriebsübergangs bei AUDIO VIDEO FOTO BILD. Ab Montag bin ich in einer anderen Redaktion tätig.
Was gibt es daran nicht zu glauben?
Du behauptest fälschlicherweise, dass die Kampagne erst nach der LAG-Entscheidung richtig losging und beziehst dich jetzt plötzlich auf die erste Instanz. Damals (2010) hätten gar keine Protestaktionen starten können, da der Teilbetriebsübergang erst 2012 verkündet wurde. Das eine hat also mit dem anderen rein gar nichts zu tun.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 13.54:52
@Wandelstern, re: "Es fällt ja auf, dass die Kampagne in Hamburg erst richtig losging, als das Landesarbeitsgericht die Neuwahl des Betriebsrats anordnete (...)"
Das stimmt ebenfalls nicht! Die Proteste begannen zu dem Zeitpunkt (Ende Februar), als der Teilbetriebsübergang verkündet wurde - und zwar aus der Redaktion heraus. Auch die drei Warnstreiks fanden *vor* der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts statt. Das lässt sich alles nachlesen - wenn man an Fakten statt an Propaganda interessiert ist.-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 18.35:40
@pjebsen
Das stimmt sehr wohl. Ende Februar war aufgrund der Akten klar, dass das Landesarbeitsgericht die Beschwerde des illegalen Betriebsrats (Mitglied P. Jebsen)gegen das erstinstanzliche Urteil zurückweisen wollte. Dass die Entscheidung erst im April förmlich verkündet wurde, ändert daran nichts. Weil im Februar bekannt war, dass der Betriebsrat neu gewählt werden musste, brach sofort der Wahlkampf los. Dafür und nur dafür haben egoistische Funktionäre, die sich die Betriebsratsprivilegien sichern wollen, die Cobi-Leute missbraucht. Und jetzt will es keiner gewesen sein. Pfui.-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 19.16:54
@Wandelstern, der Betriebsrat war und ist legal im Amt - die Wahl wurde nicht annulliert. Wenn du behauptest, dass seit Februar der Wahlkampf läuft, weißt du mehr als ich.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 23.48:29
Im Grunde kann einem diese Klonarmee verblendeter Gewerkschaftshasser, die hier und in anderen Foren zum Thema ihr Unwesen treibt, nur Leid tun. Wer selbst menschlich so weit heruntergewirtschaftet hat, dass er sich Handeln aus eigenem Antrieb auch bei Anderen gar nicht mehr vorstellen kann, der sollte dringend empathische, aber professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 11.57:04
@Niedermeyer, entweder weißt du nicht, dass ich kein "freigestellter Betriebsrat" bin. Dann hättest du dich vielleicht vorher schlau machen sollen. Oder du weißt es und verbreitest hier aus Propagandagründen bewusst Lügen.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.31:30
@pjebsen
Statt auf die Sache einzugehen, verbreiten sie nur die Unwahrheit.
Ist das ihre Funktionärsmethode mit Kritik umzugehen? Statt auf den Inhalt einzugehen, gibt man mit einem unzutreffenden Vorwurf im Stile marxistischer Dialektik Contra. Ich habe das, was sie mir unterstellen, nicht behauptet.
Aus "Schließlich verliert er ja demnächst durch die Ungültigkeit der Betriebsratswahl von 2010 seinen komfortablen Status der Unkündbarkeit und muss neu antreten." entnehme ich, dass ich sie als Betriebsrat bezeichnet habe und das ist doch richtig! Als DJV-Funktionär sollten sie dann aber auf der DJV Hamburg Website sich nicht zur Wahl zum Betriebsrat gratulieren lassen.
Warum stehen sie in keinem Impressum? Beim DJV heißt es, sie wären leitender Redakteur bei Springer. Stimmt das denn auch nicht? Was leiten Sie denn nun?-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.39:52
@Niedermeyer, in welchem Punkt sage ich angeblich die Unwahrheit?
*Du* verbreitest die Fehlinformation, dass ich als Betriebsrat freigestellt bin - und dass ich in keinem Impressum stehe. Im Impressum von COMPUTER BILD kannst du mich natürlich nicht finden, da ich für AUDIO VIDEO FOTO BILD gearbeitet habe.-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.45:00
@Niedermeyer, ups, sorry - ein paar der Fehlinformationen hat "Wandelstern" verbreitet, nicht du. Bei all diesen lächerlichen Pseudonymen, mit denen Conen & Co. in diversen Foren unterwegs sind, kann man ja langsam den Überblick verlieren. ;-)
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 13.52:35
@ Niedermeyer
"Warum stehen sie in keinem Impressum? Beim DJV heißt es, sie wären leitender Redakteur bei Springer. Stimmt das denn auch nicht? Was leiten Sie denn nun?"
Ich bin zwar kein Redakteur, aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass ich erstmal recherchiere, bevor ich jemandem eine Lüge unterstelle. Und da ich kein gedrucktes Exemplar der AVF-Bild zur Hand habe, habe ich in diesem Internet bei diesem Google "audio video fotobild jebsen" eingegeben. Hier ein Bruchteil der Treffer. Aber Obacht! Vielleicht lügen die im Internet ja ALLE!
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/1718878/
http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article13913063/Wie-Sie-iTunes-Match-auf-mehreren-Geraeten-nutzen.html
http://www.presseportal.de/pm/53103/598221/audiovideofoto-bild-startet-die-weltweit-groesste-datenbank-fuer-unterhaltungselektronik-und-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 14.43:57
@serviervorschlag
Die Links kenne ich auch. Sie begründen aber gerade das Misstrauen in Herrn Jebsen. Denn er gibt sich als "Leitender Redakteur bei "AudioVideo...Bild" aus. Auf der Website des DJV ist er "Leitender Redakteur Axel Springer AG". Das stimmt aber offenbar gar nicht mehr. Denn in seinen Postings hier sagt er "Ich HABE gearbeitet" oder "Ich WAR Redakteur". Was @Wandelstern dazu geschrieben hat, kommt mir logisch vor. Jebsen WAR früher Redakteur und stand früher im Impressum, aber ist seit 2010 DJV-Betriebsrat. Der DJV hat ihm zur Wahl 2010 gratuliert. Da nun ausser der Reihe wieder gewählt werden muss und die Zahl der Sitze weniger geworden ist, kämpft Jebsen (für sich selbst). Leider mit Mitteln, die sehr unsolidarisch und unkollegial sind.
In der Sache kommt man um die bittere Wahrheit nicht herum: Die 47 Gekündigten sind wohl bald arbeitslos nicht obwohl sie einen Tarifvertrag haben, sondern weil sie einen haben. Dass die Gewerkschaften davor den Kopf in den Sand stecken, ist bemerkenswert. Oder kommt noch was, Herr Jebsen?-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 14.59:09
@Merkzettel, was dir "logisch" vorkommt, ist hier wurscht - es zählen nur Fakten. Und die habe ich gerade "Wandelstern" zu erklären versucht.
Wofür ich wie kämpfe, kannst du nicht beurteilen. Stell diese Frage mal den COBI-KollegInnen.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.51:49
Ich habe das nicht geschrieben! Das kann ja jeder, der des Lesens mächtig ist, ein paar Kommentare weiter oben sehen. Hier noch einmal das Zitat
"Schließlich verliert er ja demnächst durch die Ungültigkeit der Betriebsratswahl von 2010 seinen komfortablen Status der Unkündbarkeit und muss neu antreten."
Ich finde Peter Jebsen in keinem Impressum! Ein Link zum Eintrag und schon ist es geklärt! Ich habe einfach nur nach dieser Info gefragt. Aber es scheint dann wohl keinen mehr zu geben.
Die Verbreitung falscher Behauptungen ist ihnen aber immer noch wichtiger, als die Diskussion zur Sache.-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.55:18
@Niedermeyer, wenn du mich in keinem Impressum findest, dann schaust du nicht richtig. Ich habe für eine gedruckte Zeitschrift gearbeitet - verrat mir bitte, wie ich hier zu Papier verlinken soll!
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 19.00:34
@pjebsen
Bitte keine Schnappatmung, das ist ungesund für Ältere. Man kann zwar nicht zu Papier verlinken, aber im Archiv suchen. Das erübrigt sich aber, weil niemand bestreitet, dass Sie früher einmal Redakteur waren (für "Service", nicht wahr?) und es nun woanders sind. Denn ein "freigestellter" Redakteur bleibt Redakteur. Die Frage, der Sie so verzweifelt ausweichen wollen, bleibt und lautet: Haben Sie nur deswegen gekündigte arglose Cobi-Redakteure in einen absurden Konflikt mit dem Verlag getrieben, um sich als "Retter" zu empfehlen, der unbedingt in den neuen Betriebsrat gewählt werden muss?-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 19.19:09
@Wandelstern, ich verschwende meine Zeit nicht damit, idiotische rhetorische Fragen zu beantworten. Die Antwort würdest du mir eh nicht glauben.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 19.51:12
@pjebsen
Es reicht völlig, wenn die von Jebsen und DJV/Verdi hinter die Fichte geführten Cobi-Leute die "idiotische" Frage bei der Betriebsratswahl "beantworten".
Ob ich eine Antwort glaube (= für wahr halte), kann ich erst entscheiden, wenn ich sie kenne und geprüft habe. Ich folge niemandem, schon gar nicht blind. Deshalb bin ich in keiner Gewerkschaft, sondern ein freier Mensch.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 18.08:07
DJV-Mann Jebsen windet sich aus jeder Sachdiskussion und findet immer neue läppische Kleinigkeiten zum Ablenken. Man kann gut studieren, wie Gewerkschaftsfunktionäre die Gewerkschaftsmitglieder für dumm verkaufen. Das Thema ist: Wer von den ursprünglich rund 100 Cobi-Redakteuren auf die Agitation von DJV/Verdi gehört und den Wechsel oder das freiwillige Ausscheiden gegen bis zu 14 Gehälter Abfindung verweigert hat, wird nun arbeitslos. Ob andere Verlage solche Leute nehmen, weiss man nicht. Jebsen und die anderen Gewerkschaftsfunktionäre können nicht gekündigt werden, weil sie Betriebsräte sind. Egal ob ungültig gewählt oder dauernd oder zeitweise freigestellt, wie kolportiert wird, sind sie auch noch zurückgetreten. Mit den Insidern von DJV und Verdi ist es wie mit Politikern: Hinter der geheuchelten Sorge um andere steckt der krasse Egoismus. Es geht um Macht, Geld und Pöstchen. Mal sehen, ob sich Jebsen den Betriebsrat abnehmen lässt bei der Neuwahl.
Die rund 50 Vertrauensseligen von Cobi haben doppeltes Pech: Ohne eigenes Interesse haben sie sich für den Kampf für Flächentarifverträge einspannen lassen, die nur für Gewerkschaftsfuzzis lebenswichtig sind. Dafür werden/sind die Redakteure nun ihren Job und die Super-Abfindung los. Die Funktionäre sind zufrieden mit sich. Diejenigen, die auf den ohnehin nutzlosen Tarifvertrag "verzichtet" haben (weil es auf den Arbeitsvertrag ankommt), machen fröhlich weiter und verdienen wie bisher gut. Man hört sogar von "Erschwerniszulagen", weil die neu ausgeschriebenen Stellen noch nicht alle besetzt und die Arbeit mehr geworden ist.
Natürlich hat es besonders der DJV immer schwerer. Journalisten mit Staatsexamen sind keine Müllarbeiter mit Migrationshintergrund wie bei Verdi. Unter den Journalisten kann man nur die für die Organisation einspannen, die ziemlich weit unten sind. Dort finden Funktionäre noch Unterstützer. Richtig gute und erfolgreiche Journalisten pfeifen auf Gewerkschaft und regeln ihre Sache mit dem Verlag direkt und ganz vertraulich. Das klappt für beide Seiten prima.-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 20.59:57
Die Diskussion nimmt ja interesante Formen an. Wir sind doch hier nicht bei den Lemmingen! Jebsen (wieso überhaupt nur er? Ein Betriebsrat besteht doch aus mehreren Personen) stiftet Horde Journalisten an, sich in den Abgrund einer Kündigung zu stürzen. Oder wie?
Zitat Katie Bendorp: "Die rund 50 Vertrauensseligen von Cobi haben doppeltes Pech: Ohne eigenes Interesse haben sie sich für den Kampf für Flächentarifverträge einspannen lassen, die nur für Gewerkschaftsfuzzis lebenswichtig sind."
Glaubt hier wirklich jemand, dass eine Horde Journalisten so blöd ist, kritiklos einer Horde Gewerkschafter zu folgen und von der Klippe zu springen? Hat mal jemand mit denjenigen gesprochen, die nicht in die GmbH wechseln wollten?
@Katie Bendorp: Man mag ja Gewerkschaften finden wie man will, aber "Richtig gute und erfolgreiche Journalisten pfeifen auf Gewerkschaft und regeln ihre Sache mit dem Verlag direkt und ganz vertraulich." Ach so. Und die Journalisten, die sich organisieren, sind die schlechten und erfolglosen Journalisten? Oder wie ist das gemeint?
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 21.49:54
Serviervorschlag
> Ein Betriebsrat besteht doch aus mehreren Personen) stiftet Horde Journalisten an, sich in den Abgrund einer Kündigung zu stürzen. Oder wie?
Es geht nicht um den gesamten Betriebsrat, obwohl der ausschliesslich aus Gewerkschaftsfunktionären besteht, die natürlich Eigeninteressen (wie Parteipolitiker) haben. Es geht um das Betriebsratsmitglied J., das an der "richtigen" Stelle, nämlich bei den Betroffenen bei Cobi sass, und darin wohl die Chance für die Wiederwahl sieht, die ja Unkündbarkeit verspricht. Der Wahlkampf ist/wird hart, weil der Betriebsrat verkleinert wurde. Nicht alle behalten ihr Pöstchen.
> Glaubt hier wirklich jemand, dass eine Horde Journalisten so blöd ist, kritiklos einer Horde Gewerkschafter zu folgen und von der Klippe zu springen?
Ja, sofort. Es sind ja DEUTSCHE Journalisten.
> Hat mal jemand mit denjenigen gesprochen, die nicht in die GmbH wechseln wollten?
Die können sich ja hier und sonstwo zu Wort melden. Wer nicht redet, muss hinnehmen, dass über ihn geredet wird.
> Und die Journalisten, die sich organisieren, sind die schlechten und erfolglosen Journalisten?
Ja. Kurt Tucholsky: Menschen miteinander gibt es nicht. Es gibt nur solche, die herrschen, und solche, die beherrscht werden.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 10.43:15
> Glaubt hier wirklich jemand, dass eine Horde Journalisten so blöd ist, kritiklos einer Horde Gewerkschafter zu folgen und von der Klippe zu springen?
Katie Bendorp: >Ja, sofort. Es sind ja DEUTSCHE Journalisten<<br />
Krasse Aussage. Wenn deutsche Journalisten tatsächlich so blöd sind, sollte die CoBi GmbH vielleicht griechische Kellner und polnische Busfahrer zu Redakteuren umschulen und bekommt dann evtl. noch Subventionen vom Arbeitsamt. Und vor allen Dingen murrt dann keiner mehr, wenn er für einen Hungerlohn 70 Stunden pro Woche schuften muss und gehört dann gern denen an, die beherrscht werden.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 11.22:00
@Serviervorschlag
Von Ausnahmen abgesehen sind deutsche Journalisten Befehlsempfänger des jeweils herrschenden Regimes. Sie wollen dazugehören statt die Herrschenden quälen. Noch keine deutsche Diktatur ist an journalistischer Kritik oder einem Mangel an begeisterten Jublern zugrunde gegangen. Kritik (hier gerade an Gewerkschaften) ist "böse" und Kritiker gehören in die Psychiatrie. Jedenfalls die meisten politisch korrekten Journalisten sind auf die nächste Terrorherrschaft bestens eingestimmt. Ob griechische Kellner und polnische Busfahrer ein paar Hunderter für die Gewerkschaft übrig haben, ist ungewiss.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 21.40:44
@Wandelstern
@Niedermeyer
@Merkzettel
@Katie Bendorp
Was Sie hier über die Gewerkschaften DJV/ver.di und Peter Jebsen verbreiten, entbehrt jeglicher Wahrheit. Sie (Wandelstern, Nidermeyer, Merkzettel und Katie Bendorp) waren bei dem Prozess des Widerspruchs gegen den GmbH-Übergang NICHT beteiligt und können sich hier daher keinerlei Wertung und Beurteilung über das Verhalten der Gewerkschaften und Peter Jebsen erlauben. Sämtliche Vorwürfe gegen den DJV/ver.di sind aus der Luft gegriffen. Die CoBi-Mitarbeiter haben sich von sich aus an die Gewerkschaft und den Betriebsrat gewandt und um Unterstützung gebeten. Die - wie Sie es nennen - Gewerkschafts-Funktionäre haben die Mitarbeiter zu jeder Zeit vernünftig beraten. Es wurden sämtliche mögliche Szenarien inklusive der möglichen - und jetzt erfolgten - Kündigung erklärt. Die Mitarbeiter wurden von den Gewerkschaften zu KEINEM Moment zu irgendwelchen Entscheidungen getrieben oder unter Druck gesetzt. Die CoBi-Mitarbeiter wurden über alle Risiken ihres Vorgehens aufgeklärt und konnten zu jedem Zeitpunkt selbst entscheiden, ob sie dem GmbH-Übergang zustimmen. Die Hintergründe über die Beweggründe und Interessen der Mitarbeiter, diesen Weg zu gehen, können und werden Sie nicht nachvollziehen können, da Sie nicht die Axel-Springer-Historie der Mitarbeiter erlebt haben. Ihnen scheint jegliche Form von Widerstand, Moral, Ethik und Selbstachtung fremd zu sein. Ihre Arbeitgeber-Hörigkeit ist erschreckend - genauso wie ihr augenscheinlicher Hass auf die Gewerkschaften.
Ihre Anschuldigen gegenüber Peter Jebsen entbehren ebenfalls jeglicher Grundlage. Herr Jebsen hat sich zu keinem Zeitpunkt in den Vordergrund gedrängt oder seine Position ausgenutzt. Die zeitlichen Abläufe hat er bereits deutlich gemacht, ich muss sie daher hier nicht wiederholen, da sie absolut richtig sind. Der Wahlkampf hat NICHT im Februar begonnen, sondern beginnt erst JETZT! Ihre Hypothese, Herr Jebsen habe sich in den Vordergrund gespielt, um bei der nächsten Betriebsratswahl bessere Karten zu haben, entbehrt ebenfalls jeglicher Grundlage, da schließlich jeder Mitarbeiter die Möglichkeit hat, für den Betriebsrat zu kandidieren. Herr Jebsen hat sich zu keinem Zeitpunkt unsolidarisch oder unsozial verhalten. Und falls es noch von Interesse ist: Herr Jebsen war bis zur erfolgten Freistellung (wegen seines Widerspruchs gegen den GmbH-Übergang) am 1.6.2012 Leitender Redakteur bei AUDIO VIDEO FOTO BILD, was auch durch das Impressum der Zeitschrift jederzeit belegbar ist.
Damit schließe ich mein Posting und es wird das einzige hier bleiben. Sie können sich also jegliche Polemik, Sticheleien, Nachfragen, Wahrheiten oder Unwahrheiten, Anschuldigungen oder andere Provokationen ersparen. Dies hat nichts damit zu tun, dass ich mich einer Diskussion verweigere, sondern lediglich mit der Tatsache, dass ich nicht mit Menschen diskutiere, die keinerlei Empathie besitzen, hier Unwahrheiten verbreiten und andere Menschen diskreditieren.
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- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 23.02:34
Oh man, ist das peinlich. Das sind hoffentlich keine Journalisten, die im Ernst fragen, ob Jepsen in einem Impressum steht. Jeder Kiosk hat eine Audio Video Foto Bild. Aufschlagen, sehen. Kioksbesitzer noch mal fragen, ob der Lieferant komischerweise eine DJV-Jacke trug und bei allen Ausgaben per Hand was reingeklebt hat. Nein? Dann Paranoia-Mode aus, Frage geklärt. (Das gleiche gilt übrigens für die zeitliche Reihenfolge. Lässt sich ganz einfach recherchieren.)Wer zu dieser Minimalarbeit keine Lust hat, hat einfach ruhig zu sein. Er ist kein Gesprächspartner.
Es erledigt sich bei solchen Leuten auch, noch auf den restlichen Quatsch ("die armen, verführten 50 Cobi-Redakteure, die Jepsen und die Gewerkschaften auf dem Gewissen haben, heul") einzugehen. Klar, Redakteure, die alle aus dem Schlaf neben ihrem technischen Thmen die verbraucherrechtlichen Konsequenzen bei Produktregelungen für ihre Leser runterbeten können, die sind wie kleine Kinder von Jepsen und den bösen Gewerkschaften zu etwas überredet worden. Ganz sicher, so muss es sein.
Mit solchen verschwörungsartigen Ideen kann man auch vor der Erkenntnis davonlaufen, dass die ganz genau wussten, dass es auf eine Kündigung hinauslaufen kann - und dass sie es bei nüchterner Abwägung aller Faktoren akzeptabel fanden.
So peinliche postings wie hier habe ich ja lange nicht mehr gelesen.
'kopfschüttel*-
- Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 23.45:38
@Kopfschüttler
Also, da bin ich jetzt echt froh. Alles wird gut. Die "Rebellen" finden die Kündigungen "akzeptabel" und sind dabei "nüchtern". Sie wussten es von Anfang an und mussten nicht überredet werden. Jetzt haben sie endlich ihr Ziel erreicht. Da wird man beim Springer-Verlag sehr erleichtert sein, denn wenn die Kündigungen "akzeptabel" sind, werden die Cobi-Helden kaum beim Arbeitsgericht dagegen klagen. Nur die Schreiber diverser "Offener Briefe", in denen sich der Springer-Chef schämen soll und die Kündigungen missbilligt werden, haben wohl etwas falsch verstanden. Und die "Cobi-Info" im Internet braucht man auch nicht mehr. Nun singen wir alle "We Shall Overcome" und dann macht der Letzte das Licht aus.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 08.15:48
Großes Kino hier...
@ Wandelstern:
"Während die Redakteure keinen Tarifvertrag brauchen (..) Tarifverträge kenne ich fast alle. Sie werden zumindest formal freiwillig geschlossen und gelten dann natürlich auch. Ich teile aber die Meinung nicht, dass sie heute in der Medienbranche noch sinnvoll sind."
Ich wünsche Ihnen ohne Tarifvertrag viel Spaß und Glück bei Ihrer nächsten Gehalts- oder Honorarverhandlung. Von Tarifflucht und Honorardrückerei haben Sie ja wohl noch nichts gehört in Ihrem Wolkenkuckucksheim.
Selbstverständlich sind im Geschäft mit bedrucktem Papier die Zeiten härter geworden, selbstverständlich muß sich ein Verlag Gedanken darüber machen, was er seinen Leuten bezahlen kann. Im konkreten Fall hätte eine mitarbeiterfreundliche Lösung ja wohl so aussehen können, daß man neuen Angestellten schlechtere Verträge anbietet und freiwerdende Stellen nicht mehr besetzt. Auch ein paar Kündigungen wären wahrscheinlich ohne großes Aufhebens dringewesen - ein Teil der Personaldecke war sicherlich dem Umstand geschuldet, daß der Gründungschefredakteur für seine Haurucknummern kurz vor Druck bekannt war. Da braucht man eine Mannschaft, die solche Aktionen stemmen kann.
Wenig geschätzter "Wandelstern": Wir können uns lange über den Deutschen Gewerkschaftsbund, den für Journalisten zuständigen Bereich namens verdi und insbesondere deren Vorsitzenden unterhalten, an dem nicht nur der Name unaussprechlich ist. Aber es gibt noch einen DJV und aus gutem Grund nicht nur bei Springer einen Betriebsrat. Wenn der Verlag so mit Mitarbeitern umspringt, ist der ja wohl die einzige Möglichkeit, sich effektiv zu wehren. So effektiv, daß die Taschenrechnerboys Augen machen... -
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 09.54:46
@ Katie Bendorp.
Ich spiel jetzt mal einmalig Volkshochschule:
In dem Posting, das sie beantworten, steht ja, "dass die ganz genau wussten, dass es auf eine Kündigung hinauslaufen kann".
Im Zitat steht also das Wörtchen "kann". Was mag das heißen?
Bezeichnenderweise fassen Sie es zusammen mit dem Satz "Die 'Rebellen' finden die Kündigungen 'akzeptabel' ...".
Wir stellen kurz fest: Sie mussten offenbar das Wort "kann" ignorieren bei Ihrer Paraphrase.
Jetzt wagen Sie mal versuchsweise folgende Gedanken:
Wie wäre es, wenn es Menschen gibt, die dazu in der Lage sind, in so einer Situation verschiedene Szenarien durchzuspielen und abzuwägen?
Wie wäre es weiterhin, wenn es einen Unterschied gibt zwischen "ein Risiko unter Beachtung der individuellen Situation akzeptabel finden angesichts anderer Risiken mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit, und sich auf das mögliche Eintreten dieses Risikos vorbereiten - z.B., indem man rechtzeitig Material für eine Kündigungsschutzklage sammelt" - und "eine Kündigung toll finden"?
Sie sind offenbar zu derartigen Differenzierungen gar nicht in der Lage. Deshalb bieten Sie hier auch allen Ernstes die Theorie an, die Cobi-Leute seien überredet worden. Klar, erwachsene Leute, die in wochen- und monatelangen Diskussionen ihre Möglichkeiten klären, werden überredet. Ich nenne das Mal die "Kleinkinder-Theorie". Sie ist nebenbei eine Beleidigung aller Cobi-Widersprecher, sie geht ja geradezu von einem Zustand hochgradiger geistiger Unmündigkeit bei den Betreffenden aus.
Aber lieber sich die Welt so zusammenreimen, damit man bei der schlichten Weltsicht mit den "bösen Gewerkschaften" und den armen, verführten, unmündigen Cobi-Leuten bleiben kann, als differenziert denken. Was Sie machen, läuft in der Forschung übrigens unter dem Stichwort "Vermeidung kognitiver Dissonanzen".
Zum Abschluss noch ein Hinweis auf einen klassischen Proseminarstoff: Tugendhat/Wolf, Logisch-semantische Propädeutik. Hilft u.a., mit Wörtern wie "kann" besser klarzukommen.
So, mehr gibt es dazu von mir nicht.-
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 12.02:48
@Kopfschüttler
Volkshochschule! Mit "Bild" gegen die Bildungskatastrophe. Dass es bei den "Cobi-Rebellen" so unwiderlegbar wissenschaftlich zugeht, macht sie bestimmt zu "Siegern der Geschichte", irgendwann. Döpfner zittert schon.
> "Mehr gibt es dazu von mir nicht."
Echt? Versprochen?
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 09.59:28
@DAB-Zweifler
Hochgeschätzter DAB-Zweifler, ich arbeite dann mal das Posting ab.
Danke für die guten Wünsche zu Gehalts- oder Honorarverhandlungen. Die sind natürlich streng geheim.
Für Honorar (= freie Mitarbeit) gibt es keine Tarifverträge. An die "Vergütungsregeln" hält sich so gut wie keiner. Es herrscht der Markt mit Angebot (riesig) und Nachfrage (immer geringer).
Fürs Gehalt (= angestellt) zählt der Arbeitsvertrag, in dem oft auf den Tarifvertrag Bezug genommen wird. Ist das einmal geschehen, kann er nur noch einvernehmlich geändert werden. Pacta sunt servanda. Zur Vertragsfreiheit gehört natürlich die Möglichkeit der Kündigung, übrigens von beiden Seiten. Wer nicht zufrieden ist, der geht.
Die "mitarbeiterfreundliche Lösung" geht mit Tarifvertrag gerade nicht. In einem tarifgebundenen Unternehmen müssen auch Neueinstellungen zum Tarif erfolgen. Nichtbesetzung leert die Redaktion, die man schon braucht. Kündigungen sind oft ausgeschlossen oder extrem teuer. Das war die Lage bei Springer vor der Ausgliederung. Da die Digital-GmbH tariffrei ist, geht die "mitarbeiterfreundliche Lösung" jetzt und soll wohl auch praktiziert werden. Das wird man bei den 15 Stellen sehen, die gerade neu ausgeschrieben sind. Für die übergegangenen Angestellten mit bestehendem Arbeitsvertrag ändert sich ohne ihre Zustimmung nichts.
Das deutsche Betriebsverfassungsgesetz ist in Europa ohne Nachahmer geblieben. Wenn jetzt "mehr Europa" kommen soll, steht es zur Disposition. Ich sehe nirgends in Europa viel Begeisterung für das deutsche Modell, eher im Gegenteil. Wenn die Krisenländer wieder auf die Beine kommen sollen, muss die Macht von Gewerkschaften und "Räten" gebrochen werden. Europa braucht eine neue Margaret Thatcher.
Wie ist denn der Verlag mit den Cobi-Leuten "umgesprungen"? Sie konnten zu gleichen Bedingungen wechseln oder bis zu 14 Monatsgehälter Abfindung kassieren. Das ist nun wirklich nicht schlecht. Wogegen soll man sich da "wehren"? Und warum sollen die "Taschenrechnerboys Augen machen"? Für sie ist alles nach Plan verlaufen, sie haben gewonnen. Und die Cobi-Leute haben das, wie hier gepostet wird, "akzeptiert". Dann können wir ja die Akte schliessen.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 17.28:25
@Spoerer
ich gehe nicht erst zum Bahnhof um die CoBi Produkte durchzusehen und dann hier zu posten. Da ich die CoBi und andere Bildprodukte nicht lese, kann ich auch nicht schnell im Regal nach einem Heft greifen. Nach ergebnisloser Suche in Google darf man wohl dann einfach die Frage stellen.
Auf meine anderen Punkte ist bisher keine Antwort gekommen. Offensichtlich hat man keine Antwort auf diese Fragen. Ihre Position eine Meinung in den Ring zu werfen und zu gehen, kann nur zu Kopfschütteln führen. Dann halten sie sich doch lieber ganz raus.
zu Jebsen:
Was mir nach wie vor unklar ist, ist der Widerspruch von pjebsen, der schreibt er sei nicht freigestellter Betriebsrat. Gleichzeitig schreibt er von seiner Redakteurstätiglkeit in der Vergangenheit. Da man ihn ja als Betriebsrat nicht entsorgen, sondern nur freistellen kann, verstehe ich den Status nicht.
Ist er noch als lt. Redakteur Service (ich hab jetzt das Juni Heft besorgt) tätig oder hat er gekündigt? Ist er freigestellt oder hat er bei der GmbH unterschrieben. Auf den DJV Seiten steht ja wieder was anderes. Da ist er noch als lt. Redakteur tätig. Für eine Beurteilung der Diskussion hier, wäre interessant zu wissen auf welcher Seite er spielt.-
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 18.25:51
@ Niedermeyer: (Sorry, auch wenn die Fragen an Spoerl gerichtet waren, ich misch mich mal ein) Deine Fragen hat Pjebsen doch längst in dieser Diskussion beantwortet.
Aber mir schwant, du weißt nicht, dass das Wort "freigestellt" in verschiedenen Zusammenhängen benutzt werden kann.
§ 117 ArbVG Freistellung
(1) Auf Antrag des Betriebsrates sind in Betrieben mit mehr als 150 Arbeitnehmern ein, in Betrieben mit mehr als 700 Arbeitnehmern zwei und in Betrieben mit mehr als 3 000 Arbeitnehmern drei Mitglieder des Betriebsrates und für je weitere dreitausend Arbeitnehmer ein weiteres Mitglied des Betriebsrates von der Arbeitsleistung unter Fortzahlung des Entgeltes freizustellen.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 18.22:07
@Niedermeyer
Wenn Sie schon nicht vernünftig recherchieren wollen, sollten Sie Ihre Vermutungen nicht als Wahrheit verbreiten. Entweder recherchieren Sie, dann müssten Sie eben zum Kiosk gehen, wenn Google Ihnen keine sichere Antwort auf ihre Fragen liefert, oder stellen Sie gleich zu Anfang die Fragen, die Sie jetzt stellen. Herr Jebsen ist - wie der gesamte Hamburger Betriebsrat - bis zur Neuwahl im Amt. Er führt seine Funktion als Betriebsratsmitglied damit zur Zeit weiterhin aus. In seiner Funktion als Leitender Redakteur bei AVF-BILD ist er, wie Herr Spoerer bereit unmissverständlich geschrieben hat (vielleicht sollten Sie einfach mal gründlich lesen), seit dem 1.6.2012 freigestellt, da er dem GmbH-Übergang - wie rund 50 andere Kollegen auch - widersprochen hat.
Herr Spoerer hat keine Meinung in den Ring geworfen, sondern lediglich einige Punkte, die hier als Unwahrheiten verbreitet wurden, klargestellt. Über diese Punkt kann man keine Diskussion führen, insofern ist seine Position klar. Soweit ich diese Diskussion hier verfolge, gibt es keine Fragen von Ihrer Seite, die noch eine Antwort verlangen würden. Sämtliche von Ihnen verbreiteten Unwahrheiten sind von Herrn Spoerer widerlegt worden, der Rest ist Ihre persönliche Meinung zur Gewerkschaft und den ehemaligen CoBi-Mitarbeitern, über die es sich nicht lohnt mit Ihnen zu diskutieren. Insofern folge ich Herrn Spoerers Äußerung .... over and out.-
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 20.04:04
@Klarsteller
Die listigen Irreführungen durch Herrn Jebsens Wahlkampfteam (ist er "freigestellt" von der Arbeit oder für den Betriebsrat oder "hauptamtlich" oder "war" er Redakteur oder ...) sind ein Nebenkriegsschauplatz, auf den es nicht ankommt. Dialektik eben. Interessant ist erst einmal, ob Jebsen sich durch Wiederwahl in den Betriebsrat als einziger "Cobi-Rebell" vor der Kündigung retten kann, die alle anderen getroffen hat. Es wird bestimmt für die Gekündigten ein grosser Trost sein, den Unkündbaren im Zuschauerraum des Arbeitsgerichts zu sehen. Wenn er nicht erneut gewählt wird, wird es dem Verlag sicher ein Vergnügen sein, auch ihn vor die Tür zu setzen. Es kann also noch spannend werden.
Es bleibt ansonsten dabei, dass hier ein völlig sinnloser Konflikt künstlich entfacht wurde. Der Springer-Verlag hat vernünftig gehandelt, nachdem die Auflage der Cobi-Titel auf rund die Hälfte der Startauflage gesunken ist und es weiter abwärts geht. Das Angebot zum Überwechseln oder zur Abfindung ist bzw. war sehr grosszügig. Darin ein Beispiel für kapitalistische Raffgier und Arbeitgeberwillkür zu sehen, ist nicht nachvollziehbar. Vermutlich wären viele Journalisten in Deutschland, besonders Freie, sehr dankbar, wenn sie solche "Probleme" hätten.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 20.18:01
Ach, "Katie". Was genau hältst du hier für "listige Irreführungen"? Was Jobtitel, Beschäftigungsort und Freistellungsstatus anbetrifft, gibt es nur unmissverständliche *Fakten*, die hier seit Tagen gepostet werden. Wenn du die nicht gelesen und/oder verstanden und/oder geglaubt haben solltest, ändert das nichts daran, dass die Fakten wahr sind.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 19.39:03
@"Niedermeyer", du musst gar nicht googlen, um Antworten zu erhalten. Das Lesen (und Verstehen) dieses Kommentarthreads würde reichen!
Noch mal: Bis zum 31. Mai habe ich für AUDIO VIDEO FOTO BILD gearbeitet, seit heute bin ich in einer anderen Redaktion der AG tätig.-
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 20.50:09
@pjebsen
Ich stimme Frau Bendorp zu. Die Fragen "Freistellung" oder "Redakteur ja/nein" sind Nebensache. Die häppchenweise Information ist eher Desinformation. Zweifel bleiben.
Es geht nach meiner Ansicht um anderes:
Kaum jemand versteht das Problem. Springer hat, was wohl nicht im Zweifel ist, wirtschaftlich richtig gehandelt und seine Angebote an die Cobi-Leute sind sehr ordentlich. Ich habe mir Ihre Cobi-Info angesehen und festgestellt, dass unter "Gefällt mir" ganze 350 Einträge sind. Das zeigt, wie wenig Sie mit der Botschaft durchdringen, bei Cobi geschehe schreckliches Unrecht.
Erst die Kombination der Betriebsratswahl (vermutlicher Kandidat Jebsen) mit der Ausgliederung (betroffener Redakteur Jebsen) und der Chance für die Gewrkschaft DJV (Vorstand Jebsen), endlich mal Zoff beim politisch verhassten rechten Verlag Springer anrichten zu können, ergibt ein nachvollziehbares Muster. Dazu habe ich von Ihnen nichts gesehen. Das Abkanzeln der Kritiker als "Verschwörungstheoretiker" ist billig.
Es gibt eine einfache Möglichkeit, der Kritik zu entgegnen. Erklären Sie Ihren Rücktritt als Betriebsrat oder erklären Sie den definitiven Verzicht auf eine Kandidatur. Teilen Sie dann das Schicksal Ihrer Kollegen, die inzwischen wohl sämtlich gekündigt sind, während Sie unkündbar sind. Das wäre solidarisch. Oder geht Solidarität immer nur von unten nach oben?-
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 21.46:45
@ Wandelstern:
"Springer hat, was wohl nicht im Zweifel ist, wirtschaftlich richtig gehandelt und seine Angebote an die Cobi-Leute sind sehr ordentlich. (..) endlich mal Zoff beim politisch verhassten rechten Verlag Springer anrichten zu können (..) Erklären Sie Ihren Rücktritt als Betriebsrat oder erklären Sie den definitiven Verzicht auf eine Kandidatur."
Merken Sie eigentlich noch, wie lächerlich Sie sich machen? Vati war Komiker, woll?
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 21.48:39
Werte/r/s "Wandelstern",
für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass jemand, der namentlich sich zu erkennen gebende Diskutanten persönlich angreift, selbst aber zu feige ist, die Tarnung der Anonymität aufzugeben, in dieser Diskussion ernst genommen wird?
(Bemühen Sie sich nicht, es war dies eine rhetorische Frage.)-
- Montag, 09. Jul, 2012 @ 14.18:15
Es wäre auch mal Zeit, dass hier sich auch ein Adminstrator mal einmischt, weil etliche Anschuldigungen, die hier gegen Peter Jebsen getätigz werden, den Tatbestand der "üblen Nachrede" erfüllen.
Peter Jebsen ist als "Leitender Redakteur" der Cobi AVF bekannt.
Er war nie freigestelllter Betriebsrat.
Peter Jebsen ist seit über 30 Jahren in verschiedenen Medien erfolgreich, nebenbei engagiert er sich beim DJV.
Zudem bedeutet die Tarifflucht des ASV für die Redakteure, dass das Verdienstniveau mittelfristig sinken und die Arbeitszeit steigen wird, weil bei den Neuanstellungen die alteb REchte nicht zählen.
Die Pseudonymspacken sind einfach nur peinlich
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 23.19:51
@"Wandelstern", re: "Ich stimme Frau Bendorp zu. Die Fragen 'Freistellung' oder 'Redakteur ja/nein' sind Nebensache."
Klasse, dass es in dieser kontroversen Debatte mal Konsens gibt! In diesem Punkt stimme ich dir und "Katie" ausnahmsweise mal zu.
Allerdings: "Die häppchenweise Information ist eher Desinformation. Zweifel bleiben."
Interessant. Willst du drüber reden? Welche Zweifel hast du? Und welche von mir und anderen Diskussionsteilnehmern geposteten *dokumentierten* und über jeden Zweifel erhabenen *Fakten* siehst du als "Desinformation"? Bitte gefällist "Butter bei die Fische", wie wir in Hamburg sagen!
Noch eine generelle Bemerkung in Richtung "Wandelstern", "Niedermeyer", "Merkzettel" und "Katie":
Eure feige Schmierkampagne aus dem Schutz der Anonymität heraus beginnt mich zu langweilen.
Ich spiele hier mit offenen Karten – meine Identität ist nachzuvollziehen (z. B. durch Googlen – auch wenn falsch abgetippte oder interpretierte Fakten bei mir den Eindruck erwecken, dass manche selbst dazu nicht willens oder in der Lage sind).
Wenn ihr, "Wandelstern", "Niedermeyer", "Merkzettel" und "Katie", Fraus bzw. Manns genug seid, euch mit eurer wahren Identität zu outen, anstatt euch hinter zumindest teilweise lustigen Pseudonymen zu verstecken, können wir gern weiterreden.
Ansonsten behalte ich mir das Recht vor, auf den hier abgesonderten verbalen Unrat nur noch selektiv zu reagieren.-
- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 10.08:22
@pjebsen
Der Trick, mit dem "Aufspiessen" immer neuer lächerlicher Nebensächlichkeiten bis hin zu Flüchtigkeitsfehlern bei Namen vom Thema abzulenken, funktioniert wohl nicht. Ausser vielleicht für die 41 Getreuen, die laut Cobi-Info überhaupt über die Cobi-Sache reden (Deutschland hat 82 Millionen Einwohner!) will das keiner wissen.
> "Ich spiele hier mit offenen Karten – meine Identität ist nachzuvollziehen"
Notgedrungen, Herr Jebsen. Wer in den Betriebsrat wiedergewählt werden will, um als einziger von den "Cobi-Rebellen" der Kündigung zu entgehen, muss den Wahlkampf natürlich unter seinem Klarnamen führen. Als Neuling im DJV-Vorstand kann man auch nicht anonym bleiben, sonst lohnt ja all die Trickserei nicht. Wär doch was, wenn man Springer jetzt die Niederlage beim Bundesgerichtshof heimzahlen könnte? Mit sowas lässt sich Karriere machen.
Ich wundere mich schon, was die Cobi-Leute alles mit sich machen lassen. Da schreien sie Zeter und Mordio über den bösen Verlag, der sie über den Tisch ziehen will. Aber sie sehen den Karrieristen in den eigenen Reihen nicht, der voll dabei ist, aber in die Unkündbarkeit abhauen will. Ob Sie das wirklich so wollen, kann man nicht beweisen. Es ist wie in der Politik. Der böse Anschein reicht.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 21.53:54
@Wandelstern
Sie haben hier überhaupt keine Forderungen zu stellen - erst recht nicht den Rücktritt von Peter Jebsen oder einen Verzicht auf seine weitere Kandidatur! In der CoBi-Redaktion gibt es weitere Betriebsrats-Mitglieder, die die CoBi-Mitarbeiter in ihrem Widerstand ebenfalls unterstützt haben. Sollten diese dann ebenfalls zurücktreten? Nein, natürlich nicht! Wenn es eine Forderung nach dem Rücktritt von Peter Jebsen geben sollte, dann könnte die lediglich aus den Reihen der CoBi-Mitarbeiter kommen. Und um es hier noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Sie können absolut NICHT nachvollziehen, warum es diesen Widerstand gab, weil Sie zum einen kein Springer-Mitarbeiter sind mit einer entsprechenden beruflichen Historie und weil Ihnen jegliche Form der Empathie, Moral und Selbstachtung zu fehlen scheint. Selbstverständlich ist das Vorgehen der Axel Springer AG mit dem Schritt der Ausgliederung in eine tarifungebundene GmbH rechtlich völlig unantastbar. Und selbstverständlich ist dieser Schritt die unternehmerische Freiheit eines solchen Unternehmens. Ob dieser Schritt allerdings moralisch und menschlich richtig ist, kann jeder für sich selbst entscheiden. Ihre Sichtweise (und Katie Bendorps) haben Sie hier bereits mehrfach dargelegt und kann Ihnen selbstverständlich niemand streitig machen. Es gibt aber auch eine andere Sichtweise, die Sie weder verstehen werden, noch akzeptieren wollen/können/sollen. Sie können hier noch hunderte von polemischen Postings schreiben, in denen Sie den Betriebsrat, die Gewerkschaften oder die CoBi-Mitarbeiter diskreditieren, sie können hier weiter Unwahrheiten verbreiten oder absurde Forderungen stellen, Sie werden den Kern dieses Widerstands nicht begreifen. Widerstand ist immer eine individuelle Entscheidung und die haben Sie zu akzeptieren! -
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 22.06:01
Was ist das hier eigentlich für eine schräge Diskussion?
@Wandelstern.
"Es geht nach meiner Ansicht um anderes:
Kaum jemand versteht das Problem."
Nein. _Sie_ verstehen das Problem nicht. Wichtiger Unterschied! Viele andere haben es verstanden. 12 Betriebsräte aus verschiedenen Verlagen redeten deshalb in einem offenen Brief an Herrn Döpfner von einer "Aushebelung tariflicher Standards, die letztlich den ganzen Beruf des Journalismus abwerten werden".
Z. B. kann man es von dieser Seite verstehen.
Nur weil Sie und wer auch immer etwas nicht verstehen, muss es doch dem Rest der Welt nicht genau so gehen.
Dass Herr Jepsen aufgrund Ihres mangelnden Verständnisses von was auch immer zurück treten soll, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Das sollten wir mal allgemein einführen
. -
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 23.07:19
@Kopfschüttler
Die Zahl derer, die das "Problem" der "Rebellen" von Cobi verstehen, ist offenbar doch sehr begrenzt. Nur 318 Personen (die geschätzte Zahl 350 stimmt nicht) gefällt "Cobi-Info", nur 41 geben an, darüber zu reden (das sind ja nicht einmal alle Gekündigten, wenn es bei 47 geblieben ist). Dass ein paar Betriebsräte mit Gewerkschaftsbuch die Pflichtportion Solidarität abliefern, ist nicht weiter erstaunlich. Die Entwicklung der "offenen Briefe" an Herrn Dr. Döpfner ist auffallend. Erst sollte er sich noch "schämen" und an A.C. Springer denken, jetzt gibt es nur noch die untertänige "Bitte".
Die "Aushöhlung tariflicher Standards" muss doch nicht falsch sein, wenn die "Standards" überholt sind und vorhersehbar das Unternehmen in Verluste bringen werden. Vermutlich hätte der Verlag auch mit den Gewerkschaften über die notwendige Senkung verhandelt. Wenn dazu aber keine Bereitschaft besteht und die Funktionäre nur ihr Mantra herunterbeten, muss ein verantwortlicher Unternehmer die Veränderung eben anders durchsetzen. ES geht dabei nicht um "Empathie" (hungern die Kinder der Cobi-Leute?), sondern um krassen Egoismus von Luxus-Arbeitnehmern. Da kennen die Arbeitsrichter ganz andere Fälle.
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 22.48:32
@Wandelstern
@Niedermeyer
@Merkzettel
@Katie Bendorp
Aus rechtlichen Gründen schreibe ich im Konjunktiv (also alles rein hypothetisch ;-)?!): Stellen Sie sich vor, man ließe über diese Seite ein kleines fieses script laufen (ja, sowas soll es geben...) und man bekäme Ihre IP-Adressen.... Man würde sie verfolgen, die IP-Adressen... Und es stellte sich heraus: zum Teil sind sie identisch, zum Teil führen sie direkt (unter anderem) in den Springer-Verlag. Zum Teil findet man sie auch bei Kommentaren bei Kress und bei Meedia (die IP-Adressen, komisch: unter anderem Namen). Ein Schelm, der böses dabei denkt... Puuuuh! Mindestens einem von Ihnen schießt jetzt gerade das Blut in den Kopf und der Puls ist out of order... Sorry! Ist ja alles im Konjunktiv! Rein fiktiv (???)... Machen sie den Jebsen ruhig feige weiter nieder. Wenigstens das können Sie (Leider nicht mal richtig).-
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 23.16:09
Ihre schwachsinnigen Verschwörungstheorien mögen ihnen Freude bereiten. Was auch immer sie treiben, meine IP führt nicht zu Springer und ist auch mit keinem anderen Namen verbunden. Ich poste seit langer Zeit in verschiedensten Foren unter meinem Namen und verzichte auf einen Pseudonym.
Ich habe auch Jebsin nicht angegriffen, sondern einfach ein paar Fragen aufgeworfen. Darunter natürlich auch die Frage "Cui bono" und die muss sich ein Betriebsrat gefallen lassen.
Da ihnen keine bessere Argumentation einfällt, sollten sie den Blödsinn lassen.-
- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 00.08:25
Sehr geehrter Herr Niedermeyer,
Ihre Wortwahl "schwachsinnig" und "Blödsinn" zeigt nicht nur mir deutlich, wes Geistes Kind Sie sind und liefert auch gleichzeitig die Erklärung für Ihre Kommentare. Gegen den Vorwurf, Ihre Beiträge hier seien zu intelligent und rhetorisch zu geschliffen, würde ich Sie ohne Weiteres in Schutz nehmen. (Wenn Sie möchten, erkläre ich Ihnen diesen Satz). Ich vermute: mit "Jepsin" meinen Sie Herrn Jebsen? Empfehlung: In Ihrer Wortwahl sollten Sie vorsichtiger sein (zumal, wenn sie strafbewährt ist). Haben Ihre Eltern Ihnen das nicht beigebracht? Soll vorkommen. Machen Sie sich nichts draus.
mit vorzüglicher Hochachtung wünsche ich Ihnen eine gute Nacht (Sie können sie brauchen)...-
- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 00.46:37
@Gelegenheitshacker
Das "kleine fiese Script", mit dem hier ganz unverhohlen "gedroht" wird, würde ich gern einmal kennenlernen. Ich interessiere mich für wirklich neue Dinge. Einmal abgesehen von der technischen Frage, die "Gelegenheitshacker" wohl noch lösen muss, ist ja nicht unbekannt, dass IPs übermittelt werden. Und was dann? Selbst wenn man sich so krass verpokert hat wie die 47 gekündigten Cobi-"Rebellen" und laut "Cobi-Info" nur 41 Menschen darüber reden möchten und die Chancen beim Arbeitsgericht nicht besonders gut sind, was hat man dann davon, wenn "Niedermeyer" eigentlich Dr. Döpfner und "Wandelstern" Diekmann heisst? Was ändert das? Keine Angst, meine IP ist meine IP. Ich muss wirklich schmunzeln, was die Sache aus Redakteuren gemacht hat, die man für Internet-Experten gehalten hat.-
- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 00.57:06
Sehr verehrte Frau Bendorp,
schmunzelnd kann ich Sie mir gar nicht vorstellen... Gibt's ein Foto? ;-)
lol...
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- Montag, 02. Jul, 2012 @ 23.04:28
Was für eine Argumentation! Alle meine Unwahrheiten seien widerlegt worden!
Komisch nur, dass niemand etwas widerlegt, sondern ständig nur mit falschen Anschuldigungen auf Nebenschauplätze ausgewichen wird. Auf die eigentliche Problematik wird mangels Argumenten nicht eingegangen. Es ist ja viel einfacher von Unwahrheiten zu sprechen und nichts zu sagen
So habe ich nie behauptet Jebsen sei freigestellter Betriebsrat und daher erspart mir die Erklärung was das ist. Das haben andere geschrieben und ich lasse mir das nicht unterschieben.
Ich habe nach einem Link zum Impressum gefragt und nicht zu Xing & Co, wo Jebsen als lt. Redakteur genannt wird. Ich wollte das Original-Impressum, da ich den aktuellen Status erfahren wollte. Auch die Unterstellung man hätte nur den Thread lesen müssen um es zu wissen, ist eine Frechheit, da es eben gerade nicht drin steht.
Damit alle Legastheniker es einfacher haben, nochmals alle meine Postings zusammengefasst. Ich würde gerne erfahren was davon unwahr ist:
Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 09.43:24
Definitiv verlieren die Mitarbeiter der CoBi nur ihre Tarifbindung. Was solls? Es gibt doch kaum noch Verlage, die im Tarif sind und das dürfte auch der Hintergrund der Aktion sein. Warum bietet man Abfindungen für die Verweigerer an um dann später allen anderen in der GmbH ebenfalls den Rausschmiss gegen Abfindung zu servieren. Das ist doch Unsinn.
Auch Gehaltskürzungen müssen künftig begründet werden und unterliegen dem Plazet des Betriebsrat, wie bisher bei der AG. Auch hier wird fälschlicherweise Angst verbreitet
Dass es nur um die Tarifbindung geht zeigt sich im Verhalten der Gewerkschafter, die jetzt Zeter und Mordio schreien, da sie weiter an Einfluss verlieren.
Möglicherweise ist es ja auch Wahlpropaganda von Peter Jebsen, der als Betriebsrat Aktivitäten zeigen will. Schließlich verliert er ja demnächst durch die Ungültigkeit der Betriebsratswahl von 2010 seinen komfortablen Status der Unkündbarkeit und muss neu antreten. Hat er unter diesem Aspekt den Streit eskaliert? Man könnte es vermuten. Cui bono!
Ich habe langsam massive Zweifel, ob es wirklich um die Mitarbeiter geht.
2. Posting:
Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.31:30
@pjebsen
Statt auf die Sache einzugehen, verbreiten sie nur die Unwahrheit.
Ist das ihre Funktionärsmethode mit Kritik umzugehen? Statt auf den Inhalt einzugehen, gibt man mit einem unzutreffenden Vorwurf im Stile marxistischer Dialektik Contra. Ich habe das, was sie mir unterstellen, nicht behauptet.
Aus "Schließlich verliert er ja demnächst durch die Ungültigkeit der Betriebsratswahl von 2010 seinen komfortablen Status der Unkündbarkeit und muss neu antreten." entnehme ich, dass ich sie als Betriebsrat bezeichnet habe und das ist doch richtig! Als DJV-Funktionär sollten sie dann aber auf der DJV Hamburg Website sich nicht zur Wahl zum Betriebsrat gratulieren lassen.
Warum stehen sie in keinem Impressum? Beim DJV heißt es, sie wären leitender Redakteur bei Springer. Stimmt das denn auch nicht? Was leiten Sie denn nun?
Sonntag, 01. Jul, 2012 @ 12.51:49
Ich habe das nicht geschrieben! Das kann ja jeder, der des Lesens mächtig ist, ein paar Kommentare weiter oben sehen. Hier noch einmal das Zitat
"Schließlich verliert er ja demnächst durch die Ungültigkeit der Betriebsratswahl von 2010 seinen komfortablen Status der Unkündbarkeit und muss neu antreten."
Ich finde Peter Jebsen in keinem Impressum! Ein Link zum Eintrag und schon ist es geklärt! Ich habe einfach nur nach dieser Info gefragt. Aber es scheint dann wohl keinen mehr zu geben.
Die Verbreitung falscher Behauptungen ist ihnen aber immer noch wichtiger, als die Diskussion zur Sache.
Montag, 02. Jul, 2012 @ 17.28:25
@Spoerer
ich gehe nicht erst zum Bahnhof um die CoBi Produkte durchzusehen und dann hier zu posten. Da ich die CoBi und andere Bildprodukte nicht lese, kann ich auch nicht schnell im Regal nach einem Heft greifen. Nach ergebnisloser Suche in Google darf man wohl dann einfach die Frage stellen.
Auf meine anderen Punkte ist bisher keine Antwort gekommen. Offensichtlich hat man keine Antwort auf diese Fragen. Ihre Position eine Meinung in den Ring zu werfen und zu gehen, kann nur zu Kopfschütteln führen. Dann halten sie sich doch lieber ganz raus.
zu Jebsen:
Was mir nach wie vor unklar ist, ist der Widerspruch von pjebsen, der schreibt er sei nicht freigestellter Betriebsrat. Gleichzeitig schreibt er von seiner Redakteurstätiglkeit in der Vergangenheit. Da man ihn ja als Betriebsrat nicht entsorgen, sondern nur freistellen kann, verstehe ich den Status nicht.
Ist er noch als lt. Redakteur Service (ich hab jetzt das Juni Heft besorgt) tätig oder hat er gekündigt? Ist er freigestellt oder hat er bei der GmbH unterschrieben. Auf den DJV Seiten steht ja wieder was anderes. Da ist er noch als lt. Redakteur tätig. Für eine Beurteilung der Diskussion hier, wäre interessant zu wissen auf welcher Seite er spielt. -
- Montag, 02. Jul, 2012 @ 23.50:31
@Niedermeyer
"zu Jebsen:
Was mir nach wie vor unklar ist, ... verstehe ich ... nicht."
Herr oder Frau Niedermeyer. Eigentlich gilt für sie dasselbe wie für Wandelstern (was vielleicht kein Zufall ist): Die Sache mit dem "versteh ich nicht" muss als "versteh _ich_ nicht" gelesen werden. Versuchen Sie Mal, Folgendes zu verstehen: Niemand hier wird sich die Mühe machen, Ihre extensiven Verständnisschwierigkeiten zu beheben.
Vorschlag: Sie spenden erst mal 50 Euro an ein gemeinnütziges Projekt und legen einen überprüfbaren Beleg vor. Etwa als Scan eines Kontoauszugs.
Dann wäre es möglich, dass jemand mit Helferkomplex oder einem Sinn für gemeinnützige Vereine sich die Mühe macht, Ihnen bei Ihren Lese- und Verständnisschwächen etwas unter die Arme zu greifen. (Obwohl: Ne, bei 50 Euro wohl eher nicht.)
Probieren wir's doch erst Mal so!
Beste Grüße vom Kopfschüttler. -
- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 00.06:04
Als einer, der es miterlebt hat, kann ich nur sagen: Wie die Geschehnisse hier benutzt werden, um Peter Jepsen zu diskreditieren, ist für mich ein Lehrstück der Desinformation. Ich stimme denen zu, die sagen: Wer nicht dabei war, kann viel vermuten, was gut in die eigene Stoßrichtung passt. Hilft aber nichts, denn es ist einfach kompletter Unsinn. Wer sich also ohne vorgefasste Meinung ein Bild machen will, mag diese Geschichte lesen. Ich war dabei. Ich poste unter Pseudonym, weil ich gesehen habe, was passiert, wenn man seinen Klarnamen hier verwendet. Sorry dafür.
Also:
Als die Ankündigung vom Übergang in die GmbH kam, nahm die Geschäftsführung von ganz allein die Worte "Gehaltsanpassung" und "Verschlankung" sowie "Kündigungen" in den Mund. Ich bitte um Verständnis, dass bei solch verheißungsvollen Zukunftsaussichten auch der lammfrömmste Familienvater gar nicht mehr auf die Zinne getrieben werden muss. Dennoch schwiegen wir zuerst – wie immer – aber schon kurz danach beriet das Fußvolk – ohne Chefs – was wir nun tun sollten. Die übliche Strategie der Einschüchterung konnte diesmal nicht mehr verfangen, denn wir sahen uns nicht mehr mit der Drohung „Arbeitsplatzabbau und Lohnverzicht“ ausgesetzt, sondern mit der klaren Ankündigung dessen.
Niemand war rechtlich versiert, was nun genau passiert. Aber eins war klar: Das stehen wir nur gemeinsam durch! Schließlich war niemand geübt darin, sich allein gegen die Obrigkeit aus dem eigenen Haus zu wehren: Die CoBi-Redaktion war aus langer sicherlich aus der Sicht der Führung ein nahezu ideales Opfer. Schließlich hatte sie schon viel geschluckt: Jahrelang betrug die Arbeitszeit bis zu 18 Stunden täglich - ohne Ausgleich. Zwei Freistellungswellen waren schon über die Redaktion hinweggerollt, ohne dass ein Aufstand losgebrochen wäre. Ein Mitarbeiter starb am Schreibtisch, ohne dass jemand Amok gelaufen wäre. Der Chefredaktion musste damals schon von außen der Knast angedroht werden, bis die Arbeitszeiten sich auf ein halbwegs erträgliches Maß regelten. Aus der Redaktion regte sich kein Widerstand, wie ich gestehen muss. Vielleicht haben wir die Arbeit doch zu sehr geliebt. Doch vielleicht sorgte gerade der stetige Druck von oben für Zusammenhalt des Fußvolks.
Wir holten den Betriebsrat hinzu. Der nahm für uns den Kampf auf - im Gegensatz zur zuvor amtierenden Mitarbeitervertretung. Die nämlich ließ die von den Freistellungen der ersten Wellen betroffenen Kollegen ganz einfach mit ein paar warmen Worten im Stich. Anders lief es bei uns: In Sprechstunden wurden wir informiert, fragten kritisch, ängstlich, wütend. Der BR lud nicht nur den DJV ein, sondern auch Verdi. Nebenbei: Eine Rädelsführerschaft von Herrn Jepsen vermochte ich zu keinem Zeitpunkt sehen, da der BR geschlossen auftrat und beispielsweise nicht nur den DJV einlud, sondern auch Verdi.
WIR fragten die Gewerkschaften, ob sie uns auch abseits der BR-Sprechstunden weiter beraten können. Von der Geschäftsleitung kam indes nichts, um uns mit Argumenten zu überzeugen oder Vertrauen zu schaffen. Wie auch, denn eine öffentliche „Fragestunde“ zum Thema war ein peinliches Desaster. Dabei wurden wohl jedem, der bislang noch Microchips auf den Augen hatte, dieselben durch 30-Megapixel-Sensoren ersetzt. Vertrauen schaffte die Veranstaltung jedenfalls nicht. Gedroht wurde jedoch mit Arbeitsplatzverlust, beschimpft wurden einige Fragensteller.
Da die ersten Gespräche zwischen BR und Geschäftsleitung ein Entgegenkommen der Verlagsleitung nicht erkennen ließen, kamen mehr und mehr Aktionen in Gang, etwa die Verteilung von ausgesetzten Plüschbären Aufschriften wie „demnächst auch ausgegliedert?“. Sie sollten aufmerksam machen, aber nicht schaden. Weil wir es irgendwie noch immer nicht glauben wollten, dass die Verlagsleitung uns nicht mehr lieb hat, obwohl wir noch immer halfen, die Geldspeicher der Aktionäre kräftig zu füllen.
Die Aktionen wurden erst zu Streiks, nach dem auch bei weiteren Verhandlungen der Bewegungsspielraum der Verhandlungsdelegation des Verlages offenbar nicht einmal auf einen Stecknadelkopf passte. Und während der halbstündigen Streikaktion war sich ein Stellvertretender Chefredakteur nicht zu schade dafür, jeden, der da draußen stand, aufzuschreiben, damit ihm nachher – ordentlich, deutsch und akkurat – das Gehalt um rund 8 Euro zu kürzen. Bei den jahrelang im Übermaß geleisteten Überstunden waren die gleichen Herren allerdings nicht so aufmerksam.
Wie lächerlich der Gedanke ist, dass es uns bei den Protesten nur um Geld ging, mag man vielleicht einsehen, wenn man erkennt, dass die meisten von uns sehenden Auges lieber in die finanzielle Ungewissheit segeln als sich zu einem Vorbild für weitere anstehende Maßnahmen zum Erhalt der Zukunftsfähigkeit der Axel Springer AG zu machen: Immer mehr Abteilungen firmieren als GmbH oder werden anders outgesourct. Und bald ist die Springer AG nur noch eine Holding, die genauso gut Kartoffeln oder Rheumadecken verkaufen würden, wenn das nur ordentlich Rendite brächte – 40 Prozent für eine Online-Company müssen es dann aber schon sein, um sexy für die Anleger zu sein. Ich könnte kotzen, wenn ich sehe, wie der Journalismus hier verkauft wird. Und ja, deswegen auch: Schämen Sie sich nicht, Herr Döpfner?
Um zum Schluss zu kommen: Zu dieser, im Kollegenkreis absolut nicht einsamen Meinung zu kommen, brauchte es keinen heimlich oder öffentlich agitierenden Peter Jepsen.
Peter war dabei, aber das waren im Protest alle. Diese Aktion war ein vielleicht noch ungewohnter, aber dennoch möglicher Fall von Crowdsourcing: Alle trugen die Aktion, und zwar durch mehr als durch bloßes Abnicken. Jeder hat dazu beigetragen, dass die Betriebsvereinbarung zustande kam und ein Zeichen gesetzt hat. Viele haben dennoch schon vorher gewusst: Ich gehe nicht mit. Und ganz bewusst den Strich unter dem Lebensabschnitt „Springer AG“ gezogen, in klarer Erkenntnis, dass man mit Billigjournalismus nun mal keinen Qualitätsjournalismus erzeugen kann. Es geht dabei nicht nur um Bezahlung der Redakteure, sondern auch beispielsweise um die Frage: „Wie teuer darf ein Labortest künftig noch sein? oder: „Darf man ein negatives Testergebnis künftig noch veröffentlichen, wenn die Firma gleichzeitig mit einer fetten Kooperation winkt?“. Wir waren stolz darauf, dass solche Fragen uns bislang egal sein konnten. Sehr zu befürchten ist, dass es nicht so bleiben wird.
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- http://turi2.de/
- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 00.29:24
Liebe Kollegen, wir achten die freie Rede und lassen daher hier unredigierte Kommentare zu. Bitte fair bleiben und die Form wahren. Nächtliche Grüße aus der turi2-Redaktion, UvS
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- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 10.52:03
Sorry, als Betreiber dieser Website bitte ich, die Diskussion nicht in eine Endlosschleife zu führen und die persönlichen Angriffe auf Peter Jebsen zu beenden.
Beste Grüße, Peter Turi
Der Blogautor hat diesen Kommentar am Tuesday, 03. Jul, 2012 11.06:30 verändert:
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- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 11.19:15
Was ist denn das bloß für eine "Argumentation": anderen geht es schlechter, deswegen dürfen die Cobi-Redakteure nich gegen das Unrecht (alias luxusproblem) kämpfen, dass ihnen seitens des Arbeitsgebers geschieht? Dann geben Sie bitte mal schnell 30 Prozent Ihres Verdienstes ab, liebes Zettelchen, es gibt bestimmt jemanden, dem es schlechter geht.... pffft.
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- Dienstag, 03. Jul, 2012 @ 17.52:48
Moin,
bin im Betriebsrat der Hamburger Morgenpost. Wir haben diesen Aufruf mit unterstützt, weil es eine prinzipeille Frage ist, wenn Beschäftigte in unserer Branchen von Abbau ihres Arbeitsplatzes betroffen sind. Wir waren in der Vergangenheit bezüglich Axel Springer HH, auch bei anderen Rahmenbedingungen wie dem Umzug des Rechnungswesen von Hamburg nach Berlin oder dem Abbau des Infopools (Archiv) und die Auftragsverlagerung zum Spiegel solidarisch. Auch bei den Maßnahmen des Chefredakteurs des Hamburger Abendblatts Strunz, haben wir die betroffenen unterstützt. Mir sind die Kolleginnen und Kollegen "unseres" großen Wettbewerbers nicht egal. Auch sie leben von ihrer Arbeit und - soweit es die Zeitung betrifft - sogar von unserer Konkurrenz ;-). Natürlich haben wir noch die Spezifika, dass Döpfner bei uns von 1996 - 1998 Chefredakteur war und das Blatt weiter in die tiefroten Zahlen gestürzt hat, aus meiner Meinung die Leserbindung mit seinem Versucht der Rechtswende arg strapaziert hat wie ich mich auch noch an den Niedergang der WOCHENPOST und deren Verluste erinnern kann. Hier war Döpfner Schefredakteur und hat, so glaube ich, das Blatt ramponiert, von den gewaltigen Mio. Verlusten ganz zu schweigen.
Ich halte viel von dem Gesamtherangehen bei Axel Springer in den Arbeitsbeziehungen, die vor allem ihren Niederschlag in dem Rationalisierungsschutzabkommen haben. Der Sozialpartnerschaftliche Ansatz ist ein Teil des Erfolgs der Gruppe, dass die Arbeitnehmer sich hier engagieren - glaube ich. Das Ratio Schutzabkommen ist im Zusammenhang mit dem Umzug der Druckerei von Hamburg nach Ahrensburg entstanden und war Ergebnis eines drohenden Arbeitskampfes/Streiks der Drucker. Aus Angst vor dieser Auseinandersetzung hat sich der Vorstand für dieses Abkommen entschieden. Soweit zu dem gequatsche mit den Gewerkschaftsfunktionären. Hunderte von Arbeitnehmer bei Axel Springer haben von dieser Vereinbarung, dieser Macht der Gewerkschaft bis heute profitiert. Ohne das Engagement der Gewerkschaften und des Betriebsrats würde heute ein anderes Systen der Arbeitsbeziehungen bei Axel Springer herrschen.
Es ist wie in jedem Unternehmen, wo irgendwann eine Situation entsteht, dass man mit bestimmten Praktiken nicht mehr einverstanden ist. Offenbar war das bei der COBI der Fall. Jedenfalls sind 50 von 90 eine sehr große Gruppe und Ausdruck eines erheblichen Verlustes von Unternehmens bzw. Produktidentität.
Natürlich ist Courage eine Thema, das zeigt die Geschichte vieler Auseinandersetzungen. Es gibt immer die, die sagen, hättet ihr doch bloss nicht, dann wäre alles nicht so schlimm. Naja, so ist das mit den couragierten Menschen und denen, die sie nicht haben, die aber genauso Angst haben, eben keine Courage.
Gruß
Holger Artus
es hat sich eine interessante Debatte um unseren Brief an Dr. Döpfner hier entwickelt. De



















Tja - da haben sich die Taschenrechnerboys aus der Teppichbodenetage scheint's gründlich verkalkuliert. Wenn der Betriebsrat nicht völlig ahnungslos ist, wird Springer mit den Kündigungen so vor den Arbeitsgerichten nicht durchkommen - das wird ein teurer "Spaß".
Wenn man Rückgrat hätte, könnte man in Anbetracht der Tatsache, daß das Erscheinen der drei betroffenen Titel gefährdet ist, um Entschuldigung bitten und die ganze Nummer beerdigen. Aber wahrscheinlich zahlt man lieber für Nix einen Haufen Geld, als einzuräumen, einen Bock geschossen zu habem.
Mein Beileid an die verbliebene Mannschaft, die jetzt irgendwie AVF-Bild, CoBi und CoBi-Spiele klöppeln soll...
Und, nein: Ich bin weder Verlagsangehöriger noch betroffener Redakteur.