schraven_waz_gross_dpaBinnen-Kritik: David Schraven, Ressortleiter Recherche bei der WAZ-Mediengruppe, stellt im Gespräch mit DRadio Wissen seinen eigenen Job zur Disposition. Schraven hatte das Ressort 2010 aufgebaut, anfangs habe es noch aus sechs Recherche-Redakteuren bestanden, aktuell sei die Redaktionsgruppe nur noch zu viert. Anderthalb Dutzend Redakteure waren vom zentralen Newsdesk zurück ins Lokale geschickt worden, zwei davon aus Schravens Ressort. Müsse sein Ressort noch mehr Redakteure abgeben, "dann wäre ich weg", denn "noch kleiner geht nicht", gibt der Recherche-Chef im Radio zu Protokoll. Eine "Übernahme" - gemeint ist der Zukauf von 50 Prozent der Anteile durch die Familie Grotkamp - und der Auflagenrückgang sorgten für "enormen ökonomischen Druck", auf der Redaktion laste ein "ganz erbärmlicher Druck". Es müsse jetzt "nennenswert Geld verdient" werden. Und das habe eben auch Auswirkungen auf seine Abteilung. Seine Äußerungen über freie Journalisten, von denen er im Bereich Recherche wenig halte, schränkt Schraven im Anschluss an die Sendung gegenüber Newsroom.de wieder ein: Es gebe "exzellente freie Journalisten" mit denen er "gut und gerne" zusammenarbeite, nur habe er eben auch schon das Gegenteil erlebt. (Foto: dpa)
newsroom.de, dradio.de

Ergänzung, 9.50 Uhr: David Schraven legt Wert auf die Feststellung, dass er nicht mit Abgang gedroht hat. Er sei "einverstanden mit der aktuellen Reduzierung" seines Ressorts von sechs auf vier Redakteure, habe aber "immer klar gesagt, dass man mehr nicht sparen kann". Das sei eine "Selbstverständlichkeit", die "Verantwortlichen" im Verlag sähen das aber genauso.
(siehe Kommentare)

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