Adiz Verbotsschild LSRAggregatoren gegen Verlage: Acht kleine deutsche Internetfirmen und ein Geldgeber wollen das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger verhindern und haben dazu die Anbietervereinigung für digitalen Inhalte- und Informationszugang gegründet, kurz "Adiz". Dahinter stehen die Firmen Echobot und Folkd.com, Virato, Yones.net und oneview sowie Mister Wong, Spreadly und Yigg. Treibende Kraft ist die Beteiligungsgesellschaft dw capital GmbH, die hinter Virato und oneview steht und auch Qype finanziert hat. Adiz lehnt das Leistungsschutzrecht ab und fordert den Schutz von Aggregatoren in ihrer "wichtigen Funktion als Orientierungshelfer". Bereits das manuelle oder automatische Selektieren von Informationen sei "bereits eine relevante urheberrechtliche Leistung", die Rechte der Verlage seien durch die Kenntlichmachung der Quelle "ausreichend gewahrt", heißt es. Zudem dürfe der Zugang des Nutzers zur Presse "nicht von einer Lizenzregelung abhängig sein, deren Zweck die wirtschaftliche Sicherung der Marktstellung von Verlagen ist". Alle Adiz-Mitglieder stellen automatisiert im Web verfügbare Informationen zusammen und zeigen kleine Textsnippets und zum Teil Vorschaubilder. Für genau solche automatischen Aggregatoren sieht das Leistungsschutzrecht die Zahlung von Lizenzgebühren an die Verlage und Inhalteanbieter vor. Unterdessen haben deutsche und französische Verlage beschlossen, ihre Interessen in der Urheberrechtspolitik künftig gemeinsam zu verfolgen und eng miteinander zu koordinieren. Die französischen Verleger wollen zudem bei der Regierung in Paris ein Leistungsschutzrecht nach deutschem Vorbild einzuführen.
spiegel.de, netzwertig.com (Adiz), presseschauder.de (Frankreich)

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