bpk_2010Unabhängigkeit auf Urlaub: Journalisten mehrerer Tageszeitungen haben sich von ThyssenKrupp-Vorstandsmitglied Jürgen Claassen für Recherchen zu Luxusreisen einladen lassen, berichtet Jörg Eigendorf für die "Welt am Sonntag". So soll Claassen, der früher selbst Kommunikationschef war, u.a. einem "FAZ"-Journalisten für einen Beitrag eine luxuriöse China-Reise im Wert von mindenstens 15.000 Euro finanziert haben. In Südafrika ging Claasen u.a. mit Journalisten der "Süddeutschen", der "Rheinischen Post", der "NRZ" und des "Tagesspiegel" auf Safari. Die folgenden Berichte in den Zeitungen seien dementsprechend unkritisch gewesen. Die Zeitungen verteidigen die Reisen mit der Lieferung wichtiger Hintergrundinformationen, "Süddeutsche" und "FAZ" kritisieren jedoch den übertriebenen Luxus. Auch wurde in den Artikeln nicht erwähnt, dass das Unternehmen die Reise bezahlt hat, wie es der Pressekodex vorschreibt. Pikant: Manager Claassen selbst ist beim kriselnden Stahlriesen ThyssenKrupp u.a für die Anti-Korruptionsrichtlinien zuständig. "Welt"-Chefredakteur Jan-Eric Peters kritisiert das Verhalten der Journalisten, das diese im umgekehrten Fall "einem Politiker niemals durchgehen lassen" würden.
welt.de, welt.de (Kommentar Jan-Eric Peters)

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