geo_olghamburg_grossVerlag gegen Autor, Runde 2: Gruner + Jahr streitet ab Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Hamburg erneut um das Recht auf weitreichende Eingriffe in die Texte von freien und festen Mitarbeitern. In erster Instanz hatte sich der langjährige "Geo"-Autor Chris­tian Jungblut 2010 erfolgreich gegen die Überarbeitung seiner Reportage "Holland unter Wasser" gewehrt. Gruner + Jahr ging in Berufung, will durchsetzen, dass der Verlag einen zugelieferten Text weitgehend verändern und auch gegen den Willen des Autors unter dessen Namen veröffentlichen darf. Für den Verlag würde das Urteil zu "erheblichen Eingriffen" in die "redaktionelle Auto­no­mie" führen, heißt es in der Berufungsbegründung, aus der Stefan Niggemeier in seinem Blog zitiert. Zeitschriftenverlage seien darauf angewiesen, "zuge­lie­ferte Texte so zu redi­gie­ren, dass sie der jewei­li­gen Eigen­art des Titels gerecht werden", heißt weiter. Die Mängel, die Gruner + Jahr in Jungbluts Text ausgemacht hat, erscheinen allerdings als Ansammlung von Kleinigkeiten wie der Streit um die Begriffe "Holland" und "Niederlande".
stefan-niggemeier.de, stefan-niggemeier.de (Vorgeschichte), freischreiber.de (Interview mit Jungblut)

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