Döpfner_SpringerCash-Cow unter Druck: Laut "Spiegel" plant Springer-Chef Mathias Döpfner bei seinem renditestarken, aber mit schrumpfender Auflage kämpfenden Boulevarddampfer "Bild" einen massiven Sparkurs. 20 Mio Euro will der Verlag dort künftig pro Jahr einsparen, um mehr Geld in digitales Neugeschäft stecken zu können. Laut "Spiegel" sollen Entlassungen von bis zu 200 Mitarbeitern geplant sein. Dabei werde womöglich der Lokalteil der "Bild Berlin-Brandenburg" mit dem der "B.Z." vereint. Ein weiteres Planspiel sehe vor, Redakteure von "Bild", "B.Z". und bild.de in die Bild Digital GmbH zu überführen, die ohne Tarifbindung arbeitet. Chefredakteur Kai Diekmann, der im Juni aus dem Silicon Valley zurück nach Berlin kommt, ist not amused. Springer dementiert die Zahlen aus dem "Spiegel"-Bericht jedoch: Es würden zwar "verschiedenen Szenarien diskutiert", wie bei "Bild" zu sparen sei", noch sei aber nichts entschieden. Die kolportierten Zahlen seien in jedem Fall "viel zu hoch". Dass im Zuge der digitalen Transformation des Konzerns Stellen abgebaut werden, bestreitet Springer aber nicht. Zwingend notwendig erscheint die Radikalkur gerade bei "Bild" zum jetzigen Zeitpunkt nicht: Das Boulevardblatt erzielte 2012 einen satten Gewinn von 300 Mio bei einer Rendite von angeblich mehr als 30 Prozent, schreibt der "Spiegel". Unverständnis löst die Ankündigung beim DJV aus. "Nach allen Zahlen, die wir haben, ist die 'Bild' hochprofitabel", so DJV-Sprecher Hendrik. Für ein Sparprogramm gäbe es überhaupt keinen Grund.
spiegel.de, newsroom.de, meedia.de, sueddeutsche.de, tagesspiegel.de

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