springerzeitungen_dpa_400"Welt"-Einheitsbrei? Die Axel Springer AG und die Funke-Mediengruppe wollen neben der geplanten Kooperation in Vertrieb und Werbung auch redaktionell eng zusammenarbeiten, berichtet das "Handelsblatt". Danach soll die bei Springer bleibende "Welt" ihre überregionalen Artikel nicht nur weiter an die Funke-Neuerwerbungen "Berliner Morgenpost" und das "Hamburger Abendblatt" liefern, sondern auch an traditionelle Funke-Zeitungen wie "WAZ", "Braunschweiger Zeitung" und "Thüringer Allgemeine". Redakteure der Funke-Zeitungen befürchten, die Belegschaften würden "künftig auf Lokalzeitungsniveau zusammengeschrumpft", so das "Handelsblatt", und mit einem "Einheitsbrei" von der "Welt" gefüttert. Basis für den deutlichen Abbau von Medienvielfalt in Deutschland könnte Springers Redaktionssystem "Newsgate" sein, über das die Redakteure von "Welt", "Abendblatt" und "Morgenpost" Einsicht in Artikel haben, die Kollegen der beteiligten Zeitungen schreiben. Eine Ausweitung des Nachrichtenverbundes auf die Funke-Titel wird derzeit zwischen Springer und Funke diskutiert. Der Ausbau der "Welt" zur Vollredaktion soll übrigens vermieden werden: Den Hamburger Lokalteil der "Welt" soll weiter das "Abendblatt" liefern, auch wenn es künftig zu Funke gehört. Ein Springer-Sprecher begründet die Pläne mit "ökonomischen Realitäten". Dass das "Hamburger Abendblatt" auch als Vollredaktion jahrzehntelang schwarze Zahlen geschrieben hat, scheint keine Rolle mehr zu spielen.
"Handelsblatt", S. 20, handelsblatt.com (Kommentar von Hans-Peter Siebenhaar)

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