Journalisten leiden unter Diskreditierungen seitens Regierungen, glaubt Ines Pohl.

Journalisten sind weltweit auch deshalb in Gefahr, weil Regierungen wie Russland, die Türkei und die USA sie diskreditierten und dadurch die Wertschätzung generell sinke, glaubt Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle. Es sei wichtig, Präsenz zu zeigen und die journalistische Arbeit besser zu erklären.
deutschlandfunk.de

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Chefredakteurin Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.

"Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Chefredakteurin Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.


Auf der Welle: Seit einem Jahr leitet Ines Pohl die Deutsche Welle als Chefredakteurin, im Interview mit turi2.tv zieht sie eine erste Bilanz. Ihren ungewöhnlichen Wechsel von der links-alternativen "taz" zum steuerfinanzierten Auslandssender findet sie gar nicht ungewöhnlich. Denn ihre Rolle als Journalistin bleibe die gleiche, so Pohl. "Dass ich Chefredakteurin der Deutschen Welle bin, zeigt, dass die Deutsche Welle in der Lage ist, kritisch mit Politikerinnen und Politikern umzugehen."

Dass Pohl in der deutschen Medienwelt nun weniger laut mitmischt, findet die Chefin des Auslandssenders ganz normal: "Meine Rolle in der deutschen Medienlandschaft ist nicht mehr so wichtig." Lieber betont sie die Rolle der DW angesichts der Krisen in der Welt: "Wer hätte gedacht, dass wir in Polen wirklich wieder für die Pressefreiheit kämpfen müssen?"
turi2.tv (4-Min-Video auf YouTube)

Mitarbeit: Andreas Maisch

Zitat: Ines Pohl sieht die #MeToo-Debatte auch als Anstoß für Gleichberechtigung in Redaktionen.

"Dass ich jahrelang die einzige Frau an der Spitze einer überregionalen deutschen Zeitung war, sagt viel aus über den Nachholbedarf in der Medienbranche in unserem Land insgesamt."

Ines Pohl, Chefredakteurin der Deutschen Welle, sieht seit der #MeToo-Debatte das Bewusstsein für Gleichberechtigung geschärft.
journalist-magazin.de

Ines Pohl wird Chefredakteurin der Deutschen Welle.

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Die große Welle reiten: Ines Pohl, 49, kommt aus Washington zurück nach Deutschland und wird ab März 2017 Chefredakteurin der Deutschen Welle. Die ehemalige "taz"-Chefin folgt auf Alexander Kudascheff, 65, der in den Ruhestand geht. Pohl berichtet seit Ende 2015 für die Deutsche Welle aus Washington.

Wie Intendant Peter Limbourg, der lang bei Sat.1 und ProSieben moderierte, ist Pohl kein Gewächs des Welle-Systems. Sie ist in der Print-Welt journalistisch gewachsen, unter anderem im Ippen-Verlag und bei der "taz". Pohl soll nun mit Limbourg weiter am Ziel arbeiten, die Welle zu einem multimedialen Anbieter auf Augenhöhe mit BBC, CNN und Al-Dschasira zu bringen. Kudascheff beendet seine langjährige Senderkarriere. Er hatte schon bei der DW volontiert.
dw.com, turi2.de (Video-Interview Limbourg)

Ines Pohl verabschiedet sich in Rekordzeit von der "taz".

Ines PohlInes Pohl verabschiedet sich von den "taz" mit kritischen Tönen, berichtet Ulrike Simon. Den Freitagabend habe Ines Pohl für eine letzte Ansprache genutzt und darin u.a. von "der Paradoxie einer linken Sehnsucht nach Führung" gesprochen "bei gleichzeitiger Unfähigkeit, Entscheidungen zu akzeptieren, die eigenen Vorstellungen nicht entsprechen". Pohl hatte ihren Abschied am Freitagmorgen bekannt gegeben, am Abend hatte sie ihr Büro bereits geräumt, schreibt Simon und schickt hinterher: "So schnell geht’s sonst nur, wenn einer unfreiwillig geht."
haz.de (Paid), turi2.de (Background)

Hör-Tipp: Ines Pohl über tazgate und Sebastian Heiser.

Hörtipp-Icon-JPGHör-Tipp: Rund sechs Wochen nach dem Einbruch bei der "taz" und der Suspendierung von Redakteur Sebastian Heiser wegen Datendienstahls meldet sich im radioeins Medienmagazin "taz"-Chefredakteurin Ines Pohl zu Wort. Zu Heiser habe sie keinen Kontakt, sagt sie, und keine Informationen über seinen Aufenthalt und Verbleib.
wwwagner.tv (Interview 12 Min.), wwwagner.tv (Podiumsdiskussion 1 Std. 52 Min.)

Meinung: Abgeschaltete Kommentarfunktion bei der DW zeugt von inszenierter Hilflosigkeit.

Deutsche Welle 150Deutsche Welle gibt sich mit der Abschaffung der Kommentare der inszenierten Hilflosigkeit hin, findet Sascha Lobo. Es bleibe ein Geheimnis der Deutschen Welle, wie der "offene, kritische Austausch mit dem Publikum" nun funktionieren solle. Für Medienseiten seien Kommentare "wertvoller als Gold", Kommentarverachtung gehöre aber unter "Medienpeople zum guten Ton".
spiegel.de, turi2.de (Background)

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Chefredakteurin Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.

Deutsche Welle schaltet die Kommentarfunktion ab.

Deutsche Welle: Chefredakteurin Ines Pohl schreibt auf DW.com, es sei "unumgänglich" geworden, die Kommentarfunktion abzuschalten. Die Kommentare hätten ein unterirdisches Niveau fernab des konstruktiven Meinungsaustauschs erreicht. Wie jede Redaktion könne die der Deutschen Welle für beleidigende Kommentare haftbar gemacht werden, die Betreuung der Kommentarspalte habe entsprechend viel Zeit beansprucht. Pohl will die Kommentarfunktion nur noch für einzelne Artikel öffnen.
dw.com

Aus dem turi2.tv-Archiv: "Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Chefredakteurin Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.

Video vielleicht verpasst? Die meistgeklickten turi2.tv-Videos im Juni 2018.

Video vielleicht verpasst? Ines Pohl muss nicht mehr im Mittelpunkt stehen, Startup-Löwe Frank Thelen rät der Medien-Branche zur Voll-Digitalisierung und "Auto Bild"-Chef Tom Drechsler fährt mit umgebautem Blatt vor. Das sind die meistgeklickten turi2.tv-Videos im Juni.

Top 1:
"Ich finde Perspektiv-Wechsel gut." Ines Pohl über ihr erstes Jahr bei der Deutschen Welle.
(418 Aufrufe)

Top 2:
Startup-Löwe Frank Thelen: Die Medien-Branche muss volldigitalisieren.
(398 Aufrufe)

Top 3:
"'Auto Bild' ist jetzt noch schneller" – Tom Drechsler über seinen Umbau bei der Auto-Zeitschrift.
(378 Aufrufe)

Top 4:
"Shababtalk": Jaafar Abdul Karim gibt der arabischen Jugend eine Stimme.
(360 Aufrufe)

Top 5:
"Alles aus einer Hand" – So arbeitet Bauers "House of Food".
(348 Aufrufe)

Die Top 5 in einer Playlist

Das waren die meistgeklickten turi2.tv-Videos im Mai

Anzeige: Kommen Sie zum "place made for minds".

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Kommen Sie zum "place made for minds", treffen Sie: Brigitte Zypries, Monika Grütters, Claudia Roth, Jean Asselborn, Dieter May, Michal Kosinski, Pete Koomen, Mikhail Khodorkovsky, Jeff Gomez, Zhanna Nemtsova, Carmen Perez, Ines Pohl, Salil Shetty, Isabelle Sonnenfeld, Heiko Hebig, Dmitry Shishkin, Thomas Ellerbeck, Hannes Sjoblad, Jason Hannan, Godfrey Mwampembwa, John Momoh, Yusuf Omar und viele andere.

Ute Brüssel wird politische Vertreterin der Deutschen Welle.

Ute Brüssel (Foto: Jan Röhl/DW)Ute Brüssel, 56, übernimmt Medienpolitik und Public Affairs bei der Deutschen Welle. Die frühere "Bild"-Journalistin kommt vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag und soll die Interessen des deutschen Auslandssenders gegenüber der Politik vertreten. Ihr Vorgänger Alex Mänz kehrt ins Programm zurück und unterstützt die künftige Chefredakteurin Ines Pohl.
dw.com, turi2.de (Background)

"taz" macht Georg Löwisch zum Chefredakteur.

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Alleinherrscher: Die "taz" bekommt erstmals seit 1999 wieder einen männlichen Allein-Chefredakteur. Der Vorstand der linksalternativen "tageszeitung" hat Y-Chromosomenträger Georg Löwisch, 41, zum neuen Chefredakteur berufen. Er kommt vom eher konservativen Debattenmagazin Cicero, wo er derzeit unter Chefredakteur Christoph Schwennicke als Textchef arbeitet. Damit verabschiedet sich die "taz" auch von der erst 2014 eingeführten, x-y-gemischten Doppelspitze. Der Vorstand hatte der umstrittenen Ines Pohl damals Andreas Rüttenauer an die Seite gestellt. Nach Pohls Abgang am vergangenen Freitag wechselt Rüttenauer nun in die zweite Reihe: Er bleibt Autor und leitet die Zukunftswerkstatt.

Neu-Chefredakteur Löwisch ist für die "taz" ein alter Bekannter: 1998 hat er bei dem Blatt volontiert, ab 2001 die Reportageseite geleitet. 2009 stieg er zum Ressortleiter der sonntaz auf. 2012 wechselte Löwisch zu "Cicero", von wo er nun zurückkehrt. Er soll sein Amt Mitte September antreten.
taz.de, zeit.de, spiegel.de, turi2.de (Background Pohl)

"taz"-Chefredakteurin wechselt zur Deutschen Welle.

ines-pohl-aufm-600x400Ausgetazt: Chefredakteurin Ines Pohl, 48, verabschiedet sich überraschend von der "taz". Sie heuert zu Jahresende bei der Deutschen Welle an und geht ins US-Studio nach Washington. Ihr Co-Chef Andreas Rüttenauer verantwortet die Chefredaktion vorerst allein. In Ihrem offiziellen Statement sagt Pohl: "Natürlich gibt es in Deutschland keine andere Zeitung, für die ich lieber arbeiten würde, als für die 'taz'. Aber nach sechs Jahren als Chefin dieser Zeitung wird es Zeit für etwas Neues." Das ist nicht die ganze Geschichte.

Die Schwäbin kam 2009 als Nachfolgerin von Bascha Mika an die Spitze der "tageszeitung"-Redaktion in Berlin-Kreuzberg. Noch im Februar zeigte sie sich im Gespräch mit "Clap" unsicher, ob sie schon "angekommen" sei. 2014 wurde ihr mit Andreas Rüttenauer ein Co-Chef zur Seite gestellt – als Aufpasser, wie es "FAZ"-Medienressortleiter Michael Hanfeld formulierte. Im Spätsommer 2013 sorgte Pohl für Aufsehen, als sie einen Artikel über "Pädophilie und grüne Ideologie" von Christian Füller handstreichartig aus dem Blatt nahm. Kurze Zeit später kritisierte sie in einem Interview in der "Süddeutschen" erneut öffentlich ihre Redaktion – das kam nicht nur gut an. Zumindest mit einem Teil des Teams galt das Verhältnis seither als belastet. Im Frühjahr 2014 kündigte der tazzwei-Ressortleiter David Denk und sprach von einer "vergifteten Atmosphäre".

Vielleicht liegen die Gründe für den Jobwechsel aber auch viel einfacher: Ines Pohls Frau ist Amerikanerin. Das Paar lernte sich in Harvard kennen, wo Pohl 2005 als Stipendiatin der renommierten Nieman Foundation studierte.
faz.net, dwdl.de, meedia.de, dw.com, clap-club.de (Ankommen), faz.net (Füller), faz.net (belastetes Verhältnis), taz.de (Denk), taz.de (Frau)

fragebogen2: Pauline Tillmann.


Pauline Tillmanns heimliche Schwäche sind Männer, gibt die Chefin des neuen Frauen-Magazins Deine Korrespondentin unumwunden zu. Natürlich nur, um sich mit den klugen Kerlen zu umgeben. Denn Mama riet schon früh: "Mach dich nicht von Männern abhängig und verdien dein eigenes Geld."
 
Tillmann weiß, was sie will: "You get what you want" ist ihr Wahlspruch. Was in jedem Fall fehle: viel mehr starke Führungsfrauen in den Medien. Ihre Leitfigur ist taz-Chefredakteurin Ines Pohl.
turi2.tv (2-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

"taz" bringt #tazgate-Chronologie.

tazlogo#tazgate: Die "tageszeitung" liefert nun selbst Infos zum Datenklau in der vergangenen Woche. Der Beschuldigte wird weiter nicht genannt. Er sei am Montag nicht zu einem geplanten Gespräch erschienen. Die "taz" habe arbeitsrechtliche Schritte eingeleitet und Strafanzeige erstattet. In einer Stellungnahme betonen die beiden Chefredakteure Ines Pohl und Andreas Rüttenauer, sie seien geschockt. Interessantes Detail: Der Twitter-Account @tazblog, bisher dienstlich von Sebastian Heiser befüllt, ist mittlerweile gesperrt.
taz.de (Chronologie), taz.de (Stellungnahme), turi2.de (Background)