BDZV: Mathias Döpfner hat ARD und ZDF nicht mit Nordkorea verglichen.

Viel Lärm um nichts? Der BDZV reagiert auf den Vorwurf der ARD-Vorsitzenden und MDR-Intendantin Karola Wille, Verbandschef Mathias Döpfner spiele mit seiner Nordkorea-Bemerkung beim BDZV-Kongress Verschwörungstheoretikern in die Hände und produziere Fake News. Döpfner habe die ARD nicht mit Nordkorea verglichen, beschwichtigt der BDZV, er habe vielmehr vor einem Szenario gewarnt, in dem es "nur Staatsfernsehen und Staatspresse im Netz" geben würde.

Döpfner hatte mit der Bemerkung, ein solches Szenario sei "eher etwas nach dem Geschmack von Nordkorea" für Empörung in der ARD gesorgt und es sogar in die "Tagesschau" geschafft. Die gezielte Stichelei gegen ARD und ZDF gehört beim BDZV praktisch zum guten Ton, schließlich treffen sich Verleger und Sender regelmäßig vor Gericht, wenn es um die Lufthoheit im Online-Journalismus geht. Dass Zeitungen und Öffentlich-Rechtliche auf der journalistischen Ebene dagegen gut miteinander können, beweisen Kooperationen wie die von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung". (Foto: Marijan Murat / dpa)
presseportal.de, bdzv.de (Redemanuskript), tagesschau.de (mit 90-Sek-Video)3 Kommentare

3 Gedanken zu „BDZV: Mathias Döpfner hat ARD und ZDF nicht mit Nordkorea verglichen.

  1. Martin

    wer die Meinungsfreiheit dem "Markt" überlässt liegt ebenso falsch wie derjenige, der beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk von Staatsfernsehen spricht. Wenn das so wäre, würde er sich durch Steuern finanzieren. Ob die aktuellen Kontrollorgane von ARD und ZDF richtig besetzt sind ist eine andere berechtigte Frage. Bei einer Deckelung des Rundfunkbeitrages wären ARD und ZDF ihrer Entwicklungschancen beraubt… sorgsam mit Beiträgen umgehen sollten sie trotzdem…

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    1. Peter

      @ Martin 20.09.2017 8:38 Uhr
      Wieso bitte schön ist jemand seiner Entwicklungschancen beraubt, wenn sie nur innerhalb eines begrenzten Budgets bestehen? Ist es ein Problem, das eine zu entwickeln und dafür das andere weg zu lassen? Wäre das Geld nicht in Angeboten für Bildung und Gesundheit besser angelegt? Das Budget kann man problemlos an das mittlere Nettoeinkommen der Bevölkerung koppeln. Beispielsweise, in dem man alle Nettoeinkommen unter 150 000 Euro im Jahr und über Hartz IV zusammen rechnet und ihnen dann davon einen Promillesatz zubilligt. Dann hätten die Sender auch wieder ein Interesse, ihren Auftrag zu erfüllen, zur Gestaltung der Gesellschaft beizutragen, anstatt mit jeden Schrott irgendwie zu wachsen und um Marktanteile bei billiger Unterhaltung zu kämpfen. Sie hätten ein Interesse, dass es der Mitte der Bevölkerung besser geht, weil sie nur dann selbst mehr bekommen. Jetzt haben sie nur ein Interesse, die Zwangsbeiträge immer weiter zu steigern und jene, bei denen sie sich bedienen, mit billiger Unterhaltung vom Nachdenken und vom Protest abzuhalten.

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  2. Peter

    Angesichts der Beträge, die ARD und ZDF abgreifen, und der fehlenden Beschränkung nach oben, sollte es mehr sein als nur "guter Ton", die Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender zu hinterfragen. Wir brauchen neben einem binnenpluralistischem Mediensystem auch ein außenpluralistisches schon allein, um echte Meinungsfreiheit zu gewährleisten. Deshalb gehört der Rundfunkbeitrag für alle Zeiten gedeckelt und sollten die Marktchancen für die freie Presse durch die Befreiung von der Mehrwertsteuer erhöht werden.

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