Burmester: Gruner + Jahr wälzt Verantwortung für Freie auf Chefredakteure ab.

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Inside Gruner + Jahr: Das Hamburger Verlagsdickschiff bekommt Gegenwind bei der geplanten Umwandlung von Pauschalisten-Verträgen in Festanstellungen. Silke Burmester interviewt in ihrer "taz"-Medienkolumne einen ungenannten Gruner + Jahr-Mitarbeiter, der sich über den Umgang des Verlags mit Pauschalisten Luft macht. Der Whistleblower berichtet u.a. über den Versuch der etwa 200 betroffenen festen Freien, sich zu organisieren. Der Verlagsleitung wirft er vor, die Verantwortung für die Freien auf die Chefredakteure abzuwälzen. Sie müssten mit einem zugewiesenen Budget sehen, "wen sie unter welchen Bedingungen anstellen".

Ein Chefredakteur habe einem Pauschalisten empfohlen, eine eigene GmbH zu gründen und seine Arbeit darüber abzurechnen. Ein Vorschlag, der - so der Whistleblower - einer "Aufforderung zum Rechtsbruch" gleichkomme. Die "taz" hatte am Wochenende berichtet, dass Gruner + Jahr ab April keine Pauschalisten mehr beschäftigen wolle und die Betroffenen bei Festanstellung Dumpinglöhne befürchten.
"taz", S. 17 (Paid)2 Kommentare

2 Gedanken zu „Burmester: Gruner + Jahr wälzt Verantwortung für Freie auf Chefredakteure ab.

  1. Ulf J. Froitzheim

    Die GmbH ist auch deshalb keine Lösung, weil GmbH-Geschäftsführer aus der KSK fliegen. Wenn sich Freie zusammentun zu GmbHs und eine Strohperson als GF anstellen, muss die GmbH die KSK-Arbeitgeberbeiträge bezahlen, die bisher zu Lasten von G+J gingen, und sie hätte das Scheinselbständigkeitsproblem am Hals. Aus der Welt wäre es nicht.

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    1. frank martini

      Hallo Herr Froitzheim,

      naja, wie Ihre Zeilen implizieren, wäre das schon eine Lösung – für GuJ!
      Denn die hätten damit nicht nur die KSK-Beiträge sondern auch das Scheinselbständigkeitsproblem und anderes ‘vom Hals’. Und was der Starke im Manchester-Kapitalism vom Hals hat, ist aus der Welt…;-)

      Und das leider auf ziemlich ungefährliche Art: ‘Ein Chefredakteur habe einem Pauschalisten empfohlen…’ Vermutlich nicht vor Zeugen – so stünde, ließe man es drauf ankommen, maximal Aussage gegen Aussage. In dubio pro reo hätte eine Aufforderung zur Straftat also niemals vorgelegen. Und da man sich Freie immer besser im Überangebot hält und jeden Morgen ein paar Dumme aufstehen…muss man sich am Ende halt nur noch für die GmbHn entscheiden, und das Problem ist wirklich aus der Welt. Nur leider nicht aus der der so Geschassten – aber wen interessiert das schon?

      Betrübte Grüße
      FM

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