Hamburg will den türkischen Journalisten Ertugrul Yigit abschieben.


Angst vor der Abschiebung: Hamburg will die Aufenthaltsgenehmigung des türkischen Journalisten Ertugrul Yigit, der seit 35 Jahren in der Stadt lebt, nicht verlängern. Yigit, der als freier Journalist u.a. für "taz", "Zeit" und türkische Oppositionsblätter schreibt, droht in der Türkei Haft. Er betreibt eine türkischsprachige Internetzeitung, die zwar klein, aber für ihre Erdogan-kritische Haltung bekannt ist und u.a. kritische Kommentare und Erdogan-Karikaturen veröffentlicht.

In der Türkei, die Präsident Erdogan gerade als "in Sachen Pressefreiheit, neueste Kommunikationstechnologien, soziale Medien und Internetjournalismus eines der führenden Länder der Welt" bezeichnete, reichen harmlosere Artikel, um ins Gefängnis zu wandern. Yigits Anwalt hält die geplante Abschiebung deshalb für unverantwortlich. Die Hamburger Behörde begründet den Schritt damit, dass Yigits Kinder sich in der Türkei befänden und er nicht erwerbstätig sei – der Journalist ist auf Sozialleistungen angewiesen. Er sagt, er wäre 2014 gern in die Türkei zurückgekehrt, der Putsch und seine Folgen hätten ihn aber davon abgehalten.
spiegel.de2 Kommentare

2 Gedanken zu „Hamburg will den türkischen Journalisten Ertugrul Yigit abschieben.

  1. In-teressant

    Unverantwortlich von den Hamburger Behörden. Aber die Aussage (so sie korrekt wiedergegeben worden ist), dass der Journalist 2014 gerne in die Türkei zurückgekehrt wäre, dies aber wegen des Putschversuches und seinen Folgen nicht konnte, ist natürlich unplausibel, weil der (vermeintliche) Putschversuch im Juli 2016 stattfand.

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