interview2: Giovanni di Lorenzo über die Flüchtlings-Fehltritte der Medien.


Vertrauen verspielt: Die einhellige Pro-Flüchtlinge-Stimmung kostet Medien nachhaltig Ansehen, meint "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Ihn verwundert, dass selbst "Bild" den linken Slogan "Refugees Welcome" übernahm. "Da fand das Vorurteil Bestätigung, dass wir mit der Macht, mit den Eliten unter einer Decke stecken", sagt di Lorenzo im turi2.tv-Interview bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche. Dieser falsche Eindruck wirke nach.

Journalisten müssten sich vorwerfen lassen, zu Mitgestaltern der Flüchtlingsbewegung geworden zu sein, statt sich auf die Beobachter-Rolle zu konzentrieren. Auch die "Zeit" habe Fehler begangen, etwa mit einem "Willkommen"-Titel, "der Zurückhaltung nicht hat erkennen lassen", wie di Lorenzo einräumt. Redaktionen müssten interne Positionskämpfe künftig transparent darstellen: "Ich kann und will nicht verordnen, wer welche Position einnehmen muss, aber wir müssen dem Leser sichtbar machen, dass wir unterschiedlicher Meinung sind."
turi2.tv (3-Min-Interview im YouTube-Kanal von turi2)6 Kommentare

6 Gedanken zu „interview2: Giovanni di Lorenzo über die Flüchtlings-Fehltritte der Medien.

  1. Uli Brötzmann

    Der seinerzeitige Ansatz von Frau Merkel -wir schaffen das – war erschütternd "totalitär". Die Medien haben dies unreflektiert übernommen. Das kann Herr di Lorenzo ex post nicht mehr negieren. Es verstärkt nur den Eindruck ,dass weder die Medien meinungsvielfältig aufgestellt sind ,noch in der politischen Klasse differenzierte Meinungen erwünscht und vertreten sind. Unsere Gesellschaft ist verkrustet und undemokratisch verschlossen. In sich und mir sich verhaftet. Der Hinweis auf eine "rechte" Meinung erzeugt ständige Friktionen ,die auch der Innovationskraft unserer Gesellschaft nicht zuträglich sind. Wir haben Angst vor der Demokratie!! Aus Gründen des Machterhalts unintelligenter Parteien. Fußnote : Warum gab es wohl bei VW keine innnerbetrieblichen Kritiker,Mahner ? Weil unsere Schüler schon in der Schule Einfalt erdrückt werden und das zieht bis in das Berufsleben durch.

    Antworten
  2. P. H. Anser

    Apropos: "grölend und pöbelnd durch die Straßen". Wohl wieder bereits zum Frühstück gekifft oder gesoffen?

    Die echten Demokraten vom linksradikalen Ufer stellen aktuell unter Beweis, worum es geht: In Berlin, dort wo ein paar Wohnblocks für die so genannten Flüchtlinge bereit gestellt werden sollten, herrschen aktuell Zustände wie damals in Belfast mit bislang etwa 130 (auch schwer) verletzten Polizeibeamten. Und nun?

    Antworten
  3. Johannes Schmidt

    Tom, das sehe ich genau so! Auch die Medien sollten insbesondere bei dieser Thematik den Arsch in der Hose behalten und nicht den Eindruck hinterlassen, es sei nur ein Windbeutel gewesen. Sie haben gute und auch selbstkritische Arbeit geleistet. Wenn die Zeitungen zu "Flugblättern" werden, steht in den Geschichtsbüchern zum Ende der Demokratie: "Vom einstigen "Stürmer" verweht!"

    Antworten
  4. Hardy Prothmann

    Giovanni ist herzlich eingeladen, öfter mal Rheinneckarblog.de zu lesen.

    Wir können ausschließen, dass uns seine Kritik trifft. Wir haben von Anfang an unseren Job gemacht. Wir haben recherchiert, wir sind hingegangen, wir haben analysiert und sehr frühzeitig auf all das hingewiesen, was jetzt viele als "neue Erkenntnis" behaupten.

    Gerade weil wir nicht mit dem Mainstream berichtet haben, haben wir einen sehr guten Job gemacht. Die Zeit gewinnt vermutlich einen Preis, weil sie irgendwann drauf gekommen ist, dass sie nicht gut gearbeitet hat und alle machen so: Oohh, aaahh, wie vorbildlich.

    Antworten
    1. Emil Eifel

      Herr Prothmann, Sie und Ihr Blog haben definitiv keinen Grund, sich selbst auf die Schulter zu klopfen: Ihre Attacke gegen die Sächsische Zeitung entlarvt Sie als Informations-Vertuscher. Sie verstecken sich nicht nur hinter einem pseudo-demokratischen Pressecodex, Sie verteidigen umstandslos die damit verbundene Desinformation der Bürger. Außerdem beleidigen Sie Menschen als Rassisten, nur weil diese nicht Ihre Meinung zum Thema teilen – das ist schon eine reife Leistung. Herr di Lorenzo lässt wenigstens einen Ansatz von Einsicht erkennen – davon sind Sie weit entfernt. Wissen Sie eigentlich, wie furchtbar teutonisch Sie sind…?!

      Antworten
  5. tom

    Meine Güte, nur weil ein 15-Prozent-Haufen von Fremden-/Menschen-Unfreunden grölend und/oder pöbelnd durch die Gassen und dei Talk-Sendungen zieht, haben die Medien nun alles falsch gemacht. Das ist lächerlich. Noch ist die Mehrheit im Lande nicht so gepolt. Wenn aber nun alle wieder den Schwanz einziehen, dann wird das bald anders sein. Zeigt doch endlich mal Rückgrat, dann nehmen euch die Leute auch wieder ab, was ihr schreibt. Zum Beispiel dass es sich bei sehr vielen der AfD- oder Pegida-Anhänger eben tatsächlich um Menschenfeinde handelt und nicht um "besorgte Bürger", die möglichst viele Menschen gegeinander aufhetzen wollen, weil sie davon profitieren. Das ist im Kleinen so wie im Großen, s. EU.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.