Kreml verfälscht “Bild”-Interview mit Putin.

Russian President Vladimir Putin interviewed by Germany's Bild /Foto: picture alliance / dpa)
Ausgeschmückt und aufgehübscht: Russland hat das "Bild"-Interview von Kai Diekmann und Nikolaus Blome mit Wladimir Putin offenbar verfälscht. Wie "taz"-Autorin Jarina Kajafa berichtet, weicht die russische Übersetzung auf der Webseite des Kreml teils deutlich vom Original ab. Kritische Formulierungen sind weichgespült, manche Fragen wurden komplett gestrichen. Trotzdem ist die Übersetzung um ein Drittel länger als das deutsche Original.

Schon die Eingangsfrage "Was ist so fürchterlich schiefgelaufen im Verhältnis zwischen Russland und dem Westen?" erfährt in der russischen Fassung einen Perspektivenwechsel: Dort heißt es "Was haben wir falsch gemacht?", was ein Schuldbekenntnis des Westens impliziert. In Bezug auf Syrien dagegen wird den Interviewern ein Satz in den Mund gelegt, der im deutschen Original fehlt. Was Diekmann und Blome tatsächlich gefragt haben, lässt sich nicht nachvollziehen: In einer Video-Fassung des Interviews zeigt "Bild" nur die Antwort, nicht jedoch die Fragen.
taz.de14 Kommentare

14 Gedanken zu „Kreml verfälscht “Bild”-Interview mit Putin.

  1. Tino Cogin

    Hat irgend jemand die “Bild” oder Herrn Dieckmann jemals der Seriosität bezichtigt? Oder gar die “taz”?? – Und “WWP” (Wladimir Wladimirowitsch Putin) macht halt das, was jeder “lupenreine Demokrat” von Obama bis Merkel, von Orbán bis Xi Jinping, und von Pinochet bis Mandela auch schon immer gemacht haben und machen werden: er benutzt die Medien, um sich einen (vermeitlichen) Vorteil zu verschaffen.

    Was soll das Theater also? Ist doch alles wie immer, business as usual.

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  2. User

    Und weil wir gerade dabei sind: Um mal Russland aus dem Schussfeld des Westens zu nehmen. Es ist Euch allen doch sicher noch in Erinnerung (und wenn auch nur aus dem Geschichtsunterricht), dass die USA den Vietnamkrieg begonnen haben und dies auch öffentlich zugegeben haben. Euch ist auch sicher noch bewusst, dass die USA auch den Koreakrieg begonnen haben, den Irakkrieg (da diese – zunächst felsenfest davon überzeugt und laut CIA bestätigt – angeblich ABC-Waffen besitzen würden, die nie gefunden wurden), den Krieg in Syrien, mit dem IS gemeinsame Sache gemacht haben (wie die USA selbst zugegeben hat) und auch die Unruhen in der Ukraine angezettelt haben. Ein hochrangiger US-General hatte im US-Fernsehen selbst zugegeben, dass sie im Nahen Osten eine Kampagne verfolgen, um ihre EIGENEN Interessen zu verfolgen. NICHT um Freiheit und Demokratie zu bringen! Und sie haben auch zugegeben, dass sie Angst vor einem engen Bündnis von Deutschland und Russland haben und einen Keil zwischen unsere beiden Staaten treiben wollen! Haben sie selbst im TV veröffentlicht! Und unsere Regierung spielt, beschämenswerter Weise, das miese Spiel der Amis mit!

    Und jetzt zählt Ihr mal bitte auf, wieviel Kriege Russland angezettelt haben soll! Wenn jetzt einer mit Afghanistan kommt, dann kontere ich gleich im Vorab damit, dass die CIA damals die Taliban ausgebildet haben, die jetzt mit einmal urplötzlich – weil die USA mittlerweile andere Interessen verfolgen – zum Feind erklärt wurden. Die USA erklären Staaten und deren Völker “heute” zu Freunden und “morgen” zu Feinden, in einem Wechsel, so schnell kann man gar nicht gucken!

    Vielleicht sollten unsere Medien mal lieber die USA “unter Beschuss” nehmen. Die haben genug Dreck am Stecken!

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    1. Ferdi

      Rechtfertigen deine Anschuldigungen gegen die Vereinigten Staaten, lieber User, irgendwie die Fälschungen des Bildinterviews durch Russland. Ich verstehe da den Zusammenhang nicht.

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    2. Naturalbornking

      Ach, und die unendlich langen, grausamen, barbarischen und vor allem höchst Opfervollen an der EIGENEN Bevölkernug – ob konkrete Kritiker, Non-Konformisten und Abweichler vor allem zu frühen Sowjet-Zeiten haben jetzt aber Sie jetzt nur aus Schludrigkeit vergessen, verehrter ,User’?
      Oder giltet das nicht, da nicht in direkter Russen-Verantwortung sondern ,With a little help of some Georgian friends’? Oder was?
      Wenn Sie hier schon so stark Ihre altlinke Putin- und Kommunistenhistorieversteher-Gesinnung sollten Sie nichtso feig sein – äh, Entschuldigung: mutig genug, sich wenigstens ein nachvollziehbares Pseudonym zuzulegen.
      Meine Herren: nirgendwo, einfach n-ir-g-e-n-d-s mehr Typen mit Eicern in der Hose. ichmeine mit echten Eiern. Nicht diese Babuschka-Murmeln, die auch Wladi mit sich trägt…

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  3. User

    Mich verwundert nur sehr, dass westliche Medien bemängeln, dass russische Medien Berichte “verfälschen” und zu ihren Gunsten auslegen. Das machen westliche Medien schon seit Jahrzehnten! Immer schön vor der eigenen Haustür kehren, bevor man dem Nachbarn vorwirft, dass er Dreck vor der Tür liegen hat!

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  4. S. Krug

    Hallo, erstmal.
    Ich finde diesen knappen Artikel bedenklich: Erstens denke ich nicht, dass die Aufgabe eines Spitzenpolitikers ist, jede Frage nach dem Ermessen eines Staates zu beantworten und zweitens, ist wohl eher interessant, was Putin als psychologischer Charakter hergibt, wenn auf die wortwörtliche Fassung abgezielt worden ist. Ich glaube hier erstmal an journalistische Arbeit und nicht an politisches Hickhack seitens diplomierter und/oder graduierter Akademiker und/oder Wirtschaftwissenschaftler.
    Freundliche Grüße

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  5. almabu

    Der Großmeister der Putin-Interview-Fälschung, der seine ganze Karriere darauf aufbauen konnte, sitzt noch immer in der ARD!

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  6. Alex

    Ich finde den taz Bericht äußerst fragwürdig. Dort bezieht man sich doch nur auf das von Bild bereit gestellte Video. Vertraut die taz tatsächlich darauf, das die Bild nichts an den, nur als Text eingeblendeten, Fragen gedreht hat?
    Zudem gibt es noch ein zweites Video im Netz, etwa 7 Minuten länger als das Bild Video – darin sind auch die Fragen enthalten, zumindest in Teilen, mir scheint das Putin einige Fragen schriftlich vorgelegt wurden, allerdings nur wie sie vom Dolmetscher übersetzt wurden.
    Dies wäre doch viel interessanter, wen interessiert was Bild schreibt, was hat der Dolmetscher tatsächlich gesagt?
    Hier Link zu dem russischen Video auf das ich mich beziehe: https://www.youtube.com/watch?v=8TxOEkaSNsQ

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  7. Max

    Haha wäre ja ein Wunder hätte Bild das Interview nicht auch nur etwas umgebogen!
    Und die Russen sollens auch umgebogen haben?
    Das beweist ja nur ein weiteres mal dass Russland sich unserer “Demokratie” annähert!

    ;)

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  8. Karl-Erich Weber

    Ok Turi2, also das Original ist nicht bekannt, aber das was Russland zeigt ist eine Fälschung. Hmm – also mehr eine Eingebung als belegbar. Das heißt im Umkehrschluss, das sowohl ihre Überschrift als auch der folgende Inhalt reine Propaganda ohne Beweiskraft sind, da ihnen die Originalfragen zu den Antworten fehlen? Und das schickt die TAZ als “Nachricht” um die Welt?
    Nun verstehe ich auch, warum man meine KollegInnen und mich als “Lügenpresse” bezeichnet. Danke vielmals!

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  9. Phil Bertram

    Putin mag streitbar sein, aber dieser Beitrag hier zeigt, ebenso wie große Teile der Berichterstattung westlicher Medien, wie sehr diese sich unablässig bemühen, Russland in ein schlechtes Licht zu rücken.
    Westliche Journalisten übersehen dabei häufig, dass nicht allein Russland machtpolitische Interessen verfolgt, sondern der Westen ebenso. Hinter der Maske unterdrückten Menschen oder der Demokratie weltweit zum Erfolg zu verhelfen, werden Waffensysteme und Militäreinheiten rund um den Globus positioniert und schaffen ein Bedrohungsszenario, welches im Westen von den Medien auch nur “weichgespült” dargestellt wird. Auch im Westen gibt es Propaganda. Auch die Untersuchung des NSA-Skandals hat nur “weichgespült” stattgefunden und ebenso “weichgespült” empören sich unsere Medien darüber.
    Woran liegt das wohl? Es ist viel interessanter warum westliche Medien nach dem NSA-Skandal immer noch so rege Facebook, Twitter und Google promoten und verwenden. Haltet Ihr Euch trotz Überwachung für unantastbar und frei? -Sind wir so frei wie wir es den Russen und anderen Völkern verkaufen?

    P.S.: Stellen Sie sich vor Sie sagen zu ihrer Familie: “Was haben wir falsch gemacht?” -Bezieht sich das dann auf die Nachbarsfamilie oder auf ihre Familie?
    Wenn Russland sagt “Was haben wir falsch gemacht?”, bezieht sich das dann auf Russland oder auf den Westen?

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    1. Max

      Hey Phil,

      was die Überschrift angeht gebe ich Ihnen recht, aber ich glaube das entstammt aus einer Presse Agentur und war keine Absicht vom Author.
      Ich versuche schon lange das Ganze zu verstehen, warum Deutsche Medien zb. vieel Russlandfeindlicher sind als zb. die Schweizer.
      Russlandfeindlichkeit der USA Medien ist klar eine Putin Feindliche und zielt auf regimechange was wartschaftliche und politische Hintergründe hat.. war ein Jelzin doch ein kurzer Traum der Amerikaner – Russland kontrollieren und wirtschaftlich ausnutzen zu können.
      Und zugleich wars ein Albtraum der Russen, das kann keiner abstreiten.

      Putin hat in den vielen Jahren seiner Arbeit wohl dafür gesorgt, dass dieser Amerikanische Traum für immer ein Traum bleibt.
      Ein zukünftiger beeinflussbarer oder gar kontrollierbarer RU Präsident wird immer unwarscheinlicher.

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    2. Fredlbabedl

      Offensichtlich wurde ja den deutschen Interviewern die Frage “Was haben wir falsch gemacht?” in den Mund gelegt. Dies geht zumindest aus diesem Text hervor…
      Im Übrigen nervt mich das ganze Putin-Bashing mittlerweile schon maßlos. Vor allem unsere Scheinheiligkeit. Jeder weiß doch, dass auch dem “Westen” so manches unlautere Mittel recht ist und immer war, um seine geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen wahrzunehmen – das geht realpolitisch gar nicht anders, muss aber auch nicht weggeleugnet werden. “Wir sind die Guten” hat noch nie so ganz gestimmt, wenn man einmal von unseren – noch größtenteils demokratischen – Intentionen absieht. Zumindest kann man sich hierzulande eine präsidiales Diktatur á la Putin oder Erdogan nicht vorstellen. Dass man auch hierzulande Presseerzeugnisse mit einer gewissen Vorsicht zu genießen hat, ist auch nicht neu, erfordert ein wenig Erfahrung, allerdings: Von “Lügenpresse” zu reden ist schlicht hanebüchen und zeugt von wenig Denkanstrengung oder -vermögen. Putin hat seine ehemals sowjetische Propagandamaschine mittlerweile wieder voll funktionsfähig installiert. Ein Vergleich mit unseren Verhältnissen verbietet sich aber aus vielerlei Gründen.
      Die jüngsten Verlautbarungen im Fall Litvinenko sind das beste Beispiel für den dortigen Umgang mit der Wahrheit. Wer sich trotzdem angeregt fühlt, Putin und seinem System argumentativ beizuspringen und das, was unter seiner Verantwortung passiert, gutzuheißen, dem ist nicht mehr zu helfen…

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  10. isaya

    Das “WIR” bezieht sich auf das Verhältnis. Also auf das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland, Westen und Russland. Was haben “WIR” falsch gemacht?

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