Mein Homescreen: Kai Diekmann.

kai-diekmann-homescreen600"Bild"-Chef Kai Diekmann sieht auf seinem iPhone 6+ nicht, wenn der Bundespräsident angerufen hat, dafür aber live, wie die 24 verschiedenen "Bild"-Ausgaben entstehen.

Kommunikationsflut: Würde morgen der Bundespräsident anrufen, auf dem Weg zum Emir vielleicht, Kai Diekmann, Chefredakteur von "Bild", würde es gar nicht mitkriegen. So stark zugenommen hat der Sozialstress, dass selbst Vieltelefonierer Diekmann bei 247 unbeantworteten Anrufen auf dem Handy (Stand Donnerstag morgen) kapituliert. Die eine App, die Diekmann wirklich bräuchte, ist daher nicht installiert - weil noch nicht erfunden: die App, die alle Kommunikationskanäle zusammenführt und für Diekmanns Assistenten zugänglich macht.

"Es ist eine Pest mit den vielen Kommunikationswegen", klagt Diekmann. "Ich werde angemorst über E-Mails, SMS, WhatsApp, Messenger, Facebook, LinkedIn." Am besten erreicht man ihn deshalb über E-Mail oder über sein Büro. Das muss auch die 104 E-Mails abarbeiten, die gerade aufgelaufen sind. Ein wichtiger Kanal, auf dem man Diekmann bequem und sicher nicht erreicht, sind die Social Networks: Von den 40 ignorierten Anfragen stammen allein 32 von LinkedIn.

Zu Branchendiensten hält Diekmann auf dem Handy herzlichen Abstand: Nur die turi2-App ist installiert - auf der zweiten Seite hinter "Nachrichten". US-News aus Tech, Social Media und Webjournalismus lässt Diekmann sich von Prismatic zusammentragen - für ihn "der beste algorithmische Aggregator".

Bild in progressDie geheimste und für Diekmann wichtigste App liegt gleich rechts unten in unmittelbarer Daumennähe, das grüne Ding mit dem Fernglas - allerdings gibt es auf der ganzen Welt nur 40 Leute, die sie installieren dürfen: iBeamerPro erlaubt es Diekmann, jederzeit in jeder der 24 Ausgaben der "Bild" den Stand der Titelseiten zu überwachen. Somit kann er in der Welt rumhoppeln und trotzdem sehen, was daheim gerade läuft. Big Brother für "Bild" - "für die Kollegen sehr angenehm", kommentiert Diekmann ohne eine Spur von Ironie.
lexikon2.de, twitter.com/kaidiekmann

Letzte Woche hat Ralf Ressmann seinen Homescreen vorgestellt.

Ein Gedanke zu „Mein Homescreen: Kai Diekmann.

  1. In-teressant!

    Die für Kai Diekmann persönlich wichtigste App, bei der er emotional am meisten engagiert ist, ist Periscope. Seine Live-Übertragungen von Spaziergängen mit seinen Ziegen auf dem heimischen Bauernhof, vom Schwimmen bei Abenddämmerung im Postdamer Jungfernsee, von der Irrfahrt mit einem Taxifahrer in Südkorea oder London, von Redaktionsbesuchen – z.B. durch den Verpackungskünstler Christo – im Springer-Haus in Berlin oder von der Bildauswahl für die Titelseite der BILD-Bundesausgabe mit Vorschlägen von Zuschauern sind legendär. Auf Periscope kann man Diekmann so nahe kommen wie sonst nirgendwo, wenn man es denn mag.

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