Top-Clubs planen "Superliga" – Bayern München prüfte Bundesliga-Ausstieg, belegen neue "Football Leaks".

Bayern München und andere Spitzen-Fußballvereine spielen mit dem Gedanken einer European Super League, berichten "Spiegel" und NDR nach Auswertung eines neuen Football Leaks. Die Pläne sind schon älter, doch gerade wieder aktuell geworden. Eine "bindende Absichtserklärung" soll demnach im November 2018 unterzeichnet werden, die Liga könnte 2021 starten. Bereits 2016 ließen die Bayern rechtlich prüfen, ob ein Ausstieg aus der Bundesliga und aus der Uefa möglich wäre. Der Bundesliga-Ausstieg ist offenbar fern, die Champions League würde bei Gründung einer Superliga enden.

Für die European Super League werden als Gründungsmitglieder neben den Bayern genannt: Real Madrid, FC Barcelona, Manchester United, Juventus Turin, FC Chelsea, FC Arsenal, Paris Saint-Germain, Manchester City, FC Liverpool und AC Mailand. Zu den fünf anfänglichen Gästen der Liga zählen neben Borussia Dortmund auch Atlético Madrid, Olympique Marseille, Inter Mailand und AS Rom. Im Rahmen der Football-Leaks-Recherchen haben 80 Journalisten rund 70 Mio Dokumente aus dem Spitzenfußball durchforstet.

Die Rechercheure, zusammengeschlossen im Rechercheverbund EIC, finden belastende Belege für schwerwiegende Mauscheleien hinter den Kulissen. Oberster Mauschler soll demnach Fifa-Chef Gianni Infantino sein: Die Football Leaks enthalten Dokumente über geheime Absprachen mit den Chefs von Manchester City und Paris Saint-Germain – die beiden Clubs im Besitz stinkreicher Scheichs bekamen dank Infantinos Einwirken empfindliche Strafen erlassen. Zudem soll sich Infantino für das Aufweichen des Fifa-Ethikkodex eingesetzt haben.
presseportal.de, spiegel.de (Paid), ndr.de, spiegel.de (Übersicht aller Artikel), sportschau.de (Übersicht)