Neuer Newsroom in Berlin: Florian Harms will T-Online.de zum Leitmedium ausbauen.


Neustart mit Getöse: Ströer-Gründer Udo Müller und Chefredakteur Florian Harms zeigen ihren neuen T-Online-Newsroom in Berlin. Zur heutigen Eröffnung tönt Ex-Spiegel-Online-Chef Harms: "Wir spielen in einer anderen Liga – Spiegel Online ist ein bisschen kleiner als wir." turi2.tv zeigt den neuen Newsroom für knapp 70 Redakteure und die Highlights der Eröffnung im Video.

Sichtlich stolz steht Müller auf der Bühne – 1990 legte er mit Heinz W. Ströer den Grundstein für den heutigen Konzern, der in der Außenwerbung omnipräsent ist. Seinen Newsroom an der Berliner Torstraße bezeichnet Müller als "Herzstück unserer Publishing-Sparte". 28 Mio Online-Nutzer und 30 Mio Menschen über digitale Displays im Straßenbild erreiche sein Team: "Wir kombinieren die Reichweite von T-Online, die früher nur im Netz war, mit unser Public-Video-Reichweite."

Harms will nach dem schmerzhaften Wegzug von t-online.de aus Darmstadt nicht weniger als ein "neues digitales Leitmedium" bauen und eine "neue informationelle Heimat für die Bundesbevölkerung". Mit einem Seitenhieb auf den Ex-Arbeitgeber lobt er, Ströer gehe entschlossen den digitalen Weg – "anders als viele klassische Medienunternehmen, die sich schwer tun."
turi2.tv (4-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

Ein Gedanke zu „Neuer Newsroom in Berlin: Florian Harms will T-Online.de zum Leitmedium ausbauen.

  1. Jan Eger

    Hallo Herr Harms,
    in Ihrer neuen Position müssen Sie wahrscheinlich auf dicke Hose machen, das gehört wohl einfach dazu. Aber lassen Sie es sich in Erinnerung rufen: Wir haben das aufgebaut, womit Sie jetzt herumprahlen. Wir, die Darmstädter T-Online-Redaktion. Wir haben T-Online groß gemacht, nicht Sie und ihre hippe Berliner Truppe. Wir haben T-Online zum größten Online-Medium Deutschlands gemacht – und zwar bevor man bei Spiegel Online überhaupt zur Kenntnis nahm, dass es uns gab. Und noch bevor Sie bei Spiegel Online überhaupt angefangen haben. Und was glauben Sie, womit wir das gemacht haben? Mit Journalismus! Und zwar mit gutem. Da müssen Sie jetzt nicht so tun, als ob Sie das Rad neu erfinden. Vor allem, weil Sie ja überhaupt nicht erzählen, wie das funktionieren soll. Klar, heiße Luft und dicke Hose.

    Wenn man jetzt noch die Reichweite derart nach oben treibt, in dem man einfach alle Menschen zählt, die an den störenden grauen Steelen in den Bahnhöfen vorbeilaufen müssen, egal ob sie wahrnehmen, was auf diesen Dingern steht, oder ob sie sich darüber ärgern, weil sie gerade gegen einen von den beiden Menschen gerempelt sind, die unvermittelt vor so einer Steele stehen geblieben sind – dann packt man sich schon sehr dicke Kunst-Eier in die Hose, um sie dicker wirken zu lassen.
    Lassen Sie sich außerdem in Erinnerung rufen, dass Sie das alles im Auftrag derer tun, die unter bewusster Umgehung deutscher Kündigungsschutzregeln und Vorspielung falscher Zukunftsperspektiven, wir Ihr Chef auf der Eröffnungsveranstaltung recht unumwunden eingeräumt hat, mehr als 100 Existenzen in Gefahr gebracht haben. 100 Existenzen, die das aufgebaut haben, womit Sie und Ihr Chef (ein Tipp: Seien Sie vorsichtig!) jetzt so groß tun. Da kann ich als ehemaliger Nachrichten-Ressortleiter von T-Online nur Einspruch erheben, auch wenn das wahrscheinlich keinen mehr interessiert.
    Jan Eger

Schreibe einen Kommentar