Rekord bei Rundfunkbeitrags-Mahnungen.

Rundfunkbeitrag
Protest via Bankkonto: Trotz Rundfunkbeitrags für alle steigt die Zahl derjenigen, die die Zahlung der Gebühr für ARD und ZDF verweigern, rechnet Joachim Huber im "Tagesspiegel" vor und kommt auf die Zahl von 2,2 Mio säumigen Deutschen. Das sind doppelt so viele wie 2014 und drei Mal so viele wie im Jahr der Einführung. Ralf Ludwig, Vorsitzender der Finanzkommission von ARD und ZDF, bestätigt die Tendenz, will aber keine endgültigen Zahlen nennen. Huber sieht in der Zahlungsverweigerung eine Art Protest per Bankkonto "gegen den Zwang für einen Rundfunk zu zahlen, der nicht gesehen, nicht gehört, nicht geklickt wird".

Auf die säumigen Zahler warten im schlimmsten Fall Pfändungen und ein Eintrag ins Schuldner-Verzeichnis. Trotz dessen stiegen die Erlöse für 2014 um 600 Mio Euro auf 8,3 Mrd Euro, so Huber. Grund für die Entwicklung ist der Abgleich von Meldedaten. So würden "neue Beitragszahler rekrutiert und alte Schwarzseher erwischt".
tagesspiegel.de16 Kommentare

16 Gedanken zu „Rekord bei Rundfunkbeitrags-Mahnungen.

  1. Thyra Kyy

    In Finnland übernimmt der Staat die Rundfunkgebühren.
    Hierzulande: wenn der Beitrag wohnungsbezogen erhoben wird, dann ist Rundfunk-und Fernsehempfang eine Eigenschaft der Wohnung und der Vermieter hat die Gebühr einzuziehen. Dann muss aber ein Kabelanschluss vorhanden sein, wass nicht immer der Fall ist.
    Und was ist mit dem Gleichheitsgrundsatz? Wohnungslose können mit Smartphone/Tablets direkt fernsehen oder mit Tivizen.
    Besides kann das angebotene Fernsehprogramm als von staatswegen angeordnete mentale Körperverletzung betrachten.
    Ich habe keinen Fernseher. Ich höre BBC.

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  2. Nichtseher

    Das Ärgerliche ist, dass die Rundfunkgebühr systematisch gesehen einer Steuer gleich kommt, aber nur der Bund das Recht hat, neue Steuern zu erfinden und zu erheben. Hier wird aber einem öffentlich-rechtlichem Rundfunk-/Fernsehen dieses Recht übertragen, ohne jegliche Rechtsgrundlage. Dass das Bundesverfassungsgericht das sanktioniert hat, gibt mir zu denken!

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  3. Roesler, Christoph

    Die Öffentlich-Rechtlichen haben einen Bildungsauftrag, der durch die Freilassung in den harten Markt nicht mehr erfüllt werden könnte. So heißt es in der Begründung für die Zwangserhebung. Das Problem ist, dass ich diesen Bildungsauftrag nirgends erkennen kann. Schon allein die Einführung des Formatradios spricht dagegen. Und das Fernsehen hat eine Berichterstattung, die reiner Dummenfang ist. Beispielsweise der Unsinn, dass Riesterzulagen auf Sozialbeiträge im ALter angerechnet werden. Das muss man einfach mal so rum darstellen, dass ein Mensch, der 200€ GRV erhält, seine Riester obendrauf hat. Wer kommt denn auf die Idee, dem noch 100€ zu schenken, nur weil 200€ unter dem Sozialniveau liegen? Würde man das so darstellen, dann entspräche das der Realität, nicht aber der Aufgeilerei, auf die Reporter angewiesen sind. Und dann der Vergleich der Moderatoren der 70er Jahre und der heutigen. Bildungsauftrag heißt, dass man selbst ein gewisses Bildungsniveau hat, das die eigene Stimme mit einschließt. Denn dann würden so Fehler wie “das war ja ein richtig schönes jüdisches Weihnachtslied” mit einer Stimme, deren drei Krankheiten man sogar durch den geschönten Kompressor hört, nicht passieren. Und was ist mit der Sprachgestaltung? …
    Und DAFÜR bin ich nicht bereit zu bezahlen.

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  4. Hans Socha

    So sollte man das nicht sehen. Wir hier in Deutschland sind das einzige Land das: Kirchensteuer einzieht und Rundfunk und Fernsehgebühren erzwingt, durch Gesetz. All das gehört in einer Demokratie abgeschafft. Wir brauchen die Aufgezwungene Meinungsvielfallt der ÖR nicht. Alle Nachrichten der ÖR sind manipuliert und auf Dummdenker ausgerichtet.

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  5. Alois Sperger

    Ich sehe auf den Öffentlichen großenteils “Meinungsjournalismus” und vermisse neutrale Berichterstattung. Jede Sache hat zwei Seiten, aber unter den Journalisten stehen 90 % links der Mitte. Zudem hat Frau Merkel das Meinungsspektrum nach links verschoben. Es gibt somit kaum noch konservative Berichterstattung, total an der mehrheitlichen Meinung vorbei. Alle Medien begreifen sich heute als Erziehungsinstrumente. (Z. B. “..und do bin i dahoam” vom Bayerischen Rundfunk) Was wäre die Lösung? Ein Gebührensystem, das dieses verhindert und das Sendungen fördert, die die mehrheitliche Meinung wiedergeben. Alles andere ist undemokratisch. Wer zahlt schafft an.

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    1. Schwarzseher

      Genau: Wo sind denn Sendungen wie “ZDF-Magazin” mit einem legendären Gerhard Löwenthal geblieben – diese würde doch heute als AFD- oder NPD-Sendung von den Mainstream-Journalisten beschimpft werden. Ja, so haben sich die Maßstäbe verschoben, leider!

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  6. Werner Diers

    Die zwangsweise eingeführte Rundfunkgebühr ist eine der größten stattgefundenen Bürgerentmündigungen in Deutschland. Einem Bürger eine Leistung zu berechnen, die er weder nutzen möchte oder kann und die nicht zwingend notwendig ist bzw. für viele eine Belastung des Geldbeutels darstellt zeigt die Grenzen unserer “Demokratie”.
    Der Staat versucht sich nicht nur mit dem “Solitaritätszuschlag” (sollte nur einige Jahre laufen) zu bereichern, sondern er bedient sich nun auch noch mittels “Rundfunkgebühr” an fast jedem Bürger selbst. Als Begründung stellt er eine Leistung zur Verfügung, die staatlich “Öffentliche Sender” zensiert wird.
    Welcher Partei haben wir diesen Unfug zu verdanken ???

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    1. Schwarzseher

      Genau: Wo sind denn Sendungen wie “ZDF-Magazin” mit einem legendären Gerhard Löwenthal geblieben – diese würde doch heute als AFD- oder NPD-Sendung von den Mainstream-Journalisten beschimpft werden. Ja, so haben sich die Maßstäbe verschoben, leider!

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  7. Peter Blaha

    Wir sind technisch schon in einer Zeit angekommen das man es jeden selber entscheiden lassen könnte, ob er bereit ist für ein solches Programm Gebühren zu zahlen und es dann auch mit dem passenden Decoder sehen kann. Aber genau davor fürchten sich die ÖR, weil da einige abspringen würden und wer möchte den schon gerne seine gold Eier legende Gans geschlachtet sehen.

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  8. Thomas

    Da muss man für die Lügenpresse/-rundfunk noch eine Zwangsabgabe zahlen um den Machterhalt ihrer Parteisender zu finanzieren. Pressefreiheit und Bildungsauftrag?! LACHHAFT!

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  9. c.opoku@gmx.de

    Die sollen sich shame. Nicht mal 10% gute Programm können die zeigen aber jedes mal Beitragserhöhung. Außer das News was gibt es noch?

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  10. Heinz Jürgens

    Es gibt bereits in Deutschland viele Kleinrentner, die trotzdem Zuzahlungen allein bei Medikamenten usw. tätigen müssen. Da fehlt es an allen Ecken und da tut dieser unselige Beitrag ARD und ZDF wirklich sehr weh. Dazu kommt noch, dass diese Programme leider immer mehr dem politischen, na nennen wir es mal Gedankengang der Regierung untergeordnet wird und wenn man die allgemeine Lage erfahren will, man auf ausländische Sender angewiesen ist. Hier herrscht bereits die Meinungsfreiheit im umgekehrten Sinne.

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    1. Ralf Hermann

      Ihre Verschwörungstheorien a la “Staatsfernsehen” ignoriere ich mal geflissentlich, möchte Ihnen jedoch bei dem anderen Punkt zustimmen.

      Gerade die Zielgruppe, die neben einem verringerten Einkommen durch Rente auch noch zusätzliche Kosten durch Zuzahlung zur Medikation tragen muss, wird dadurch besonders getroffen.

      Die Frage ist: Wie soll man es machen? Die Aufgabe der Öffentich-Rechtlichen ist nach wie vor auch ein Bildungsauftrag, dem meines Empfindens nach aber immer weniger Rechnung getragen wird. Stattdessen wird die Zielgruppe mit Weichspüler-Serien bedient, und ein Großteil des restlichen Programms wirkt höchst angestaubt. Man möchte nicht für etwas bezahlen, was man nicht nutzt.

      Gleichzeitig baut der Bildungsgedanke aber auch auf ein Solidaritätssystem: Alle zahlen für alle, damit allen die werbefreie Möglichkeit zur Verfügung steht. Kinder sollten Sendung mit der Maus und Löwenzahn schauen, statt die mit Werbung vollgepflasterten Zeichentricksender. Ist man also nicht undemökratisch/unsolidarisch, weil man seinen Beitrag nicht zahlt?

      Als Letztes kommt dann noch die Generation X bzw. Y mit Netflix und anderen Demand-Sendern. Diese Gruppe (zu der ich mit 42 Jahren ebenfalls gehöre) hat mit linearem TV absolut nichts mehr am Hut, sondern schaut die Sendungen, die man sehen wil, zu Zeiten, an denen es mir passt mit dem Gerät, welches mir gerade zur Verfügung steht (Handy, Tablet oder TV).

      Wie soll man es also tun? ÖR auf ein werbefinanziertes System umstellen? Oder das Gebührensystem beibehalten? Auch wenn ich die ÖR nicht nutze, so denke ich doch dass ein weitestgehend unabhängiges Medium zwingend notwendig ist als Ausgleich zu den qualitativ doch minderwertigeren Angeboten der Privaten.

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      1. zykez

        Durch klassischen Marktwettbewerb. Leider konterkariert der ÖR diesen durch Altstrukturen erheblich. Den ÖR muss man bereits schon als Staat im Staate betrachten, wo mindestens ein Dittel aller Einkünfte in die Personalkosten fließen. Der Rest in teure Lizenzen (Sportrechte etc) und den Strukturen ansich. Macht man eine Programmanalyse ist das Programm – bis auf der beiden Hauptsender Erste + ZDF eher ein Billigprogramm. Ob nun Talks, Magazine oder Checks,, die alle kosten keine Unmengen an Kosten. Das bissel Fiktion was da noch die Runde macht, macht den Kohl auch net fett.

        Es gibt unheimliches Sparpotenzial, nur würde das auch bedeutetn, das gewisse Leute (darunter auch Intendanten) ihre Pfründe verlieren würden. Die Landespolitiker halten zudem ihre schützende Hand über ihre restlichen Anstalten.

        In Japan gingen in den 50ern bereits die Privaten an den Staat. Das jp. ÖR besteht faktisch nur aus zwei(!) Sendern. Einem Hauptsender (NHK) und einem Informations-/Bildungssender.^^
        Man kann sich also quantitativ durchaus beschränken, wenn man denn will. Aber man will ja nicht, da liegt das Problem.

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        1. Schwarzseher

          Na ja, warum das so ist? Da gibt doch diese regierungsamtliche Art der ÖR-Berichterstung über die Flüchtlingskrise in den letzten Monaten des vergangenen Jahres durch eine klare Antwort! Und wenn gespart würde, dann gibt es eben kein Wohnverhalten mehr bei den ÖR-Medienredaktionen. Da drückt man eben mal ein Auge gern zu, und genehmt Milliardenpakete zugunsten der ÖR-Medien für die nächsten Jahre, na mit ein paar Mini-Korrekturen im ein- bis zweistelligen Mio.-Bereich. Es sind ja nur die Gelder der Steuer- und Gebührenzahler, tja …

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