"Shababtalk": Jaafar Abdul Karim gibt der arabischen Jugend eine Stimme.


Haltung ja, Parteinahme nein: Jaafar Abdul Karim fasst für die Deutsche Welle die ganz heißen Eisen in der arabischen Welt an. Im Interview mit turi2.tv am Rande des Global Media Forums in Bonn erklärt er, dass er bei seiner Arbeit vorsichtig sein muss – egal ob in Beirut oder Berlin. Mit seiner Sendung Shababtalk polarisiert er und bringt konservative Moslems genauso gegen sich auf wie Pegida-Aktivisten. Als er 2015 von einer Pegida-Demo berichtet, wird er angegriffen und verletzt.

Dabei fühlt Karim sich zu Neutralität verpflichtet und will dennoch Journalismus mit Haltung machen: "Bei 'Shababtalk' sollen Menschen zusammenkommen und miteinander reden, die sonst nicht miteinander reden", erklärt er das Konzept. Was er nicht zulässt, sind Rassismus und Beleidigungen. So musste ein hochrangiger jordanischer Politiker die Sendung verlassen. Zuvor hatte er einer jungen Frau, die Opfer sexueller Gewalt geworden war, vorgeworfen, dass sie selbst schuld sei.
turi2.tv (4-Min-Video bei YouTube)