Spiegel Online wirft Frauenzeitschriften Pharma-Schleichwerbung vor.

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Krumme Geschäfte? Spiegel Online blättert durch die bunten Frauen-Hefte der großen Publikumsverlage von Burda über Gruner + Jahr bis Klambt und findet auf den Gesundheitsseiten eine verdächtige Nähe zwischen redaktionellen Texten und Werbung. Besonders schwer wiegen die Vorwürfe gegen Bauer.

Das Portal zitiert eine Ex-Redakteurin aus Bauers Hamburger Poolredaktion für Gesundheitstexte, die dem Verlag systematische Schleichwerbung vorwirft. Schon in der Morgenkonferenz werde entschieden, welche Produkte in den kommenden Texten platziert würden. In Einzelfällen würden Texte sogar mit den PR-Abteilungen der Pharma-Firmen abgestimmt. Der Bauer Verlag selbst schreibt, er halte sich an die Trennung von Redaktion und Werbung, geht aber - wie die anderen Verlage auch - nicht auf die konkreten Vorwürfe ein.

Auch in anderen Redaktionen sieht Spiegel Online Schleichwerbe-Verdacht: Eine Analyse von fünf Ausgaben 13 verschiedener Frauenzeitschriften ergibt eine große Übereinstimmung von Produktnennungen rezeptfreier Medikamente und geschalteten Anzeigen. Bei Bauer sieht die Untersuchung eine Übereinstimmung von 87 %, bei Klambt 82 %. Burda liegt mit 50 % deutlich darunter. Die Autoren Jörg Römer und Nina Weber kritisieren außerdem Funke, Jalag und Gruner + Jahr.
spiegel.de

3 Gedanken zu „Spiegel Online wirft Frauenzeitschriften Pharma-Schleichwerbung vor.

  1. Milena Schmidt

    Dass solche Zeitschriften nur noch aus reiner Werbung bestehen, wundert doch echt keinen mehr. Viel schlimmer finde ich die Lügen der Pharmaindustrie bezüglich Nebenwirkungen und der Wirksamkeit neuer Medikamente. Auch die Ärzte sind korrupt und machen nur noch Werbung für unterschiedliche Medikamente ihrer Wahl in Form von "Empfehlungen". Deshalb versuche ich so gut wie möglich, meine Beschwerden mit einem Selbsttest zu klären und keine Zeit beim Arzt zu verschwenden. Vor allem bei einem Vitaminmangel oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit lässt sich das gut machen.

  2. Ahnbeck

    naja, wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen … Wahrscheinlich hat Spiegel aufgrund seiner redaktionellen Ausrichtung auch nicht so viel Pharma-Themenumfeld, um es selbst so ausgiebig bei Pharma zu machen.
    Aber Platzierung von (Schleich)-.
    Werbung auf Spiegel online.de ohne große "Anzeigen-Kennzeichnung", so dass es aussieht, wie Teil des redaktionellen Angebots geht auch hier mit den privaten Krankenversicherungen direkt neben dem tagesaktuellen Thema.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/angela-merkel-bei-cdu-parteitag-fluechtlingskrise-darf-sich-nicht-wiederholen-a-1124599.html. Aus meiner Sicht also reines Konkurrenten-Bashing.

    1. Thomas Bily

      oh, da schieß ich doch ein Bibelzitat hinterher: "Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein." Oder wir gehen gleich über zur Hoeneßschen Aufrechnungs-Arithmetik nach dem Motto: Wer viel Gutes tut, der darf auch mal ein bissl sündigen. Übertragen auf die Qualitätszeitschriften "Neue Post/Woche/Frau/Illustrierte/Adelshäuser/Witze/Revue (aber ich glaub die gibts gar nicht mehr)…" bedeutet dies: WIr haben doch immer sauber über die Hämorrhoiden der europäischen Könige geschrieben. Da werden wir wohl zwischendrin mal ein paar salbvolle Tipps einarbeiten dürfen… Nix für ungut. Alles im Reinen."

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