"Spiegel": WDR-Fernsehdirektor Jörg Schönenborn kannte Missbrauchs-Vorwürfe.

WDR Logo 150WDR: Im Missbrauchsverdacht zweier Korrespondenten wusste Fernsehdirektor Jörg Schönenborn wohl Bescheid und beförderte einen der Beschuldigten dennoch, schreibt der "Spiegel". Der damalige Chefredakteur räumt ein, er hätte den Bericht zu den Vorfällen eigentlich zur Einsicht bekommen müssen, könne sich aber nicht erinnern. Der zweite Beschuldigte wurde von Schönenborn in zwei begehrte Auslandsstudios geschickt. Schönenborn sagt, er hätte "mit dem Wissen von heute" andere Entscheidungen getroffen. Der WDR schreibt in einem Statement, die Berichte in "stern" und "Spiegel" ergäben "kein vollständiges Bild der Abläufe und Hintergründe". Es habe hausinterne Untersuchungen gegeben und eine Ombudsstelle für Beschwerden sei geschaffen worden. Tina Hassel, damals die Vorgesetzte einer der Beschuldigten, sagt, die Sache sei "immer im Ungefähren" geblieben. Sie dulde aber ausdrücklich keinen Machtmissbrauch und keine sexuellen Übergriffe.
"Spiegel" 16/2018, S. 74 (Paid) presseportal.de (Statement WDR), turi2.de (Background)