Stefan Raue: BDZV-Präsident Döpf­ner hat journalistisches Terrain verlassen.

Ma­thi­as Döpf­ner und die anderen Vertreter der Kritik am "Staatsrundfunk" verlassen den journalistischen Boden und sind selbst Partei, meint Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue in einem Gastbeitrag im "Spiegel". Wo­chen­lang sei kaum ein Tag ohne An­grif­fe un­ter der Gür­tel­li­nie vergangen. Der "klein­geis­ti­ge Krieg" helfe aber niemandem, nötig seien Kom­pro­misse. Die wirkliche Gefahr für die Verlage seien Google, Facebook und Co. Raue schreibt, auch die Öffent­lich-Recht­li­chen hätten im Umgang mit Print-Kollegen "Sün­den" begangen.
"Spiegel", 46/2017, S. 84-85 (Paid)1 Kommentar

Ein Gedanke zu „Stefan Raue: BDZV-Präsident Döpf­ner hat journalistisches Terrain verlassen.

  1. Peter

    Es geht doch letztlich um die Frage, ob die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkapparates mit physischer Gewalt, ausgeübt durch staatliche Stellen gegen jedermann, also der "Rundfunkbeitrag", der kein Beitrag ist, sondern ein Zwangsgeld vom Netto, in Ordnung geht oder nicht. Und in dieser Frage sind die öffentliche-rechtlichen Sender doch schon lange Partei. Sie verteidigen die für sie so vorteilhafte "Haushaltsabgabe", zu der ja noch eine Betriebsstätten-Abgabe, eine Auto-Abgabe und eine Zweitwohnungsabgabe gehören, vehement. Der Vorwurf an Döpfner ist daher lächerlich. Es mag ja sein, dass Google, Facebook & Co für Verlage eine Gefahr sind, aber die öffentlich-rechtlichen Sender-Aktivitäten im Internet auf Zwangsgeld-Basis sind der sichere Tod, denn das Geld ist in den Haushalten nur einmal vorhanden. Daneben noch Bezahl-Angebote zu etablieren ist praktisch unmöglich. Das weiß man in den Sendern, das weiß man bei den etablierten Parteien und freut sich womöglich schon jetzt, die lästigen Kritiker bald los zu werden. Dazu das Geschwafel von Objektivität, kaum zu ertragen. Nur ein außenpluralistisches Mediensystem erfüllt seine Aufgabe, denn wer einseitig berichtet, macht den Markt für die Gegenmeinung frei. Deshalb gilt es, die Verlage zu stärken, nicht die Anstalten.

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