Streamingdienst Deezer: Wie aus Daten ein Musik-Programm wird.


Team Stream aus Berlin: Mitten in der Hauptstadt entsteht ein Musik-Programm für Millionen. Der französische Streamingdienst und Spotify-Konkurrent Deezer beschäftigt hier Mitarbeiter, die Playlists basteln. turi2.tv guckt Musikredakteurin Simone Schiborr mit der Kamera über die Schulter: Die Musik-Wissenschaftlerin schaut auf ein Meer aus Daten – und baut daraus neue Programme. Content-Chef Richard Wernicke sagt: "Man muss den Konsumenten bei dem Übermaß an Titeln an die Hand nehmen."

Redakteurin Simone Schiborr tut das jeden Tag. Sie pflegt etwa eine "Neue Hits"-Playlist, der mehr als 5,5 Mio Fans folgen. Besonders beliebt auch: Die Liste mit den besten Deutschrap-Titeln. Schiborrs persönlicher Favorit ist ihre Chill-Out-Playlist. Gerade weil Musik so persönlich ist, braucht es ein individuelles Angebot. Nutzer zahlen monatlich 10 Euro, eben weil sie genau das bekommen, was sie mögen, sagt Richard Wernicke: "Man macht Hörer zu Kunden, indem man ihnen ein maßgeschneidertes Angebot liefert."

Deezer macht den eigenen Redakteuren aber zunehmend Konkurrenz durch eine selbst entwickelte, lernende Technologie. "Flow" heißt die Playlist, die Nutzern ihre Lieblingsmusik automatisch auswählt. "Der Algorithmus bietet jedem Nutzer eine maßgeschneiderte, endlose Playlist – basierend auf den jeweiligen Hörgewohnheiten", erläutert Wernicke. Je mehr ein Nutzer also liked, disliked und weiter schaltet, desto schlauer wird der Algorithmus – und anders ausgedrückt: desto weniger werden menschliche Redakteure benötigt.
turi2.tv (6-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)

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