SZ.de-Chefin Julia Bönisch verabschiedet sich vom Reichweitenrennen.


Kohle statt Klicks: Julia Bönisch, Chefredakteurin von Süddeutsche.de, will beim Wettrennen um Klicks und Page-Impressions nicht mehr mitspielen. "Ich halte das Reichweitenrennen nicht für wichtig", sagt sie im Interview mit Horizont und turi2.tv bei den Medientagen München. Bei sinkenden Anzeigenumsätzen habe die "Süddeutsche Zeitung" sich "ganz bewusst" dafür entschieden, mit Digital-Abos "eine zweite Säule aufzubauen". Offenbar eine ertragreiche: "Ja, wir sind damit zufrieden und wir verdienen damit richtig Geld", sagt Bönisch und sieht die "SZ" als Vorreiter im Digital-Journalismus: "Ich glaube, dass wir Pionierarbeit geleistet haben bei vielen Dingen, die andere in der Branche uns nachmachen".

Den Kurs, den sie zusammen mit dem bisherigen Digitalchef Stefan Plöchinger eingeschlagen hat, will Julia Bönisch auch alleine fortsetzen. "Es wäre komisch, wenn mir einfallen würde, ich müsste wahnsinnig viele Dinge korrigieren, weil mir die vorher gegen den Strich gegangen sind". Daher seien "keine Revolutionen zu erwarten". Sie bedauert, dass Plöchinger zum "Spiegel" wechselt, fühlt sich aber "wunderbar aufgestellt" und kann sich einen kleinen Seitenhieb Richtung Hamburg nicht verkneifen: "Ich würde es eher so sehen, dass beim 'Spiegel' noch so viel zu tun ist, dass da die größeren Herausforderungen warten als bei uns."
turi2.tv (3-Min-Video im YouTube-Kanal von turi2)Kommentieren ...

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