"WamS": "Spiegel", NDR und andere sind auf Rufmord-Kampagne gegen Maschmeyer reingefallen.


Finanz-Krimi: Deutsche Medien sind womöglich jahrelang auf einen Betrüger hereingefallen, der eine gezielte Kampagne gegen den Finanzdienstleister AWD und dessen Gründer Carsten Maschmeyer inszeniert hat. Die "Welt am Sonntag" veröffentlicht Auszüge aus dem Buch "Mein Auftrag: Rufmord" von Stefan Schabirosky, einem ehemaligen AWD-Vertreter. Er habe AWD Anfang der 2000er im Streit verlassen und sich an den größten Konkurrenten von AWD, die Deutsche Vermögensberatung, gewandt. Mit Unterstützung der DVAG und vom Konzern bezahlter Anwälte haben er als Whistleblower im Mai 2005 der "Süddeutschen Zeitung" und später auch anderen Medien negative Geschichten über den AWD angeboten. Dabei hat er über seinen Hintergrund und seine Motivation gelogen. Berichtet haben etwa "Spiegel", "Tagesspiegel", "stern" und NDR.

Für ein Monatsgehalt von 6.000 Euro sei es Schabiroskys Ziel und Auftrag gewesen, AWD und Maschmeyer fertig zu machen. Als der Konzern Swiss Life 2007 Aktien von Maschmeyer kauft und zum Hauptaktionär wird, sieht der vermeintliche Whistleblower sich am Ziel und fordert von der DVAG einen Mio-Bonus. Weil er das Geld nicht bekommt, begeht er doppelten Verrat und wendet sich wieder an den AWD. Schabirosky will die DVAG mit Hilfe von AWD verklagen. Doch der Machmeyer-Konzern lässt sich auf den Kuh-Handel nicht ein.

Im Jahr 2016 meldet Schabirosky sich bei Maschmeyer persönlich und berichtet dem Milliardär von seiner Kampagne gegen ihn. Dabei, so schreibt die "WamS", sei der Entschluss entstanden, die Geschichte in einem Buch offenzulegen.

"Welt"-Herausgeber Stefan Aust, damals Chefredakteur des "Spiegel", meldet sich neben dem Buchauszug zu Wort: Maschmeyers heutiges Image sei weitgehend durch Schabirosky gelenkt, ein Beispiel dafür, dass die Rolle von Whistleblowern für Medien und deren Glaubwürdigkeit zwiespältig betrachtet werden müsse. Die damals im "Spiegel" über AWD veröffentlichten Fakten seien richtig gewesen.
"Welt am Sonntag", S. 36-38, blendle.com (Paid), welt.de (Kurzfassung)

Mitarbeit: Markus Trantow2 Kommentare

2 Gedanken zu „"WamS": "Spiegel", NDR und andere sind auf Rufmord-Kampagne gegen Maschmeyer reingefallen.

  1. Schulze, Ulrich

    1) Frage: Satz 1, Zeile 4: . . . "verkauft" hat, also wirklich: verkauft hat? Wie beim gemutmaßtem blanko-100-.000-Euro-Schäuble?
    2) mal wieder der Spiegel, mal wieder das Bündnis NDR undSüddeutsche – wann lernen Journalisten, dass man diese Meldungen nicht ohne Nachfrae, übernehmen und vebreiten darf. Sie sind, wie ersichtlich, offenbar oft gekauft oder aus bestimmten Interessen zugesteckt. Man lernt, wo NDR, WDR und SZ drauf steht, (einschl. Spiegel) scheint offenbar Geld drin zu stecken.

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    1. Markus Trantow

      Er hat die Informationen nicht "verkauft" im Sinne von "Geld von den Medien dafür erhalten". Die Medien haben recherchiert, wurden aber von dem Whistleblower schlicht belogen. Vor allem, was die Motivation des Whistleblowers angeht. Auch seine Bezahlung durch den AWD-Konkurrenten hat er nicht offengelegt. Die veröffentlichten Fakten, schreibt Stefan Aust in der "WamS", sind richtig gewesen.

      Ich habe das in dem Text jetzt noch einmal konkretisiert.

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