WeltN24 erwirkt Einstweilige Verfügung gegen "Spiegel", "FAZ" und Co.

WeltN24 Stephanie Caspar
Mit Justitia in die A-Liga: WeltN24 erwirkt vor dem Landgericht Berlin eine Einstweilige Verfügung gegen "Spiegel", "FAZ", "Süddeutsche Zeitung", "Handelsblatt" und die "Zeit", erfährt Jürgen Scharrer in einem Interview mit WeltN24-Geschäftsführerin Stephanie Caspar eher zufällig. Die Verfügung verbietet den Konkurrenten vorerst, sich aufgrund der selbst in Auftrag gegebenen Marketing-Studie "Quality Impact" als die alleinigen "A-Medien" zu bezeichnen. Die Methode der Studie sei mangelhaft, moniert WeltN24 vor Gericht. Mitte April könnte der Rechtsstreit in die nächste Runde gehen.

Caspar sagt außerdem, dass sie die Digitalerlöse des Springer-Blatts steigern wolle, indem sie die Abonnenten stärker zur Kasse bittet. Seit Einführung der App "Welt Edition" ist der Preis bereits von 12,99 Euro auf nunmehr 19,99 Euro monatlich gestiegen. "Diesen Weg werden wir weiter beschreiten – auch wenn wir den einen oder anderen Abonnenten verlieren", so Caspar.

Von der Integration von N24 in die "Welt"-Marke erhofft sich Caspar ein "Nachrichtenunternehmen völlig neuen Formats". Die Kombination aus aktuellem Bewegtbild und hintergründiger Einordnung durch lange Artikel habe bisher noch kein Nachrichtenangebot hinbekommen. Dies sei eine Chance für WeltN24, sagt Caspar, will sich aber bei der Transformation Zeit lassen und Webangebote von N24 erst 2017 komplett abschalten.
"Horizont" 14/2016, S. 1, S. 14 (E-Paper), horizont.net

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