YouTube will Gewalt- und Terrorvideos mit 10.000 Prüfern bekämpfen.


Putzkolonne 2.0: YouTube und Google wollen 2018 mehr menschliche Prüfer engagieren, um Gewaltvideos und andere Verstöße von der Plattform zu löschen. Insgesamt 10.000 Prüfer sollen mit menschlichem Auge Maschinen trainieren, die schon jetzt im großen Stil Videos scannen - wie viele Prüfer es bisher sind, sagt YouTube nicht. Seit Juni seien 150.000 Videos wegen "gewalttätigem Extremismus" entfernt worden. YouTube versucht mit hohem Aufwand, seinen schwer beschädigten Ruf vor Werbungtreibenden zu retten.

Die Zahlen der überprüften und gelöschten Videos sind erdrückend, denn sekündlich laden Nutzer Gigabytes an Bewegtbild auf YouTube hoch. Seit Juni haben Teams fast 2 Mio Videos manuell auf gewalttätige, extremistische Inhalte überprüft. Technologie erledigt schon jetzt einen großen Teil der Arbeit: 98 % der entfernten Videos, die Gewalt enthielten, sind zuvor durch maschinell lernende Algorithmen gekennzeichnet worden. Gäbe es diese künstliche Intelligenz nicht, müssten laut YouTube 180.000 Menschen in Vollzeit Videos prüfen.

Das meist schweigsame Google-Unternehmen verspricht 2018 mehr Transparenz. Regelmäßige Berichte sollen Auskunft geben, wie viele Videos und Kommentare YouTube prüft und löscht. Die Ankündigungen kommen nicht freiwillig, sondern maßgeblich auf Druck der Werbeindustrie: Google verdient Milliarden mit Werbung; Unternehmen stoppten aber wiederholt Kampagnen, weil ihre Spots im Umfeld von Gewalt- und Terrorpropaganda liefen. Facebook plagen ähnliche Probleme: Menschliche Löschtrupps arbeiten in Berlin und künftig auch in Essen. (Foto: Jaap Arriens / NurPhoto / Picture Alliance)
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