"Zeit" liefert tägliches Hamburg-Magazin per Mail.

Elbvertiefung-Zeit-600Jeden Morgen, kostenlos: Die Hamburger "Zeit"-Redaktion macht mit dem Newsletter die Lektüre der Lokalzeitung überflüssig.

Dickschiff macht Dampf: Die Hamburg-Redaktion der "Zeit" greift die lokale Konkurrenz mit einem werktäglichen E-Mail-Newsletter an. Immer um 6 Uhr liefert Redakteur Mark Spörrle die kostenlose Elbvertiefung. Sie besteht aus fünf bis zehn lokalen Themen, die Spörrle mit einem Team aus festen und freien Mitarbeitern recherchiert. Leser sollen Restaurant-Tipps und "Hamburger Schnack" beitragen.
 
Die tägliche E-Mail macht den umkämpften Hamburger Lokalmarkt rauer. Nach dem Hamburg-Teil der "Zeit" im April 2014 startete die "Welt" im Mai mit einer neuen Hamburg-Redaktion. Der unabhängige Newsletter Hamburger Tagesjournal zählt rund 10.000 Empfänger – Macher Egon Huschitt gründete auch Political Post, einen Newsletter, der heute als Tagesspiegel Morgenlage versendet wird. Mark Spörrle, 48, erläutert die "Elbvertiefung" im turi2-Interview:
 
Mark Spörrle-150Herr Spörrle, sind Sie der neue Lorenz Maroldt von Hamburg?
Als Mark Spörrle kann ich schlecht auch noch Lorenz Maroldt sein. Aber ernsthaft: Maroldts Checkpoint-Newsletter beim "Tagesspiegel" ist der Goldstandard, aber er gehört nach Berlin. In Hamburg sind andere Themen wichtiger, die Wirtschaft rund um den Hafen zum Beispiel.

Was soll die "Elbvertiefung" ausmachen?
Die "Elbvertiefung" ist ein tagesaktuelles Minimagazin per Mail für Leute, die nicht viel Zeit haben. Wir greifen Ereignisse aus Hamburg auf, recherchieren selbst und ordnen sie ein. Ich will in der "Elbvertiefung" nun jeden Morgen erzählen, was man über Hamburg wissen muss, mal ironisch und vielleicht auch mal ungeduldig.

Um 6 Uhr geht der Newsletter raus – schieben Sie ab sofort Nachtdienste?
Das weiß ich ehrlich gesagt noch nicht, wir probieren aus. Zum Team gehören eine Handvoll Mitarbeiter aus dem Haus und Freie. Wir recherchieren vor allem tagsüber und abends arbeite ich so lange wie es nötig ist.

Warum eigentlich E-Mail?
Wir wollen mit unseren Lesern stärker in den Dialog treten. Wir laden Abonnenten ein, uns Beiträge und Tipps zu schicken, wir laden sie zu Veranstaltungen ein und sagen: Kommt zu uns in die Redaktion und schaut, wie wir arbeiten. Gerade in Zeiten, wo wir Journalisten uns das Vertrauen der Leser immer wieder neu verdienen müssen, ist das sehr wichtig.
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