turi2 edition6: Burkhard Graßmann, Burdas oberster Anzeigenverkäufer, im Porträt.


Burkhard Graßmann entwickelte schon als Kind auf dem Flohmarkt Verkaufstalent. Heute wirbelt er als Burdas oberster Anzeigenverkäufer – und füllt gleich zwei Planstellen mit drei Dienstsitzen. (Foto: Markus Burke)

Die Sache mit den Marktgesetzen hatte Burkhard Graßmann schon früh raus. Die Sache mit den Flohmarktgesetzen, müsste man eigentlich sagen. Als Teenager war Graßmann in seiner Heimatstadt Kiel ein ambitionierter Trödelverkäufer, allein: Es gab die Konkurrenz. Da konnte es schon mal passieren, dass er die umliegenden Stände einfach aufkaufte. Und als einer der anderen Händler schließlich nachfragte, was Graßmann denn mal werden wolle, antwortete der aus voller Überzeugung: "Ich will mal BWL studieren!"

Hat er dann auch. BWL war keine allzu große Herausforderung, logisch, mit so viel Praxiserfahrung. Deshalb kamen noch Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Philosophie auf den Studienplan, wobei Graßmann sein Philosophen-Licht gern unter den Scheffel stellt. "Das hat so einen Nickelbrillenträger-Touch". Fertig studiert hat er trotzdem alle vier Fächer, aber heute, sagt er, nutzt ihm Thomas Hobbes' Leviathan am ehesten etwas, wenn er unter vier Augen mit einem Kunden essen geht. Nicht unbedingt an den großen, weißen Burda-Konferenztischen. Die sind eher ein Fall für den korrekt gekleideten Betriebswirt: breiter Goldring, schicke Uhr, Boot auf Mallorca. Das liegt da aber noch gar nicht lang, früher schaukelte es unprätentiös auf der Ostsee. Doch als Graßmann mit seiner Frau aus dem hohen Norden nach München zog, Burdas Vermarkter BCN zuliebe, musste das Boot nun einmal mit. Und München liegt näher am Mittelmeer als an der Ostsee.


fragebogen2: Burkhard Graßmann beantwortet den turi2-Fragebogen und verrät u.a., wie er für sich selbst werben würde.

Graßmann, 52, gebräunt und mit Haaren im Surferlook, um die ihn jede Shampoo-Werbung beneiden würde, sieht sowieso eher nach Segler denn nach Manager aus. Aber das täuscht. Auch seine zwei Jobs bei Burda haben letztlich mit Navigation zu tun. Dort steuert er seit 2011 das Dickschiff Burda News, zu dem unter anderem die gesamte "Focus"-Gruppe sowie der "Playboy" und "TV Spielfilm" gehören. 2016 vertraute ihm Burda-Vorstand Philipp Welte zusätzlich die Leitung des Burda Community-Networks BCN an. Und soll Graßmann im Spaß geraten haben, Burda News nebenbei "als Hobby zu betreiben".
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