“Bild” und Spiegel Online lassen Artikel komplett bei Facebook erscheinen.

Mark Zuckerberg Facebook 600

Mark Zuckerberg, Nerd und Netzwerker, wird mit Spiegel Online, “Bild”, “Guardian” und BBC zum Mega-Verleger. Das blaue f weist künftig den Weg zum Inhalt.

Selbstmord aus Angst vor dem Tod? Oder im Web ganz vorn? Springers “Bild” und Spiegel Online geben ganze Artikel komplett an den Webgiganten Facebook, wo sie vollständig und ohne Link auf die Mutterseite veröffentlicht werden. In einer überraschenden Mitteilung, die Springer am Mittwochmorgen verschickt hat, jubelt die Pressestelle: “Millionen von Nutzern des Sozialen Netzwerks in Deutschland können künftig BILD.de-Angebote direkt in ihrem Facebook-News Feed lesen.” Der Online-Ableger des “Spiegel” macht laut meshedsociety.com mit.

Der Köder, mit dem Facebook die beiden deutschen Verlage für sein Programm Instant Articles wohl gefangen hat, schmeckt an zwei Stellen besonders gut: Die Werbung im Umfeld der Artikel dürfen die Verlage selbst vermarkten – und die Verlage sollen Nutzerdaten bekommen. Trotzdem begeben sich beide Verlage in eine tiefe Abhängigkeit von Facebook. Anders als bei der Verlagsinitiative von Google, bei der Springer die Kooperation verweigert, setzt Springer diesmal auf Kooperation mit Big Valley.

Ein Zeichen von Schwäche bleibt es trotzdem, wenn deutsche Verlage ihr Schicksal in fremde Hand legen. Macht das Beispiel Schule, steht der medialen Weltherrschaft des Zahnarzt-Sohnes Mark Zuckerberg nichts mehr im Wege. Auch “Guardian” und BBC, die wohl stärksten Medienmarken Großbritanniens, schließen sich übrigens dem Mega-Verleger Zuckerberg an.
axelspringer.de, meshedsociety.com, media.fb.com

Die Springer-Pressemitteilung hier:

Zum Start von Facebook „Instant Articles“ testet BILD den neuen Vertriebskanal für ausgewählte Inhalte. Millionen von Nutzer des Sozialen Netzwerks in Deutschland können künftig BILD.de-Angebote direkt in ihrem Facebook-„News Feed“ lesen.

Die Kooperation sieht vor, dass die Hoheit und Verantwortung von BILD für die journalistischen Inhalte gewahrt und BILD.de Rechteinhaber aller zur Verfügung gestellten Inhalte bleibt. Werbung, die Facebook im Umfeld der BILD.de-Inhalte darstellt, wird von Axel Springer Media Impact vermarktet. Facebook sichert BILD Transparenz bezüglich Nutzerdaten zu. Beide, BILD und Facebook, halten sich bei der Verwendung an geltende Datenschutzbestimmungen. Darüber hinaus ist vorgesehen, während der Testphase ein Bezahlmodell für journalistische Inhalte auf Facebook voranzutreiben, bei dem BILD und andere Marken eigene Abonnements generieren können.

Julian Reichelt, Chefredakteur BILD.de: „BILD muss immer da sein, wo unsere Leser und User sind. Das ist auf Papier so und das ist auch digital so. Fast 30 Millionen Menschen in Deutschland erleben ihren digitalen Alltag auf Facebook. Deswegen sind wir gespannt, ‚Instant Articles’ auszuprobieren und gemeinsam mit Facebook Lösungen zu entwickeln, die unsere einzigartigen Inhalte auf dieser Plattform noch schneller, leichter, reibungsloser und aufregender erlebbar machen. Wir wollen lernen, aber auch mitgestalten, wie die Menschen im Zeitalter sozialer Plattformen News, Unterhaltung und Sport konsumieren.“
axelspringer.de

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