Blattkritik: Christoph Schwennicke, Chefredakteur "Cicero", über "Kontext".

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Cicero-Chefredakteur Christoph Schwennicke empfindet die alternative "Kontext-Wochenzeitung" als "puren Mainstream".

Ich bin Schwabe, besser gesagt: Ich komme aus Schwaben, bin dort aufgewachsen. Deshalb kenne ich auch Josef-Otto Freudenreich. Nicht persönlich. Aber als Helden. Als schwäbischen Held. Als einen, der immer gegen die Gschaftlhuberei angeschrieben hat, der blendend vernetzt ist, aber nie Teil des Filzes wurde. An ihm kommt man als politischer denkender Mensch und Zeitungsleser in Schwaben nicht vorbei.
 
Die Kontext-Wochenzeitung ist Josef-Otto Freudenreich. Bei kleinen Läden drückt die Handschrift des Chefs immer noch mehr durch als bei großen. Sie ist als Gegenöffentlichkeit im Kampf um Stuttgart 21 entstanden und begreift sich bis heute so. Eine gute Geschichte über Filz von Pharmaindustrie und gedungenen Ärzten bei Nepp-Medikamenten. Eine kluge Analyse der Causa Piëch-Winterkorn, in der der Autor etwas weiterdenkt als viele andere Kommentatoren.
 
Aber eben auch viel erwartbarer Reflex, bei dem die Gutgesinnten in ihrer Lektüre bis zur Genickstarre zustimmend mit dem Kopf nicken. Die "taz" ist da überraschender, und manchmal sogar die "Welt".
 
Er denke "darüber nach, ob ich noch ganz dicht bin, mit 64 immer noch gegen den Mainstream anstinken zu wollen", hat Freudenreich hier bei Turi im Interview gesagt. Er muss sich keine Sorgen machen. Gegen den Mainstream anstinken? Tut er gar nicht. Er macht für seine politische Klientel puren Mainstream. Das Schießgewehr der Bundeswehr funktioniert nicht? Die Waffenschmiede Heckler & Koch hat ein Problem? Schnell ein Anruf beim guten alten Heckler-Jäger Jürgen Grässlin, der schreibt, was er seit Jahrzehnten schreibt. Fertig ist die Laube.
 
Die Reflexe funktionieren. Das Weltbild steht. Der Gegner steht fest. Und Mainstream sind immer die anderen. So geht die "Kontextwochenzeitung".
 
Es ist gut für Stuttgart und Schwaben, dass es sie und Josef-Otto Freudenreich gibt. Ich würde meinen schwäbischen Helden gerne einmal persönlich kennenlernen.
 
In der Vorwoche schrieb "Kontext"-Chefredakteur Josef-Otto Freudenreich eine Blattkritik über die "B.Z.". Der Reigen geht am nächsten Sonntag weiter.
 
Übersicht:
Christoph Schwennicke über die "Kontext-Wochenzeitung" von Josef-Otto Freudenreich
Josef-Otto Freudenreich über die "B.Z." von Peter Huth
Peter Huth über "Geo Wissen Gesundheit" von Michael Schaper
Michael Schaper über die deutsche "People"

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