Funke schüttelt den Geldbeutel für weitere Investitionen.

Funke-Doppelspitze - Michael Wüller - Manfred Braun Große Töne von Michael Wüller (l.) und Manfred Braun: Die Chefs der Funke-Gruppe prahlen im Handelsblatt mit ihrem gut gefüllten Geldbeutel – trotz des teuren Deals mit Springer.

Kampfansage aus Essen: Die Funke Mediengruppe ist nach dem milliardenschweren Springer-Deal noch lange nicht am Ende ihrer Kräfte, sagen zumindest die Konzern-Manager Michael Wüller und Manfred Braun im "Handelsblatt". Gegenüber Hans-Jürgen Jakobs und Kai-Hinrich Renner sprechen die Funke-Chefs von "attraktiven Investitionschancen", nach denen sie Ausschau halten. Der Medienkonzern sei auch nach dem Springer-Deal "noch gut bei Kasse". Überlegung bei jeder Investition sei, "zu skalieren: bei neuen Produkten und bei den Kosten".
 
Dazu gehöre auch die neue Zentralredaktion in Berlin, die aber "kein Massenbestäuber" sein solle, so Braun. Jeder Chefredakteur könne selber entscheiden, was er in sein Blatt übernimmt – die Manager sprechen von "Harmonisierung", Kritiker von Einheitsbrei. Auch zwischen den Zeitschriften und den Tageszeitungen von Funke sieht Braun Annäherungsmöglichkeiten: "Zeitungen können von Zeitschriften eine ganze Menge lernen." Die Berliner Zentralredaktion könnte "ein Relais für die gemeinsame Themenentwicklung all unserer Medien werden".
 
Die Aufbruchstimmung rühre auch daher, dass im Funke-Konzern nur noch eine Familie das Sagen hat: Die Entscheidung von Petra Grotkamp, die Familie Brost auszuzahlen, war "der entscheidende Schritt, um diesen Konzern nach vorn zu bewegen", bekundet Wüller pflichtschuldig.
"Handelsblatt", S. 16/17 (E-Paper)