Google will deutsche Werbeagenturen beraten.

google-aufm600Gruppenkuscheln mit Google: Der Internetriese aus Mountain View will in Europa gegen sein Negativ-Image als Datenkrake angehen und nicht nur die Verleger umarmen, sondern auch die Kreativen der Werbebranche. Laut einem Bericht der Werbekauffrau und Diplom-Volkswirtin Catrin Bialek im "Handelsblatt" bietet Google Werbern "Nachhilfe in Sachen digitaler Werbung" an. Bialek warnt aber in einem Kommentar vor der "beraterischen Schieflage": Die Kreativen drohten, wenn Google erstmal mit am Tisch sitze, zum "googlebaren Erfüllungshilfen" zu werden.

Stephan Vogel, Präsident des Art Directors Club (ADC) und Kreativchef von Ogilvy, glaubt, "Google kann uns helfen, einen relevanten Dialog mit den Konsumenten herzustellen". Google-Manager Oliver Rosenthal, selbst Ex-Agenturchef bei Saatchi & Saatchi, verkündet selbstbewusst: "Wir wollen Kreativagenturen beraten." Und: "Wir bieten an, bei der Briefingphase einzusteigen", sagt der Google-Mann. Rosenthal gibt zu, "mehr Werbebudget in Richtung Online" schicken zu wollen, erst knapp 10 % des deutschen Gesamtwerbeaufkommens wandert ins Internet.

Rosenthal vermisst laut "Handelsblatt" ausreichende Onlinekenntnisse der Kreativen. Von Mediaagenturen hält er offensichtlich wenig: Die "können gute Berater sein in einer fragmentierten Welt". Kein Zweifel, dass Google sich als den besseren Berater sieht – zum Nutzen von YouTube und Co.
"Handelsblatt", S. 24-25, S. 26 (Paid)